Copyright

Tipps, Tricks und Infos rund ums schreiben

Moderator: Ginny-Rose_Carter

Beitragvon kingdom » Donnerstag 26. Januar 2006, 21:55

zahlt King auch für die Zitate?

:evil: Find das doof, das man da überhaupt was zahlen muss :evil:
kingdom
Bücherwurm
 
Beiträge: 165
Registriert: Donnerstag 13. Oktober 2005, 14:13

Beitragvon Marc » Donnerstag 26. Januar 2006, 22:14

Bei Leuten wie KIng ist es dann wohl schon eine Ehre, vom meister des modernen Gruselmärchens zitiert zu werden.
Wenn es nicht so ist, hat King trotz allem Geld genug, um es sich leisten zu können.
Benutzeravatar
Marc
Leseratte
 
Beiträge: 294
Registriert: Freitag 23. September 2005, 17:02
Wohnort: Aachen

Beitragvon Livia » Freitag 27. Januar 2006, 07:24

Hallo und guten Morgen ihr Lieben,

Find das doof, das man da überhaupt was zahlen muss


Mein Mann war gestern richtig empört ;)
Er ist, wie ich übrigends auch, der Meinung, das ein solches "Benutzen" fremder Zitate mit Quellangabe auch immer eine Art der Werbung darstellt .......... nur in diesem Falle hätte ich geworben und dafür noch kräftig löhnen dürfen :lol:

Wie blöd muss man sein ;)

Ich denke, Autoren einer gewissen Größe brauchen für Zitate anderer nichts mehr zahlen, denn hier wieder ->Werbung!!

Dennoch denke ich ist es sehr wichtig zu Wissen, das es selbst mit Angabe der Quelle ein Schuss nach Hinten sein kann.
Ich hätte mich auf jeden Fall rechtlich Abgesichert, auch bei einer Zusage "ja, mach man". Denn sowas gibt vielleicht später mal ärger, wenn die Verkaufszahlen stimmen, und der Uerheber dann auch ein Stück vom Kuchen möchte ;)

Sicher ist sicher :D

Liebe Grüße
Livia
Benutzeravatar
Livia
Des Lesens mächtig
 
Beiträge: 37
Registriert: Sonntag 23. Januar 2005, 12:43
Wohnort: NRW

Beitragvon das Teufelchen » Montag 6. Februar 2006, 15:50

mich würde mal interessieren, ob man bekannte Zitate auch etwas umformulieren darf, und sie dann eben nicht mehr kostenpflichtige Zitate sind.

Zum Beispiel habe ich letztens ein Zitat von Karl Kraus gelsesn: "Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten."

Das würde gut zu einer Geschichte passen, die ich geschrieben habe. Aber wir wissen ja - kostet Geld.

Was wäre jetzt, wenn ich schreiben würde (innerhalb eines Dialoges):
"Für unser Volk steht die Sonne bereits so niedrig, dass selbst die kleinsten Geschöpfe einen langen Schatten werfen", sagte er traurig.

Hört sich doch fast genauso professionell an, aber erkennt man noch das Ur-Zitat?
Des Teufelchens neuer Aufenthaltsort:

Fräulein Drache @ home

Facebook
Benutzeravatar
das Teufelchen
Bücherfetischist
 
Beiträge: 587
Registriert: Dienstag 19. März 2002, 01:01
Wohnort: München

Beitragvon Eddy Baur » Montag 6. Februar 2006, 17:45

das Teufelchen hat geschrieben:mich würde mal interessieren, ob man bekannte Zitate auch etwas umformulieren darf, und sie dann eben nicht mehr kostenpflichtige Zitate sind.

Zum Beispiel habe ich letztens ein Zitat von Karl Kraus gelsesn: "Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten."

Das würde gut zu einer Geschichte passen, die ich geschrieben habe. Aber wir wissen ja - kostet Geld.

Was wäre jetzt, wenn ich schreiben würde (innerhalb eines Dialoges):
"Für unser Volk steht die Sonne bereits so niedrig, dass selbst die kleinsten Geschöpfe einen langen Schatten werfen", sagte er traurig.

Hört sich doch fast genauso professionell an, aber erkennt man noch das Ur-Zitat?


Erkennen sicherlich, aber scheiß rauf. Ich mach das nach Belieben genauso.

Hach Kinners, wat ihr euch für Jedanken macht ...
Benutzeravatar
Eddy Baur
Bücherwurm
 
Beiträge: 249
Registriert: Montag 21. November 2005, 18:44
Wohnort: Grönland

Beitragvon Eddy Baur » Donnerstag 2. März 2006, 22:04

Ahja, jetzt hab ich das gleiche Problem. Ich hab einen Spruch von Victor Hugo, der wie die Faust aufs Auge in einem Abschnitt passt.

Tja, was mach ich denn jetzt? Was mach ich denn jetzt!
Benutzeravatar
Eddy Baur
Bücherwurm
 
Beiträge: 249
Registriert: Montag 21. November 2005, 18:44
Wohnort: Grönland

Urheberrecht-Ende der Kreativität?

Beitragvon Delorian Jain » Donnerstag 4. Januar 2007, 22:39

In einem Interview über das Urheberrecht wurde der amerikanische Rechtsprofessor Lawrence Lessig befragt, welchen Standpunkt er dazu vertritt.
Zum Interview:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/62/95966/

Er bringt mit seinem Standpunkt eine ganz neue Kontroverse zum Thema Urheberrecht auf. Er ist der Begründer der Initiative Creative Commons, einer Non-profit-Organisation die sich für die Erhaltung der öffentlichen Informations-Ressourcen für die Wissensgesellschaft einsetzt.
http://de.creativecommons.org/

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass unser Urheberrechtsysthem keineswegs eine Behinderung für die Kreativität ist. Möglich dass jemand aus mehreren Einzelwerken ein tolles Neuwerk produzieren könnte, trotzdem kann ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden dass jemand einfach nach Belieben etwas verhackstücken könnte und das Resultat dann sein Meisterwerk nennt. Ein weiterer Nachteil wäre dann wohl auch, dass die Meisten einfach nur noch solche Flickwerke produzieren und niemand mehr völlig neue, eigene Werke produziert. DAS wäre dann für mich das Ende der Kreativität!
"Gibt es kein Vergeben in euren Herzen?"
"Nein, nur im Tod."
Delorian Jain
Des Lesens mächtig
 
Beiträge: 17
Registriert: Donnerstag 18. Mai 2006, 10:16
Wohnort: Alzey

Beitragvon mathias-erhart » Freitag 5. Januar 2007, 12:56

Also ich finde die gesammte Creative Commons Bewegung eigentlich sehr gut und habe bisher auch (fast) nur gute Erfahrungen damit gemacht. Ich würde jetzt zwar auch nicht direkt behaupten, dass das Urheberrecht der Tod der Kreativität ist, allerdings engt es sie doch ein und genau da finde ich Creative Commons besser.

Also erstens geht es bei Creative Commons in keinster Weise nur darum, irgendwelche bestehenden Werke (sei es nun Musik, Texte oder Filme) zu etwas neuem zusammenzuschneiden. Ehrlich gesagt war mir das sogar ziemlich neu.
Aber ich denke so gut wie jeder der sich irgendwie Kreativ betätigt, hatte schon einmal das Problem, dass er gerne ein Zitat oder ein Bild oder etwas in sein Werk einbringen wollte, es aber nicht konnte, weil er dafür eine Zahlung an den Rechtsinhaber hätte abgeben müssen. Creative Commons macht es da viel einfacher z.B.: Ein Cover für sein Buch zu gestalten, weil man Bilder von anderen Künstlern völlig frei verwenden kann. Einen Film mit passender Musik zu versehen, weil auch diese frei verwendet werden kann, ...

Außerdem ist noch anzumerken, dass es auch bei Creative Commons verschiedene Bedingungen gibt, die der Ersteller festlegen kann. So muss z.B. immer der Name des ursprünlichen Verfassers angegeben werden. Und falls jemand nicht will, dass sein Werk zerstückelt wird, kann man auch angeben, dass das vorliegende Werk nicht bearbeitet werden darf. Somit sind die Bedenken, jemand könnte Flickwerk von anderen Personen als sein Meisterwerk verkaufen, überflüssig. Erstens weil er angeben muss, wenn er Material von anderen Personen verwendet und zweitens weil sich die ursprünglichen Verfasser natürlich dagegen wehren können.

Allerdings bedeutet Creative Commons noch einiges mehr. Denn Creative Commons bedeutet auch, dass man seine Werke gratis allen zur Verfügung stellt. Und genau darin sehe ich das große Kreativitäts-Potenzial dieses Systems. Denn wer hat es nicht schon erlebt, dass er seine eigene Kreativität eingeschränkt hat um einen Verlag zu finden bzw. auf dem Markt bestand zu haben? Doch genau das gibt es bei Creative Commons nicht. Da einen die Produktion im Grunde genommen nichts kostet (außer dem Arbeitsaufwand für das Schreiben des Buches z.B.), gibt es kein Risiko irgendetwas zu verlieren. Außerdem haben unbekannte Künstler und kreative Ideen unter Creative Commons mehr Chancen, da jeder sie auch kostenlos und ohne Risiko auf einen Fehlkauf ansehen und dann beurteilen kann.
Aus dem Grund glaube ich übrigens auch, dass es nicht zu der Entwicklung kommen wird, dass irgendwann nur noch Flickwerk erzeugt wird. Gerade eben weil unter Creative Commons Kreativität und neue Ideen mehr geschätzt werden als vielleicht gute, aber dennoch einfallslose Zusammenfassungen.

Naja, ich hoffe mal es war halbwegs verständlich.
Benutzeravatar
mathias-erhart
Des Lesens mächtig
 
Beiträge: 11
Registriert: Sonntag 3. Juli 2005, 19:21
Wohnort: Vorarlberg, Österreich

Vorherige

Zurück zu Das Autoren Forum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron