Das Kribbeln in den Fingern

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Moderator: Ginny-Rose_Carter

Das Kribbeln in den Fingern

Beitragvon heidl » Montag 23. Februar 2004, 11:35

kennt ihr das... es regnet draussen und herinnen gibt es nichts zu tun. ihr habt grad ein buch fertig gelesen und jetzt denkt ihr die ganze zeit an euer eigenes buch. eure eigene geschichte, die nur drauf wartet wieder weitergeschrieben zu werden. die leute, eure leute in dem roman gehen euch schon richtig ab, ihr habt mit der zeit immer bessere ideen gesammelt und richtig das gefühl, dass es diesmal was besonderes, was gutes wird!
aber trotzdem setzt ihr euch nicht hin und beginnt zu schreiben. aus angst das ganze zu vermasseln und euren "freunden" ein falsches leben einzuhauchen. die angst, dass euch eure geschichte aus den händen gleitet!

ich hab jetzt keine frage und auch kein interessantes diskussionsthema aber ich wollte einfach nur mal schreiben was ich mir grade denke.

überlegt ihr euch eigentlich auch den gesamten verlauf der story im vorfeld? baut immer mehr verschachtelungen ein und momente - ganz besondere momente - die nahezu perfekt erscheinen.
es ist schon schwierig allzuviele (verschiedene) charaktere einzubauen und darauf zu achten dass sie glaubwürdig und trotzdem nicht klischeehaft erscheinen. und dass sie sich in ihren handlungen selbst treu bleiben. ich hab bis jetzt nur den hauptcharakter und scheue mich davor die nebencharaktere vorzustellen. vielleicht werden sie ganz anders als ich das geplant habe.
aber ich hab die story schon so weit durchgedacht und mir notizen gemacht und sogar ein fantastisches ende, dass es einfach zu schade ist, diese geschichte nicht zu erzählen.
ich sollte mich einfach hinsetzen und meiner hauptfigur zuhören was sie mir zu erzählen hat. warum tu ichs dann nicht?
schreiben ist einfach genial aber irgendwie schon eine gratwanderung, findet ihr nicht?
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Beitragvon forsakingmax » Montag 23. Februar 2004, 12:16

Bei mir ists auch immer so, dass ich entweder ein Buch lese (von King oder Koontz) und dann sofort selbst einens schreiben will (aber nichts abkupfern etc) oder dass ich ein Erlebnis habe. IM Falle der Story "Minima De Malis" hab ich in meinem Wohnhaus einen Brief entdeckt, daraus ist die Story entstanden (auf www.stillewasser.at downloadbar).

Ich überlege mir nie die gesamte Story, und schon gar nicht das Ende. Ich habe meistens eine Idee, und um diese herum bau ich mir eine Geschichte, die trotzdem so gut wie nie aufgesetzt wirkt. Du hast Recht, desto mehr Charaktere, desto schwieriger wird es, die ganze Sache konsistent zu halten.

Mir kribbelt es schon wieder in den Fingern...
MFG Markus

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Beitragvon Errero » Samstag 14. August 2004, 22:24

Ich plane meine Story im Voraus und notiere mir auch schon Feinheiten, die ich für wichtig halte. Irgendwann (wenn ich es gut mache) entwickeln meine Protagonisten ein Eigenleben und wenn sie dann an einer Stelle herauskommen, wo ich überhaupt keinen Ausgang geplant habe, dann hab ich was falsch gemacht. Ich erstelle gern Charakterbilder und Lebensläufe für meine Protagonisten, das gibt Sicherheit.
Und wenn es kribbelt in den Fingern... gewinnt bei mir immer das Kribbeln, egal wie günstig oder ungünstig es kommt.
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Beitragvon Twinner » Freitag 20. August 2004, 16:26

Mir gehts ab und an wie dir Heidl, dass sich zwischen den Schreibphasen längere Pausen einschleichen. Das passiert meistens dann, wenn es bei längeren Erzählungen zum Zusammenführen der Handlung kommt...
Solche Unterbrechungen nutze ich meist, um an der Konkordanz zu arbeiten, woraus auch noch eine Erweiterung der Handlung erfolgt (wenn die Muse es will :mrgreen: ).
Die Glaubwürdigkeit der Charaktere: das ist des Pudels Kern.
Zumindest hat mir ein bisschen Abstand zur aktuell entstehenden Geschichte nocht nicht geschadet.
Im Übrigen geht es mir ähnlich wie Max. Mit einer Idee schreib ich drauf los und schau, was meine Protagonisten tun. Außer bei Kurzgeschichten bis so ca. 8000 Wörtern habe ich selten von Anfang an ein bestimmtes Ende im Auge.
Wenn es dann in den Fingern kribbelt, ist es ein schönes Gefühl; genau so, wenn man die geschriebenen Seiten ausgedruckt in Händen hält :D .

In diesem Sinne
Das Schlimme an einer Illusion ist der Schmerz, wenn sie einem als solche bewusst wird.
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Beitragvon MichaelH » Samstag 28. August 2004, 00:46

Mir geht es auch oft so wenn ich ein gutes Buch (fertig-) gelesen habe. Aber meistens fehlt es an der nötigen Kreativität. Ich habe vielleicht ein interressante Idee. Doch dann gelange ich irgendwie immer wieder auf die Schiene des Autors :roll:
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Beitragvon Pholi » Freitag 22. Oktober 2004, 12:37

MichaelH hat geschrieben:Mir geht es auch oft so wenn ich ein gutes Buch (fertig-) gelesen habe. Aber meistens fehlt es an der nötigen Kreativität. Ich habe vielleicht ein interressante Idee. Doch dann gelange ich irgendwie immer wieder auf die Schiene des Autors :roll:
Das kenne ich - nur zu oft kopiert man auch den Stil eines Autors, wenn man ein Buch liest, aber auch an einer eigenen Geschichte schreibt. Ich finde, dass man, sobald man zu sehr eine andere Geschichte nachahmt, lieber noch einmal beginnen sollte, vielleicht mit gewissem Zeitabstand!
Tot? Auch nur ´ne weitere Geschichte ..
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Beitragvon MPretender » Samstag 23. Oktober 2004, 00:25

Ja, mir geht es auch immer so, dass ich direkt losschreiben könnte, wenn ich ein Buch lese bzw. durchgelesen habe. Habs auch das eine oder andere Mal probiert, aber irgendwie kam immer so etwas ähnliches dabei raus, wie das was ich gerade gelesen habe :nice:
Die besten Geschichten fallen mir auch ein, wenn ich gar nicht großartig darüber nachdenke. Dann läufts von alleine 8)
Aber so eine Eigenheit von King habe ich mir auch schon angwöhnt. Ich durchforste jeden Abend meine "Filter" und gucke was so hängengeblieben ist. Alle, die das Vorwort von "Nachtschicht" gelesen haben, dürften jetzt wissen was ich meine :mrgreen:
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Re: Das Kribbeln in den Fingern

Beitragvon Eddy Baur » Freitag 27. Januar 2006, 12:49

heidl hat geschrieben:kennt ihr das...


Ja, könnte ein Anzeichen von Arthrose sein.
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