Bücherleser=Langweiler?

Rund ums Lesen allgemein

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Bücherleser=Langweiler?

Beitragvon Esprit » Freitag 15. November 2002, 18:06

Wir sind ja alle mehr oder weniger begeisterte Bücherfans und -Leser.
Habt ihr aber manchmal auch das Gefühl,daß das von der Umwelt belächelt wird?Ich meine,wenn ich meine Freizeit am liebsten mit Lesen verbringe,statt irgendwo mich in einem Fitnessstudio z.B. abzustrampeln,ich bilde mir ab und zu ein,dass ich dafür schief angeguckt werde.Auch solche Sprüche wie z.B: "Lesen ,das ist Leben aus 2.Hand",oder "Man lebt sein Leben selbst,und liest nicht,was andere erleben" musste ich mir schon anhören.Habt ihr sowas auch schon mal empfunden?Oder wenn ich zu jemand sage,ich hab keine Lust auf irgendwas,ich will z.B.heute abend nur lesen...dann heisst es gleich:ach wie langweilig!
Dabei kenn ich überhaupt keine Langeweile(ich meine jetzt in der Freizeit),ich kann super gern alleine sein und lesen im Gegensatz zu anderen,die sich überhaupt nicht alleine beschäftigen können,denen gleich die Decke auf den Kopf fällt,wenn sie keine Action haben...
Mich nervt dann jedenfalls total,dass grade die Leute dann verächtlich übers Lesen urteilen und einen noch beinahe als Langweiler hinstellen....
:confused2:
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Beitragvon Schnie » Freitag 15. November 2002, 18:54

Also damit hatte ich noch nie Probleme. Die, die mich kennen, wissen wie ich bin :wink: . Wenn ich tatsächlich ein Langeweiler wäre und das würde jemand zu mir sagen, dann wäre es ja die Wahrheit, aber so...
Ich habe z.B. einige gute Bekannte die in verschiedenen Motorradclubs sind. Einige von denen haben sicher seit der Schulzeit kein Buch mehr gelesen und haben jetzt ganz andere interessen, trotzdem ist noch keinem eingefallen mich Langweiler zu nennen wenn ich mal abends zuhause bleibe und lese, weil..sie kennen mich ja und wissen wer und wie ich bin. Und auf die Meinungen von anderen gebe ich nicht allzuviel.

Gruß, SCHNIE.
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Beitragvon Heiger » Freitag 15. November 2002, 19:04

Ich denke, die gesunde Mischung macht´s. Wenn ich Lust habe, auf den putz zu Hauen, dann mach ich das. Wenn ich aber einfach nur lesen will, dann lese ich eben, egal was irgendwelche andere Leute dazu sagen.

Ich denke eher, dass Leute, die nicht lesen die grösseren Langweiler sind.
Viele Menschen schauen lieber einen Film, anstatt das gleichnamige Buch zu lesen, weil sie da alles vorgekaut präsentiert kriegen. Ein Buch wiederum lässt mich eine Geschichte individuell gestalten. Da kann von Langeweile eigentlich keine Rede sein.

@Esprit Da du nur ca. 8 km Luftlinie von mir entfernt wohnst, kennst Du
das Unterhaltungsangebot bei mir in der Gegend bestimmt auch ganz gut. Und da kommt das Lesen ganz sicher nicht zu kurz ... :P
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Beitragvon MisterQ » Freitag 15. November 2002, 20:23

Ganz ehrlich: Ich würde nie, vorausgesetzt ich habe Lust darauf, meine Abendplanung absagen, weil ich lesen möchte! Wenn ich zuhause bleibe, dann guck ich wohl erstmal fern, wobei es geradezu grandiose Filme gibt, das nur mal so nebenbei...
Und vielleicht ergibt es sich mal, dass ich ein paar Seiten lese, was ich aber sonst eher abends vorm schlafengehen mache.
Sorry, Leute die nur wegen einem Buch an einem Samstag abend zuhause bleiben sind auch für mich Langweiler... :censored:
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Beitragvon stephy » Freitag 15. November 2002, 20:46

Also mir geht's wie Dir, Esprit; ich werde auch gelegentlich als "langweilig" abgestempelt, weil ich saugerne lese und deshalb schon oft die besten Filme im Fernsehen verpaßt habe... :bekloppt: Aber mir ist eigentlich egal, was andere von mir halten. Denn manche meiner Freunde sind schon längst tot (Dostojewski, Poe, Gogol, Böll, Kafka... usw.) und um die muß man sich schließlich auch kümmern... :wink: :mrgreen: Aber erklär' das mal Leuten, die in ihrem Leben noch kein Buch freiwillig angefaßt haben... :schuettel:
hihi.

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Beitragvon Marlies » Freitag 15. November 2002, 20:47

Oh, gut - dann bin ich langweilig, denn ich verzichte gerne mal für ein gutes Buch auf Saturday Night Fever. :mrgreen:
Also in meinem Bekanntenkreis hat mich noch niemand belächelt, weil ich gerne lese. Und was diejenigen Leute betrifft, die immer bloß auf voll fett Action aus sind, sich am Wochenende die Birne zusaufen und vielleicht gerade mal Dieter Bohlens "Nichts als die Wahrheit" für hochgeistige Literatur halten, von denen würde ich mir schon gar nicht erklären lassen, was sinnvolle Freizeitgestaltung ist.
So, und jetzt mach' ich die Kiste hier aus und greif' mir ein Buch.
Wie sagte der österreichische Künstler André Heller so schön: "Die woohren Obenteier sind im Kopf - und sind sie net im Kopf, daunn sind sie nirrrrgendwo!" Oh ja.... :nice:
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Freitag 15. November 2002, 20:52

stephy hat geschrieben: Denn manche meiner Freunde sind schon längst tot (Dostojewski, Poe, Gogol, King, Kafka... usw.)
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Beitragvon stephy » Freitag 15. November 2002, 21:53

Aaah, ok, ich streich mal schnell den King raus, sonst werd ich hier noch verprügelt... :asdf: :bayer:
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Beitragvon Gio » Freitag 15. November 2002, 22:37

Zitat:
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Oder wenn ich zu jemand sage,ich hab keine Lust auf irgendwas,ich will z.B.heute abend nur lesen...dann heisst es gleich:ach wie langweilig!
Dabei kenn ich überhaupt keine Langeweile(ich meine jetzt in der Freizeit)
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*lach* das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Ein Langweilier ist keine Person, die sich langweilt, sondern eine Person, die ANDERE langweilt, weil man mit ihr nämlich als Bsp. nichts machen kann. Weil sie von ihrer Art nicht intererssant, sondern langweilig ist.

@q: ich denke nicht, dass leute langweilier sind, die sich einen Abend mal für sich zeit nehmen und relaxen. Das braucht wohl jeder mal, kann auch sehr schön sein.
...NUR feierhopshopstypen sind langweilig.

Mh, zum Thema... das ist ne gute Frage. Ich stell sie mir auch immer. Wieso lese ich eigentlich, und gucke, was ANDERE tun, obwohl ich doch selber etwas tun könnte? ...wieso gestalte ich mein Leben so langweilig? Mh, wenn ich mir vorstelle, dass ich in dem Rhamen ungefähr weiterlebe, Alt werde und sterbe, weiß ich nicht, ob ich mir dann am letzten Tag sagen kann, dass ich zufrieden damit bin, wie ich mein Leben verbracht habe, und ob ich nichts bereuen würde und anders machen würde. Also, nur reines Bücherlesen ist nichts. Wie heiger sagte, die gesunde Mischung machts. Immer von allem etwas. Aber es ist klar, dass Leser nicht immer gleich langweiler sind.


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Beitragvon Roland of Gilead » Freitag 15. November 2002, 22:39

Ich les King seit ich 16 bin (schon 4 Jahre her!).
Und mir sagten meine Freunde auch manchmal: "Geh doch mal in die Disco! "
Aber da ich von Haus aus sowieso eher ein ruhiger Typ bin,
war und ist mir ein Buch (am liebsten natürlich King :daumenhoch: ) immer noch lieber als ein Discoabend!
Lange Tage und angenehme Nächte,
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Beitragvon Konz » Samstag 16. November 2002, 10:47

ch würd gern was sagen zu den meinungen,das das lesen nur ein eintauchen in die erlebnisse anderer ist und man sich daran ergötzt...das ist nur zum teil richtig...mir ging es bei king oft schon so,das er etwas beschreibt, das ich auch tagtäglich mache...man kann also sagen das man von dem liest was man teilweise auch selber macht....

bestes beispiel von mir: Ich treff mich mit meinen leuten in einer cluiqe die besteht aus 6 Jungs und 1 Mädchen.....na......machts klick bei euch :!: :?: :!: klingt stark nach den figuren eines berühmten kingromans,oder????

Ich glaub damit ist meine meinung genug bewiesen.....

Ach und falls jetzt einer auf ein ereigniss am ende des angesprochenen buches eingeht..... :biggrin: :nice: :D soweit haben wirs noch nicht gebracht
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Bücherleser=Langweiler?

Beitragvon AQ2 » Samstag 16. November 2002, 11:44

Hi,

Ich lese seit zwei jahren wieder so richtig intensiv. Und ich muss sagen das Bücher lesen doch echt klasse ist. Meine Friseuse hat zu mir gesagt sie bewundert Leute die dicke wälzer lesen. Aber selber glaube ich liest sie nicht.

Schade das viele Leute so abweisend daherreden über Menschen die Bücher lesen. Und ich wette wenn sie mal eines wo sie wirklich interressiert in die Hand nehemen dann merken sie bestimmt ,das das doch nicht so schlimm ist wie immer behauptet wird.

Das mit dem [b]Bohlen [/b]Buch finde ich total schwachsinnig. Wenn er wenigstens was geschrieben hätte, wo die Leute wieder zum richtigen lesen animiert hätte, wäre das bestimmt sinnvoller gewesen.

Ich bin zwar alleine aber wenn mich mal meine Schwester wo mit hinnimmt dann gehe ich da schon mit. Mein Buch lese ich halt dann am nächsten Tag weiter. Und wenn ich TV schaue und ein Film ist drann wo ich gerne sehen will schaue ich den auch. Denn wenn die Werbung ist nehme ich mein Buch, und lese bis der Film wieder anfängt. Und so schaffe ich wenigstens etwas zu lesen. Oder ich nehme mein Buch zum Arzt besuch mit wenn ich weis das es länger dauert.

Denn Lesen ist wirklich gut. Vorallem wenn jemand schwach in Deutsch ist, sollte er mal ein Buch nehemen und es lesen. So merkt er sich in sein Unterbewustsein ein was wie geschrieben wird und das ist eine tolle Sache.

Es sollte viel mehr in Schulen gelesen werden. Und nicht nur die Schulbücher sondern auch mal richtige Bücher. So würden viele Jugendliche nicht auf schwachsinn kommen und so die Welt der Bücher wieder richtig zu schätzen wissen.

Denn Lesen ist Macht und Wissen zu gleich. :read:
Wünsche allen Stephen King Fans noch einen schönen Tag.

Aktuelles Buch: Bernhard Werber - Die Ameisen
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Beitragvon Gio » Samstag 16. November 2002, 12:40

Zitat (konz):
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mir ging es bei king oft schon so,das er etwas beschreibt, das ich auch tagtäglich mache...man kann also sagen das man von dem liest was man teilweise auch selber macht....
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*lach*klar, und jede Person, die zwei Beine und ne Nase hat, ist in gewisser Weise ja auch du. :P
Also, dein Beispiel finde ich da nicht besonders überzeugend... während du liest, elebst du es ja nicht real.

Zu aq
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Beitragvon tentakula » Samstag 16. November 2002, 20:19

ich kenne das auch aus meiner umwelt *smile* ich habe auch öfters in der Schule gelesen (bei so langweiligen fächern wie Bwl und rechnungswesen, wundert das ja keinen, oder?) naja, jedenfalls, haben viele meiner mitschüler es überhaupt nicht verstanden, dass ich von einem buch so fasziniert sein konnte, dass ich es bei jeder nur möglichen gelegenheit weitergelesen habe.

heute habe ich es mir zur angewohnheit gemacht, auf den weg zur arbeit zu lesen, und die blicke der anderen passanten sind einfach göttlich *g* als käme ich vom mars oder so *kopfschüttel* aber da ich mich noch nie um die meinung anderer gekümmert habe, finde ich es nur amüsant, sonst auch nichts. :cool:

Und obwohl ich viel lese, würde ich mich nicht als langweiler bezeichnen. ist es wirklich soviel aufregender in diverse discos herumzustrolchen und minderjährigen halbstarken dabei zuzusehen, wie sie sich niedergießen? oder in den literarischen Ergüsse eines Schriftstellers zu schwelgen? es ist ja nicht so, dass ich nicht auch gern mal weggehe, aber ich genieße meine leseabende genauso. Jedem das seine würde ich einfach sagen.
Your cruel device
Your blood, like ice
One look could kill
My pain, your thrill

(Poison, Alice Cooper)
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Samstag 16. November 2002, 20:32

Lesen hat nichts mit Langeweile zu tun. Langeweile bedeutet eher vollkommen passiv zu sein (beim Lesen dagegen wird aktive Gehirnleistung vorausgesetzt) oder keine Beschäftigung zu finden.
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