das ICH-DU-ER-SIE-ES-Problem

Tipps, Tricks und Infos rund ums schreiben

Moderator: Ginny-Rose_Carter

das ICH-DU-ER-SIE-ES-Problem

Beitragvon heidl » Donnerstag 29. Mai 2003, 13:29

Findet ihr nicht auch, dass man, wenn man selbst schreibt, die Sätze viel zu oft mit Ich, Du, Er,....etc beginnt? Irgendwie tu ich mir da ur schwer und versuch oft die Sätze bewusst anders zu schreiben damit ich nicht ständig mit diesen wörtern anfangen muss. wenn in der ersten person schreibt fällt dieses problem ja großteils weg aber bei erzählungen ist es schon so dass mir das selbst auffällt, wie oft ich das benutze.

ich hab hier mal eine story von mir angehängt... erst 2 kapiteln und sie trägt den geheimnisvollen namen "Bathory". Kenner werden sich auskennen....
wär schön ein paar meinungen zu lesen.
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Beitragvon Louis » Donnerstag 5. Juni 2003, 20:24

Nenne die Personen doch mal mit dem namen oder schreibe: "sein Bruder" oder "Die vier Freunde" oder "Der Besitzer dessen..."
Ich habe auch ständig Probleme damit gehabt, aber mittlerweile muss ich nicht groß drüber nachdenken. Nenne die Person doch mit bestimmten Merkmalen, die kein anderer in der Story hat, z.B.: "Otto staunte. Der Mann, der immer pinke Hosen trug, ..."
Ich finde es ganz easy. Mich wundert, dass scheinbar keiner dieses Problem hat, sonst wären hier bestimmt schon Einträge, oder nicht? :( Bye Louis
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Beitragvon stark » Montag 23. Juni 2003, 15:47

Also ich hatte eigentlich nie probleme damit, Ich beginne auch mit bestimmten merkmalen, finde das kommt am besten rüber.
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Beitragvon zippolo » Samstag 21. August 2004, 19:51

ich finde es eigentlich egal
es kommt bei mir ziemlich oft vor, mehrere male hintereinander ich oder er zu schreiben
und ich finds nicht so schlimm
wenn ich bemerke, dass ich schon zweimal ein persönliches fürwort hat ( was man eigentlich nicht sollte; beim schreiben sollte man nicht stehenbleiben ), schreib ich halt nochmal eins, wenns so besser klingt!
ich schreibe lieber drei mal "er ging..", statt einmal: der besitzer der triefenden nase ging.. oder so :wink: ( ist halt nur ein blödes beispiel ( ein sehr blödes! ( das man, wenn, nur bei humorvollen texten verwenden darf )))

bei der ich-perspektive hat man aber auch nicht viele möglichkeiten..:?

und versuchen, sätze wegen formalitäten bewusst anders zu schreiben, macht meiner meinung nach viel kaputt
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Beitragvon Dawn » Sonntag 22. August 2004, 20:12

hm.. also das problem hatte ich nie.. ich mein wurd mir auch in der grundschule gut eingebläut, dass man das nicht so macht :laugh:
hm ka... aber wenn man da voll drauf achtet, kann man sichs bestimmt auch antrainieren :roll:
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Beitragvon Hanrahan » Samstag 25. Dezember 2004, 20:14

zippolo hat geschrieben:und versuchen, sätze wegen formalitäten bewusst anders zu schreiben, macht meiner meinung nach viel kaputt


Das ist wohl war. Ich hatte das bei einer Kriminalgeschichte (für die Schule) bei meinem Konzept gemacht. Klang furchtbar. Ich finde es dann schlimmer, wenn man zehnmal hintereinander "er ging" schreibt.
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Roman: Ich-Form oder nicht?

Beitragvon Eddy Baur » Freitag 27. Januar 2006, 16:17

Was ist eurer Meinung nach besser? Ich weiß, daß es ganz auf der Story ankommt. Ich schreibe gerade an einer etwas kranken, skurillen Story, die meiner Meinung nach viel besser in der Ich-Form ankommt, weil man so viel mehr Slapstick usw. einfügen kann. Aber so wie ich gehört habe, haben Storys in der Ich-Form (gerade wenn es ein Unbekannter schreibt) verdammterweise sogut wie überhaupt keine Chance bei Verlagen.

Wie seht ihr das?
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Beitragvon forsakingmax » Freitag 27. Januar 2006, 17:06

Also "Das Wakan-Tanka" ist ein aktuelles Beispiel, das es in der Ich-Form geschafft hat ;-) Also ehrlich: Ich weiß, dass Stories in der ich-Form von (großen) Verlagen nicht gerne gesehen werden, ich persönlich finde diese Stories aber immer viel überzeugender. Ich lese auch selsbt lieber Stories aus der Ich-Form (Bsp.: Dean Koontz: "Life Expectancy" und "Velocity"). Meine besten Kurzgeschoichten sind auch in der Ich-Form ("Die Plantage" hat auf kurzgeshcichten.de die besten kritiken und sogar eine Empfehlung bekommen...das hab ich zeurst mit 3rd-Person Stories noch nie geschafft!).

Wenn du also an einer geilen Ich-Story schreibst, mach nur weiter und lass ich nicht aufhalten. Ist doch verdammt geil!
MFG Markus

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Das Wakan-Tanka.
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Beitragvon Eddy Baur » Freitag 27. Januar 2006, 17:21

forsakingmax hat geschrieben:Also "Das Wakan-Tanka" ist ein aktuelles Beispiel, das es in der Ich-Form geschafft hat ;-) Also ehrlich: Ich weiß, dass Stories in der ich-Form von (großen) Verlagen nicht gerne gesehen werden, ich persönlich finde diese Stories aber immer viel überzeugender. Ich lese auch selsbt lieber Stories aus der Ich-Form (Bsp.: Dean Koontz: "Life Expectancy" und "Velocity"). Meine besten Kurzgeschoichten sind auch in der Ich-Form ("Die Plantage" hat auf kurzgeshcichten.de die besten kritiken und sogar eine Empfehlung bekommen...das hab ich zeurst mit 3rd-Person Stories noch nie geschafft!).

Wenn du also an einer geilen Ich-Story schreibst, mach nur weiter und lass ich nicht aufhalten. Ist doch verdammt geil!


Ja, dein Wakan-Tanka. Ich hab mir die Probe hier im Forum durchgelesen und war beeindruckt, wie gut sich das ließt. Ich sagte mir - sowas will ich auch machen. Ehrlich, so wars.

Wieso sehen die das eigentlich nicht gerne? Was ist so schimm an der Ich-Form?
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Beitragvon Marc » Freitag 27. Januar 2006, 18:46

Ich denke Ich- Form oder nicht ist scheiß egal.
Entschuldigung für den Ausdruck, aber es ist wirklich so.
Zwei Prominente Beispiele, die wirklich jeder, und damit meine ich wirklich JEDER, der sich ernsthaft mit Horrorliteratur beschäftigt kennt:

1. Howard Phillip Lovecraft:
Er hat mit seinem Cuthulu- Mythos wirklich großes für das Horror- Genre
geleistet und er hat NUR in der ersten Person seine Geschichten erzählt und
das wirklich veradmmt gut. Übrigens hat sein wohl noch berühmteres Vorbild
Mr. Edgar Allan Poe es ebenso gehandhabt.

2. Jemand den ich eigentlich gar nicht erst erwähnen müsste, so bekannt ist
er:
Stephen King.
Wie wir alle wissen sind Kings Romane so gut wie immer in der dritten
geschrieben und über die Qualität seiner Storys brauche ich wirklich kein
Wort zu verlieren.

Ergo: wenn du denkst eine Geschichte in der ersten Person singular schreiben zu müssen, dann tu es! Wenn du meinst es funktioniert in der dritten Person besser, dann mach es eben auf diese Weise und wenn du mit beidem nicht glücklich bist, sei kreativ und mische beide Formen.
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Beitragvon Gio » Freitag 27. Januar 2006, 21:39

Ich denke Ich- Form oder nicht ist scheiß egal.


Nee, isses nicht. Weil beide Formen ganz, GANZ große Vor- und Nachteile haben. Es kommt NUR auf die Geschichte an, wie man schreiben will. Das Ziel ist entscheidend, die Länge, die Hauptperson, der Verlauf, die Struktur... einfach alles.

Wenn man in der Ich-Form schreibt, gibt man sehr viel aus der Hand. Das bedeutendste ist dabei wohl die Vielseitigkeit. Ich zum Beispiel störe mich sehr oft an personalen Erzählern, die - meiner Meinung nach - denen in der Ich-Form sehr nahe kommen. Man kann keine Zeitsprünge - und vor allem keine zwischen verschiedenen Charakteren - vornehmen, da man nur an eine Person gebunden ist. Somit ist die Geschichte meistens durch einen chronologischen Verlauf geordnet und beinhaltet eine Odyssee der Hauptperson, sowie eine "gewöhnliche" Erzählstruktur. Und im Gegensatz zum Personalen Erzähler hat der Ich-Erzähler nur den Vorteil, der Hauptperson mehr Charakter zu verleihen. Denn nichts kommt an eine direkte Verbindung zwischen der Hauptperson und dem Leser heran. Der mittelnde Autor ist somit garnicht mehr vorhanden, und allein im Sprachstil drückt unglaublich viel über den Protagonisten aus. Angstgefühle, Bedrückung, Traurigkeit... alles gut darüber möglich. Wahnvorstellungen, Irreführungen... und sehr eigene Stilwahl. Als Ich-Erzähler muss man sich an wenig regeln halten. Dafür ist man aber (so gut wie immer) auch nur auf diesen Horizont beschränkt.
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Beitragvon das Teufelchen » Montag 30. Januar 2006, 07:48

*hüstel* Dazu gibts auch das "Das ICH-DU-ER-SIE-ES-Problem"-Thema *hüstel*

Ich schreibe nicht gerne in der Ich-Form. Und wenn dann nur als Einleitung. Der Protagonist spricht ein paar Worte persönlich an den Leser... Aber das ist bei mir vielleicht jetzt, lasst mich überlegen ... zwei Mal ... vorgekommen?!

Bei der Er/Sie/Es Erzählung kann man sich in die betreffende Person hineinversetzen, bei der Ich-Erzählung ist man praktisch diese Person. Um in die Geschichte rein zu kommen, muss man sich mit der Person identifizieren, so sehe ich das. Und das ist ein verdammt hartes Stück Arbeit für den Autor, das beim Leser zu bewirken!
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Beitragvon Woerterschmied » Samstag 17. Februar 2007, 20:26

ich gebe den figuren immer frühstmöglich viele eigenschaften mit auf den weg, dann kann man schnell passende bezeichnung für ein und die selbe figur finden:

-sie sagte
-die engländerin sagte
-die gutbetuchte ältere dame sagte
-er fragte: "bist du verrückt?". die verrückte sagte: "ja."
"Ein Schriftsteller ist ein Mensch, der seinem Verstand beigebracht hat, sich unanständig zu benehmen." (Michael Noonan, aus "Sara")
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Beitragvon stephy » Sonntag 18. Februar 2007, 00:21

wörterschmied; und wie hältst du es mit ich-perspektiven beim schreiben? ;)

ich hab dagegen überhaupt nichts, im gegenteil; würde sagen, das kommt völlig auf die geschichte an, welche erzählperspektive man wählt. man kann auch bei ich-perspektiven ziemlich vielschichtig sein; wer sagt denn, daß man in einem roman oder eine geschichte nur eine ich-perspektive zu benutzen hat? wer sagt, daß man nicht zwischen den einzelnen perspektiven wechseln kann?

ok, bin auf dem trip der experimentellen literatur, man merkts mir wohl an... :P
... die gleich tot in Ohnmacht fällt
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Beitragvon Nimrod » Sonntag 18. Februar 2007, 00:31

Schau sich doch mal einer Bret Easton Ellis an. Der schreibt fast ausschließlich in der Ich-Perspektive, und hat auch keion Problem damit,mal den Protagonisten zu wechseln (Rules of Atraction).
Trotzdem großartige Bücher...
Lasciate ogni speranza, voi ch' entrate ! ! !

Dante Alighieri (1265-1321)

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