Wie bringt man Kinder zum Lesen?

Rund ums Lesen allgemein

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Beitragvon stephy » Sonntag 27. Oktober 2002, 17:13

Bin ich denn hier die Einzige, die nie viel vorgelesen bekommen hat? :cry: Aber Literaturinteresse hatte meine Mutter schon (immer)... Mein Vater nicht, der hat in seinem Leben vielleicht gerade mal 3 Bücher gelesen oder so... Und das, wenn's hochkommt... :D
Aber meine Mutter interessiert sich auch für Romane. Wundert mich ein bißchen, warum sie mir früher so wenig vorgelesen hat. Ich kann mich nur noch an ein paar Märchen von ihr selbst erinnern, die sie mir vorgelesen hat... Und das ist sowieso komisch, weil; die weiß ich noch, als hätte ich sie erst gestern gehört und die Märchen von Anderson und Grimm habe ich völlig vergessen... ähm... ;)

Ich komme übrigens auch aus einer Familie, in der man nicht ins Theater geht. :( Ich war mit 18 das erste Mal in einem richtigen Theater in Stuttgart. Man, war das ein Erlebnis!!!!!! *staun* :shock:

Ich glaube, daß die Liebe zur Literatur einfach in einem wächst oder nie da war. Ich glaube, daß es vor allem am Menschen selber liegt, ob er sich für Romane begeistern kann oder nicht. Da denke ich, macht das Vorlesen nicht viel dabei aus. Sieht man ja an mir, daß es nicht zwingend dazu führen muß, daß man später gar nichts von Büchern hält... ;)

"du bist größer wie ich". (Von Dialekten mal abgesehen.)


Hihi, ich z.B. bin genau bei diesem Satz dialektisch vorbelastet! :D Im Schwäbischen gibt es kein "als"... hihi... ;)

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Beitragvon Esprit » Sonntag 27. Oktober 2002, 17:57

Hi Stephy! Ja so seh ich das auch!! Ich habe selbst auch nie vorgelesen gekriegt,meine Mutter hat höchstens Kochbücher gelesen und von wegen Theater!!!Bei uns gabs immer nur Kirche! :jesus: Ich war die einzige unter 4 Geschwistern,die als Kind ihre Nase in Bücher steckte und
schon fast betteln musste,Abi zu machen,weil ich gern lernte und las.
Manches ist glaub ich echt angeboren und wird nicht von der Umwelt
beeinflusst,so ist es wohl auch mit der Leselust,man kann sie nur fördern,aber nicht aufdrängen.

@Konz:Du hast recht,ich lass ihm jetzt mal seine Comics,besser als gar nicht lesen. :roll: :hallo:
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Beitragvon tentakula » Sonntag 27. Oktober 2002, 18:31

@stephy
nein du bist nicht die einzige, der selten bis nie vorgelesen wurde. bei mir war es nicht anders. Meine Mutter war immer arbeitstätig, und kam spät abends heim, da hatte sie natürlich auch keine lust, mir vorzulesen.

Ich habe auch ziemlich spät angefangen zu lesen. Ich denke so mit 10 jahren. Ich hatte einen längeren Krankenhausaufenthalt, und da wir keinen fernseher im zimmer hatten, und ich die anderen kinder nicht sonderlich mochte (waren mir zu kindisch), hab ich angefangen, Thomas Brezina zu lesen *g* ich glaube die bücher hießen "die knickerbockerbande". Und dann hat es nicht mehr lange gedauert, und ich habe S. King endeckt ;)

Und damit einhergehend, verbesserte sich meine Rechtschreibung, und mein Wortschatz. ich bin von einem dreier in Deutsch auf einen einser gekommen *grins*

Ich denke, wenn mich meine Mutter gezwungen hätte zu lesen, hätte ich sicher auch mit abneigung reagiert. Nicht "du mußt" ist der schlüssel zum Erfolg, sonder "du darfst" (jedenfalls hat das vor kurzen ein prof zu diesem thema so ausgedrückt ;) ). Ich würde einfach sagen: die hoffnung nicht aufgeben! ;) aber nicht pushen *smile*
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Beitragvon Gio » Sonntag 27. Oktober 2002, 18:42

argh, gerade eben habe ich einen sehr langen Text geschrieben und als ich fertig war, also wirklich so gut wie fertig, ist der pc abgestürzt :(

nun in kurz...


und manche Leute gucken so entsetzt(Weil SK = Schund),dann bin ich in deren Auge ein schlechts Vorbild.


ganz unabhängig des Themas... Es ist ganz egal, was die anderen denken. Dein Ruf darf dir nicht wichtiger sein als dein sohn (logisch) :wink:. Tu das, was du Innerlich als richtig empfindest, und nicht das, was die Gesellschaft von dir verlangt. Ist dann natürlich blöd, wenn der Ruf leidet, aber es ist das kleinere übel.

aber wenn ich doch selbst Fan bin?

Das tut dabei nichts zur Sache. Wenn die Eltern gerne rauchen, sollten sie deshalb nicht ihew kinder dazu verführen. Klar ist es schön wenn die kinder in die Fußstapfen der Eltern treten oder wenn sie das selbe begeistert, aber das muss manchmal außen vorgelassen werden, auch, wenns schwer ist.


Findet ihr es unverantwortlich,dass ich meinen Kindern später mal King-Bücher empfehle?


...sop, und jetzt zum Thema Stephen King... na, so schlimm ist er ja nicht. ganz objektiv, nicht jedes Buch von King sollte eine Pflichtlektüre sein. Es hat trotz allem seinen Grund, dass king auch schlecht angesehen wird, seine Bücher stumpfen nunmal ab und man könnte davon angst oder apträume bekommen. Es ist nicht unbedingt sehr fördernd, wenn dein Sohn viel über monster und mord und totschlag liest. Wenn ein kind von alleine besseres, tiefsinnigeres und für seine Entwicklung fördernderes liest, sollte man ihn auf keinen Fall zwingend auf king stupsen. Obwohl er ein guter Autor ist und man als Schriftsteller viel von ihm lernen kann. Man könnte sein Kind bezüglich King "aufklären (das sowieso, das kind sollte sich nicht (ungerechter weise) für seine Eltern schämen), und man sollte ihm das zu lesen geben, was er lesen will (solange man es für ihn nicht als schadend einstuft), ansonstenwird er es vielleicht später erst recht lesen.

Wenn dein Sohn jedoch gar nichts liest, und du lesen wichtig findest, würde ich ihn das spannendste, fesselndste, interessanteste Buch geben, dass du kennst (solange es auch zu ihm passt)... und wenn es von king ist... tja, dann ist es eben von king :P

Und ich persönlich finde king nicht schlimm (solange ein kind alt genug ist und in einem guten familienverhältnissen ist, ansonsten gibt es tausend Sachen, die man verteufeln kann). Man könnte ihn jedoch auch etwas fördernderes anbieten, statt ihn king aufzuzwingen.
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Beitragvon Esprit » Sonntag 27. Oktober 2002, 19:40

Also von Aufzwingen kann niemals die Rede sein!!Ich meine doch nur,er hat ja Zugang zu meinem Bücherregal,und da steht halt überwiegend King
u.s.w.Wenn er da mal Lust hätte,das zu lesen,da stecke ich halt dann im ZWiespalt:Als Bücherfreund würd ich s ihm empfehlen, und mich freuen,dass er was lesen will,als Mutter jedoch davon abraten!(Besonders wenn er noch zu jung dafür wäre) Aber das ist wiederum total unglaubwürdig,wenn ich nicht zu meinen eigene vorlieben stehe.Der Vergleich mit dem Rauchen ist übrigens echt gut.(Bin selbst Nichtraucherin)Obwohl wohl kein Raucher rauchen an sich toll findet. :kiffer4:
Na ja wer weiss,vielleicht les ich in 5 Jahren ja nur noch Schnulzenromane :valantines: und hab gar keine "Minus-Männer,American Psychos,Amoks und Todesmärsche" :laugh: :biggrin: etc bei mir rumstehen... :roll:
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Beitragvon Gio » Sonntag 27. Oktober 2002, 19:53

Also von Aufzwingen kann niemals die Rede sein!!Ich meine doch nur,er hat ja Zugang zu meinem Bücherregal,und da steht halt überwiegend King


war mir schon klar :sweet. Mein Beitrag hört sich ziemlich auf dich bezogen an, ich meins algemein :sweet


Aber das ist wiederum total unglaubwürdig,wenn ich nicht zu meinen eigene vorlieben stehe.


Wenn er alt genug wäre würd ich es ihm schon empfehlen, ich tus ja auch bei meinen Freunden. Du stehst ja zu deinen Vorlieben, findest sie nur für manche nicht passend :sweet. Das war der Hacken bei dem Beispiel mit dem Rauchen, wie du selbst gesagt hast, raucher finden es nämlich nicht toll. Ähm, aber auch da gibt immer noch unglaublich viele "Freunde", die einem zum Rauchen verleiten wollen (falsches Thema :mrgreen:).
Aber als kind/jugendlicher in seiner Entwicklung MUSS es nicht sein, und wie du schon gesagt hast, in seinem aktuellen vielviel zu jungen Alter natürlich auf keinen fall. :sweet

Ich find das schlimm, manche Eltern meiner Freunde setzen ihre vierjährigen kinder mit sich vor den Fernseher wenn sie "ich weiß, was du letzten sommer getan hast" gucken. :(
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Beitragvon Esprit » Sonntag 27. Oktober 2002, 19:59

Tja das gibt es alles,die Zwillinge unsere Nachbarn (Beide 7) dürfen auch alles bis spät in die Nacht gucken :shock: ...Meine beiden werden dann jedesmal neidisch,wenn sie erzählt kriegen...
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Beitragvon tentakula » Sonntag 27. Oktober 2002, 20:02

Esprit hat geschrieben:...,als Mutter jedoch davon abraten!(Besonders wenn er noch zu jung dafür wäre)

...Obwohl wohl kein Raucher rauchen an sich toll findet. :kiffer4:

Na ja wer weiss,vielleicht les ich in 5 Jahren ja nur noch Schnulzenromane :valantines: und hab gar keine "Minus-Männer,American Psychos,Amoks und Todesmärsche" :laugh: :biggrin: etc bei mir rumstehen... :roll:


ich versteh dich, wenn du da in einer zwickmühle steckst. Andererseits, denke ich die jugend von heute kann mit gewalt (und horror) doch besser umgehen, als noch die Vorgeneration. Gewalt ist, leider, zu einer Routine geworden :-/- Täglich werden in den Medien div. "reale" Verbrechen ausführlich behandelt. Ich denke die Jugendlichen stumpfen gegen Gewalt ziemlich ab. Was einen jugendlichen vor 20 jahren noch mehrere eiskalte schauer über den rücken jagte, wird heute schon mehr oder minder als lächerlich abgetan. Ob das eine positive oder negative Entwicklung ist, darüber läßt sich sicher streiten. Es kommt auf das jeweilige Kind an, ob er/sie einen King auch schon in einem früheren Alter lesen kann. Manche kinder sind ihrem alter doch ziemlich voraus ;)

Das Argument mit den Rauchern, kann ich nur bestätigen. Ich bin, leider, Raucher :frown: ich könnte mich heute noch ohrfeigen, dass ich jemals damit angefangen habe :asdf:

Ich hoffe ja für mich, dass ich niemals in diese Zeit komme *g* Wenn ich nur an Rosamunde Pilcher (schreibt man die so?), oder Konsalik (wohin man schaut, immer ist ein arzt dabei) denke, stellen sich bei mir die nackenhaare auf ;)
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Beitragvon Gwenhwyfar » Sonntag 27. Oktober 2002, 20:10

Zum Thema Altersbeschränkung bei Büchern gibt es auch einen Thread, aber egal.
Jep, ist schon eine Zwickmühle, aber ab einem gewissen Alter (so etwa 12) würde ich, wenn mein Kind Interesse an King-Büchern zeigt, die bei mir stehen, ihm gezielt einige zum Lesen geben. Zum Beispiel "Die Augend es Drachen" oder "Der Talisman", mit 12 dürften die nicht zu starker Tobak sein, man liest ja auch im Forum, daß viele in diesem Alter mit King anfingen. Aber wir kommen vom Thema ab, meine Herrschaften. :P
Es gibt wunderschöne, phantasievolle Kinderbücher - müßte eigentlich für jeden was dabei sein, um das Lesen ansprechend zu machen. Damit meine ich jetzt nicht "Harry Potter" - die schon erwähnten Lindgren-Bücher oder Enid-Blyton-Reihen sind eigentlich zeitlos. :sweet
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Beitragvon stephy » Mittwoch 30. Oktober 2002, 17:45

Übrigens ist mir in der vorletzten (oder übervorletzten, wer weiß... hihi) Ausgabe der "Zeit" ein Artikel unter die Augen gekommen, der sich mit dem Thema beschäftigt. Hat ihn jemand auch gelesen? Darin gings darum, daß man so früh wie möglich das Lesen fördern sollte... Und zwar mit Vorlesen. Irgendeine Autorin hat sogar gemeint, daß nur die Eltern, die ihren Kleinen vorlesen, Kinder haben sollten... Ziemlich krass.
Kennt wer den Artikel?

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Beitragvon Esprit » Donnerstag 31. Oktober 2002, 18:31

Das ist ja wohl der Hammer :hammer ,was war denn das für ne Tussi?
Meine Eltern haben mir auch nie vorgelesen,ich wurde trotzdem zur Leseratte...,und sie waren immer für mich da,das ist ja wohl wichtiger.
Oder meinen manche,wenn sie pro Tag einem Kind ne halbe Stunde vorlesen,haben sie genug für die Erziehung getan?Also da gehört doch wohl viel mehr dazu.Interessiert mich echt,was das wieder für ne Klugscheisserin war,womöglich hat sie selbst gar keine Kinder,das sind dann die Schlimmsten,meinen immer Ratschläge geben tzu können,obwohl sie selbst gar keine Ahnung haben tss :bad: :fu:
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Beitragvon Coco » Sonntag 27. Juli 2003, 16:46

Also, unsere Kleine "liest" jetzt schon gerne. Sie sitzt stundenlang da und blättert in ihren Büchern. Seite für Seite und schaut sich auch alles ganz genau an. Ich denke mal, das mit dem Lesen ergibt sich ganz von selbst. Wir lesen viel, sie bekommt es mit, also will sie es irgendwann auch. Wenn man dann die richtigen Bücher hat (also welche, die sie interessieren), wird sie von ganz allein zur Leseratte. Das denk' ich mal ganz einfach so. :roll:
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Beitragvon Friend567 » Sonntag 27. Juli 2003, 17:34

Hmm also meine Eltern haben mir nie irgendwas vorgelesen, ich habe in der ersten Klasse selbst damit angefangen, aber da hab ich nur Märchenbücher und sowas gelesen, später wurden die Bücher dann schon ein wenig jugendlicher und schließlich bin ich bei King gelandet :D :wink:
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Beitragvon Coco » Sonntag 27. Juli 2003, 17:40

Also, meine Mutter muss mir Märchen vorgelesen haben. Ich hab sie nämlich dann immer nacherzählt, in meiner unverwechselbaren Art und Weise. Worüber sie sich heute noch kaputtlachen kann, ist die Geschichte vom Rumpelstilzchen. Am Ende hab ich immer gesagt: Und er packte den linken Fuss mit dem rechten Bein und riss sich mitten entzwei. :oops:

Naja, mit 3 oder 4 Jahren kann man das glaub ich noch verzeihen.
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Beitragvon Marlies » Sonntag 27. Juli 2003, 18:28

Bei mir war's wie bei Coco - ich bekam viele Märchen erzählt und konnte alle Wort für Wort auswendig. Finde es direkt schade, dass ich die meisten vergessen habe und nur die bekanntesten Märchen wie Hänsel und Gretel in meinem Gedächtnis verankert sind.
Und sonst bin auch ich mit Büchern groß geworden. An mein erstes kann ich mich sogar noch erinnern:
Bild

Der vor allem in den 70ern und 80ern sehr beliebte (und heute immer noch aktive) österreichische Kinderbuchautor Franz Sales Sklenitzka war zufälligerweise noch dazu mein Volksschullehrer, und vor allem ihm habe ich es zu verdanken, dass ich so früh in Liebe zum Lesen entbrannt bin. Er hat sogar mal eine Kurzgeschichte über uns als seine Klasse geschrieben und ich war damals irre stolz darauf, in einem Buch namentlich erwähnt worden zu sein. :P

Meine um 6 Jahre jüngere Schwester war erheblich lesefauler als ich und ließ sich nur dazu herab, mal ein Comicheft in die Hand zu nehmen. Fiese große Schwester, die ich nun mal war, wandte ich eine Brutalo-Methode an, um ihr Bücher schmackhaft zu machen. Ich begann ihr eines Abends ein etwas anspruchsvolleres Kinderbuch vorzulesen. Meine Schwester hing atemlos an meinen Lippen. An der spannendsten Stelle brach ich gehässigerweise ab und meinte nur lapidar: "So, das reicht für heute. Ich lese ein anderes Mal weiter. Morgen oder so." :mrgreen: ... Mein Schwesterherz hat mir schreiend und heulend vor Zorn die Unterarme blutig gekratzt bei dem Versuch, mir das Buch zu entreißen. Großzügig überließ ich es ihr und sie verschlang es in einem Rutsch.
Diese Methode mag zwar pädagogisch nicht sehr wertvoll sein, aber sie hatte Erfolg. Dieses Buch war nicht das einzige geblieben. :P
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