Figuren Glaubwürdig erscheinen lassen

Tipps, Tricks und Infos rund ums schreiben

Moderator: Ginny-Rose_Carter

Figuren Glaubwürdig erscheinen lassen

Beitragvon Ageless Stranger » Sonntag 23. Februar 2003, 17:01

Damit hab ich andauernd Probleme...was tut ihr, wenn ihr eure Figuren glaubwürdig erscheinen lassen wollt? (ich "erschaffe" meistens hochintelligente Kleinkinder, die nun entweder unglaubwürdig sind, oder bald mein Markenzeichen werden...)
eicht es euch, einfach nur Menschen zu beobachten, oder habt ihr noch andere Tricks?
Ageless Stranger
Des Lesens mächtig
 
Beiträge: 22
Registriert: Montag 16. Dezember 2002, 08:29
Wohnort: Ende der Lichtung

Beitragvon stephy » Sonntag 23. Februar 2003, 17:03

Hm. Keine Ahnung. Ich sag immer; man kann alles beschreiben, wenn es nur glaubwürdig rüberkommt oder so... :) Aber das ist schon schwer.
Ich finde, man sollte versuchen, das Beste zu geben, dann wird das schon. Und wenn nicht, dann sollte man vielleicht über etwas schreiben, wovon man sicher ist, daß man es eher bzw. besser hinbekommt.

Ach, oje, ich kann grade nicht denken... :bekloppt:
... die gleich tot in Ohnmacht fällt
Benutzeravatar
stephy
Literaturkritiker
 
Beiträge: 1040
Registriert: Montag 26. Februar 2001, 01:01
Wohnort: Nürtingen

Beitragvon Louis » Dienstag 3. Juni 2003, 14:53

Meiner Meinung nach hat jede Figur oder Person eine 'Persönlichkeit', die ihm der Autor gibt. Daher muss man jeden so akzeptieren und ausserdem: Wenn hochintelligente Kinder gut in die Story passen, ist alles ok(Ich finde inteligennte interessant). :D :D
Bye Louis
Jedem das seine!
Benutzeravatar
Louis
Bücherwurm
 
Beiträge: 191
Registriert: Montag 2. Juni 2003, 13:31
Wohnort: NRW, Goch

Beitragvon CatInside » Freitag 13. Juni 2003, 12:37

Ich glaube, um den Personen Tiefe und Glaubwürdikeit zu verleihen ist es besser zu schreiben was sie tun, als zu schreiben, wie sie sich fühlen oder was sie glauben. Und sehr wichtig ist meiner Menung nach auch, dass man sie reden lässt, in der Nase bohren und heimlich furzen. Wenn ich über einen Teenager schreibe und zum Ausdruck bringen will, dass er ein kleiner Macho ist, schreibe ich nicht, dass er sich auf seinem Skateboard cool fühlte und die Blicke der Mädchen spürte. Dann schreibe ich wohl eher, wie er auf seinem Brett dahinrollt, langsam und grinsend, aufrotzt und ausspuckt und sich lässig die runterrutschende Baggy an den Gürtelschlaufen hochzieht. So habe ich gleich mehrere Sachen auf einmal erledigt: ich habe ihn in Bewegung, beschreibe was er anhat, dass er ein bißchen ne Sau ist und sich gut vorkommt...
Aber um Gottes Willen nichts reininterpretieren.

lg/CatInside
CatInside
Des Lesens mächtig
 
Beiträge: 5
Registriert: Mittwoch 11. Juni 2003, 15:02
Wohnort: Wien

Beitragvon stark » Samstag 28. Juni 2003, 15:09

Ich finde ja, das gerade gedanken den Peronen tiefe verschaffen. Natürlich kann man nicht immer nur gedanken niederschreiben, sondern muss sie auch mal was tun lassen, aber mit gedanken kann man dinge über personen sagen, was mit keiner geste der Welt gelingen würde.
Kein Angenehmer Zeitgenosse
Benutzeravatar
stark
Des Lesens mächtig
 
Beiträge: 31
Registriert: Mittwoch 7. August 2002, 12:46
Wohnort: Sunneviertl

Unglaubwürdig

Beitragvon Eddy Baur » Montag 30. Januar 2006, 11:45

Hi,

Ich weiss nicht, ob ich mir das auch nur einbilde, aber in fast jeden Text den ich schreibe, kommen ständig unglaubwürdige Dialoge etc. vor. Häufiger, wenn ich in der Ich-Form schreibe. Habt ihr das auch? Was macht man dagegen?
Benutzeravatar
Eddy Baur
Bücherwurm
 
Beiträge: 249
Registriert: Montag 21. November 2005, 18:44
Wohnort: Grönland

Beitragvon kingdom » Montag 30. Januar 2006, 11:50

Ich überlege, was ich sagen würde, wnn ich diese oder jene Person wäre und eben, was man mir antworten würde ... natürlich spielt der verlauf der Story eine entscheidende Rolle ...
vielleicht hilft es, wenn du darauf verzichtest, dialoge einzubauen, die für die story unwichtig sind.
kingdom
Bücherwurm
 
Beiträge: 165
Registriert: Donnerstag 13. Oktober 2005, 14:13

Beitragvon Eddy Baur » Montag 30. Januar 2006, 12:19

Hm, ja aber das ist nicht nur bei den Dialogen so. Oft ist die komplette Story unglaubwürdig. Die Idee ist zwar gut, aber die Umsetzung unglaubwürdig.
Benutzeravatar
Eddy Baur
Bücherwurm
 
Beiträge: 249
Registriert: Montag 21. November 2005, 18:44
Wohnort: Grönland

Beitragvon kingdom » Montag 30. Januar 2006, 12:23

Das meiste von King ist auch nicht sehr glaubwürdig ... und gerade das macht es interessant, eben weil es nicht gewöhnlich ist.
Hauptsache du weckst Emotionen (Spannung, (schaden-)freude, Angst usw.) und sorgst für gute Unterhaltung!
kingdom
Bücherwurm
 
Beiträge: 165
Registriert: Donnerstag 13. Oktober 2005, 14:13

Beitragvon forsakingmax » Montag 30. Januar 2006, 12:57

Der alte Mann hat schon recht: wenn die Dialogue unglaubw. sind, ist die ganze Story im Eimer. Aber wenn du diese Unglaubwürdigkeit erkennst, hast du schon gewonnen: ändere es einfach so ab, wie echte Menschen reden würden.
MFG Markus

Bild
Das Wakan-Tanka.
forsakingmax
Leseratte
 
Beiträge: 322
Registriert: Montag 23. Februar 2004, 11:55
Wohnort: Graz

Beitragvon Eddy Baur » Montag 30. Januar 2006, 13:13

Jupp, nur manchmal fällt mir absolut nicht ein, wie sich ein echter Mensch in dieser und jenen Situation ausdrücken würde. Aber ich denke mit der Zeit lernt man sowas.
Benutzeravatar
Eddy Baur
Bücherwurm
 
Beiträge: 249
Registriert: Montag 21. November 2005, 18:44
Wohnort: Grönland

Beitragvon kingdom » Montag 30. Januar 2006, 13:27

Klar, Dialoge tragen die Story und zwar nur Dialoge ... also lass sie zweckmäßig sein, dann wird das schon und vor allem: hör auf, beim schreiben zu grübeln, schreib einfach! je intuitiver, desto besser!
Nachbessern kannst du immernoch ...
kingdom
Bücherwurm
 
Beiträge: 165
Registriert: Donnerstag 13. Oktober 2005, 14:13

Beitragvon forsakingmax » Montag 30. Januar 2006, 19:52

Um Dialoge schreiben zu erlenen gibt's nur eion wirksames Mittel: viel, viel Lesen!
MFG Markus

Bild
Das Wakan-Tanka.
forsakingmax
Leseratte
 
Beiträge: 322
Registriert: Montag 23. Februar 2004, 11:55
Wohnort: Graz

Beitragvon Bangor » Montag 30. Januar 2006, 20:10

Meiner Meinung nach sollten Dialoge nicht ausschließlich authentisch sein.
Wenn man mit dem Gedanken da ran geht "was würden die Menschen jetzt wirklich real in diesem Augenblick sagen", kann man doch schon die ganze Stimmung kaputt machen.

Ich stelle mir folgende Szene vor:
Zwei Männer kommen nachts aus der Kneipe und gehen die Straße entlang.
Plötzlich kommt ein UFO mit hell gleißendem Licht.
Dialog authentisch:

Mann 1: Ääääyy, was ist das denn?
Mann 2: Uuuääääh....
Mann 1: Scheiße!
Mann 2: Ist das ein UFO?????
Mann 1: Sieht echt so aus... aaaah
Mann 2: (weint und schluchzt vor Schock, während er sich einnässt)
Mann 1: ruft pausenlos Scheiße...

Wie soll ein Dialog sein, wenn eine unrealistische Szene, eine unrealistische Geschichte stattfindet?

Ich glaube für flüssige Dialoge gibt es kein Patentrezept. Das ist Talent.

(Bitte nicht sooo wörtlich nehmen. Ich übertreibe ein wenig)
Bangor
 


Zurück zu Das Autoren Forum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron