Die Chance veröffentlicht zu werden

Tipps, Tricks und Infos rund ums schreiben

Moderator: Ginny-Rose_Carter

Beitragvon susa » Sonntag 19. Februar 2006, 13:03

Alter Mann hat geschrieben:Jaja, Bücher für die Anspruchslosen.


Mein Freund, ich bin sicherlich nicht anspruchslos. Ich bin nur nicht elitär. Irgendwie klingt dieses Gerede von wegen "die veröffentlichen nur Schwachsinn, anspruchslose Schme F- Romane" für mich ein wenig nach- und jetzt meine ich niemanden persönlich, will auch niemanden angreifen- Verbitterung... warum werden die veröffentlicht und mich will keiner?

forsakingmax hat geschrieben:
    Dean Koontz - Velocity
    Dan Brown - The DaVinci Code


Koontz und Brown*räusper*? Oookay. :wink:
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Beitragvon Eddy Baur » Sonntag 19. Februar 2006, 13:05

susa hat geschrieben:
Alter Mann hat geschrieben:Jaja, Bücher für die Anspruchslosen.


Mein Freund, ich bin sicherlich nicht anspruchslos. Ich bin nur nicht elitär. Oder vielleicht auch nicht verbittert, weil die anderen veröffentlicht werden, ich aber nicht?


Zitat:

Mir egal ob ein Thema ausgelutscht ist oder nicht, wenn ein Buch gut geschrieben ist und mich unterhält, danke schön, mehr wollte ich für die zwei Stunden nicht.

In dem Moment bist du anspruchslos.
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Beitragvon susa » Sonntag 19. Februar 2006, 13:17

Du scheinst mich nicht zu verstehen. Jedes Thema wurde schon einmal von irgendwem behandelt, mir fällt spontan kein Buch ein das sich rühmen darf, als einziges eine bestimmte Idee zu verfolgen etc.
Und ja, viele Kriminalbücher ähneln sich- wie sich generell viele Bücher ähneln, auch King wiederholt sich durchaus und wird von anderen Autoren dann nochmal wiederholt- aber trotz allem kann ein Buch spannend sein, unterhaltsam sein, gut geschrieben sein, interessant sein und mich für ein paar Stunden unterhalten. Ja, was soll ein Buch den sonst tun? Romane lese ich zur Unterhaltung, Klassiker und Theaterstücke für die Uni und Sachbücher um mich zu bilden, aber ein Roman ist eben Unterhaltung. Oder willst du mit dem was du schreibst die Welt verändern? Hm? Ich gehe einfach mal ganz frech davon aus das auch du nur den Leser fesseln und- tataaa- unterhalten willst. Bist du dann auch anspruchslos? So ein Blödsinn.
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Ändere die Welt; sie braucht es.
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Sonntag 19. Februar 2006, 13:25

Es kommt darauf an, was man unter "schonmal dagewesen" versteht. Um ehrlich zu sein ist gerade der "Da Vinci-Code" für viele Leute ein Selbstplagiat Browns von "Illuminati". :mrgreen:

Für mich ist das Wichtigste, dass ein Buch gut geschrieben ist und mich gut unterhält. Wenn das Thema schon vorher x-mal da war, interesssiert mich das nicht. Ein Roman, der total innovativ, aber trotzdem doof geschrieben ist, nützt mir schließlich nix. Deswegen achten auch Verlage nicht so sehr darauf, ob etwas neu oder schon oft verbraten worden ist - es soll in erster Linie einfach massenweise verkauft werden. Eine sehr naheliegende Strategie.
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Beitragvon forsakingmax » Sonntag 19. Februar 2006, 16:07

@susa: Koontz ist nromalerweise einfallslos, aber die Idee in velocity war schon ziemlich geil. Wüsste nicht, wo es das schonmal gegeben hätte.

susa hat geschrieben:Du scheinst mich nicht zu verstehen. Jedes Thema wurde schon einmal von irgendwem behandelt, mir fällt spontan kein Buch ein das sich rühmen darf, als einziges eine bestimmte Idee zu verfolgen etc.


Okay: Neil Gayman: Anansi Boys. Wenn das Buch nicht einzigartig (geil) ist, dann weiß ich auch nicht *g* Es geht darum, dass "Fat Charlies" (Bürkaufmann, ca. 30) Vater stirbt, mit dem er keinen Kontakt mehr hatte. Beim begräbnis weißt ihn eine Frau darauf hin, dass er auch einen Bruder hat, der "Spider" heißt. Wenn er ihn sehen wolle, brauche er nur einer Spinne zu sagen, dass er kommen solle...im Suff probiert es Fat Charly aus, und tatsächlich - auf einmal steht sein Bruder Spider vor der Tür. Er ist der Sohn von Anansi, dem Spinnengott, der beider Vater war.... Total witzig.
MFG Markus

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Beitragvon Eddy Baur » Montag 20. Februar 2006, 10:21

Chuck Palahniuk - Fight Club

John Grisham - Das Fest (eines der besten Bücher für mich)

Dostojewski - Schuld & Sühne

....
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Beitragvon stephy » Donnerstag 15. Februar 2007, 11:48

die chancen, aus der unbekanntheit heraus veröffentlicht zu werden, sind ja doch recht gering... :(

ich pflichte susa bei, daß die meisten romane zur unterhaltung dienen. aber wenn ich an grass oder walser denke; es gibt auch durchaus anspruchsvolle literatur, über die man nachdenken kann. und wie wir es schon in einem anderen thread hatten; die wird von verlagen in der regel wohl abgelehnt, weil sie nicht dem unterhaltungswert dient. ich kenne einige leute aus dem umfeld, die wirklich anspruchsvolle und gute literatur schreiben, aber nicht verlegt werden. das stimmt mich immer sehr traurig... :(
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Beitragvon stephy » Samstag 1. September 2007, 10:58

So, jetzt wollt ich mal ne Frage stellen: Kann man eigentlich Online-Veröffentlichungen zu seinen Veröffentlichungen zuzählen? Und wenn man sich mal bei Verlagen bewirbt, meinetwegen mit einem Roman oder so, und eine Publikationsliste anfügt; kann man dann Veröffentlichungen in Online-Zeitschriften mit angeben oder sollte man das besser sein lassen? Und wenn ja; wie gibt man die an?

Hat da jemand von Euch Erfahrung damit?

Ich meine jetzt auch nicht selbstständige Online-Veröffentlichungen. Sondern eher Online-Literaturzeitschriften, gibts ja doch ein paar wie z.B. den aponauten.
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Beitragvon Marc » Samstag 1. September 2007, 16:38

Also ich weiß nur, dass meistens bei Verlagen irgendetwas in der Art " Bitte fügen Sie eine Liste Ihrer Veröffentlichungen (nur in Printmedien) bei." gefordert wird.
Ich persönlich habe noch nie gesehen, dass Wert auf Onlineveröffentlichungen gelegt wurde.
Aber das sind nur mein Erfahrungen.
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Beitragvon andreas-port » Mittwoch 5. September 2007, 17:08

ihr könnt euch ja selbst veröffentlichen:
www.bod.de
Wer meint, dass er das Zeug zu einem Bestseller hat, kann es hier versuchen. :lickout:
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Beitragvon stephy » Mittwoch 5. September 2007, 19:26

1. Die Kohle muß man erst mal haben!

2. Kann das jeder machen, der die Kohle dafür hat.

3. Selbstkostenverlage sind meiner Meinung nach Abzocke.

4. Wer will schon Bestseller schreiben? (Ich jedenfalls nicht! :D)
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Beitragvon andreas-port » Mittwoch 5. September 2007, 23:49

1. 39 euro, für eine VÖ (mit ISBN und vollen Buchhandelsanschluß) sind ja wohl nicht die Welt.
2.-3. habe ich lieber die volle kontrolle über meine
Werke. Und BOD bietet mir diese kontrolle.
4. wozu ein buch veröfentlichen, wenn es einem egal ist ob es jemand liest? natürlich will man das die eigenen werke gelesen werden. soviel zum thema bestseller...
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Beitragvon stephy » Donnerstag 6. September 2007, 01:46

Nein, andreas: Einen Bestseller will nicht jeder fabrizieren. ;) Viele schreiben nur für sich und freuen sich über kleine Erfolge. Ein Bestseller will ja auch immer auf ne bestimmte Art "konstruiert" werden - z.B. Martin Walser schreibt jetzt wahrscheinlich wirklich keine Bestseller, ist aber eindeutig Literatur. ;) Oder schau Dir Judith Hermann an - lange nicht so gute Prosa gelesen! Aber Bestseller? Weit gefehlt. Und trotzdem; wow, hauts einen um, wenn man sie liest! ;) Und was ist mit Sibylle Berg?

Man möchte gelesen werden, klar. Aber es kommt halt auch sehr drauf an, wo man seine "Zielgruppe" hat. Manchmal heißt es da; klein aber fein.

Z.B. haben sie Edgar Allan Poe Zeit seines Lebens auch verkannt! ;)
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Beitragvon andreas-port » Donnerstag 6. September 2007, 04:12

na, ich weis nicht, ob man einen bestseller wirklich konstruiren kann. natürlich kann man ein buch schreiben, dass auf den massengeschmack ausgerichtet ist- doch ob es ein bestseller wird, hengt letzten endes ehe immer von den lesern ab.
mir ging es darun ( und hier gehts ja ums publizieren ), dass, wenn man sein werk der öffentlichkeit zur verfügung stellt, man sich auch erhofft, dass dies erfolgreich ist.
natürlich schreibt ein autor meist für sich selbst (, auftragsarbeiten mal ausgenommen) - aber wieso dann publizieren?
ein autor, ein schrifftsteller ist letztenendes auch ein künstler, und künstler wollen (wie jeder mensch auch) für ihre arbeit anerkannt werden - die einen mehr die anderen weniger. und ich glaube ein bestseller ist (, von den üblichen anderen auszeichnungen mal abgesehen, ) in dieser hinsicht wohl kaum zu topen.

und zu poe: der war schon for dem halbbiografischen "the black cat" ein bekannter (und von kritikern anerkannter) dichter. erst als er sich, nach einer langen schreibblockade, dem horrorgenre zuwand, wurde er von den kritiker nidergemacht, hatte dafür aber dann bedeutend größeren erfolg bei den lesern. mfg port
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Beitragvon stephy » Donnerstag 6. September 2007, 13:46

Natürlich hast Du Recht, was die Intuition von Autoren angeht. Aber ich stör mich bißchen an dem Wort "Bestseller". Wie Du sagst, ist der kaum noch zu toppen. Warum gleich so hoch hinaus wollen? ;) Kann ein Selbstkostenverlag Dir überhaupt die nötige Werbung bieten, damit das Werk ein Bestseller werden kann? Da hab ich so meine Zweifel.

Poe kannte man zwar, aber er war kein Bestseller-Autor, darauf wollte ich hinaus. Er hat auch kaum was verdient mit seinen Geschichten, so toll und gut sie auch waren. Man hat ihn ja in jeder Redaktion nur ausgenutzt, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. ;) Also sozusagen; als armer Schlucker gestorben, aber trotzdem Teil der Weltliteratur geworden.

Man muß sich wohl immer selbst fragen, ob man Literatur für den Mainstream produzieren möchte (dann kann das mit dem Bestseller natürlich auch klappen) oder Literatur der Zeitgeschichte, also für einen relativ kleinen Leserkreis. Dann happerts natürlich bei letzterem auch mit den Erfolgen. Aber es kommt ja auch auf die Zielgruppe an; möchtest Du einfach gelesen werden, von einer möglichst breiten Masse, oder möchtest Du ein bestimmtes Zielpublikum haben, von dem Du gelesen wirst. Und wenn letzteres der Fall ist, dann wird man keinen Bestseller schreiben (wollen). Verstehst Du, was ich meine?

Gelesen möchte man werden, da gebe ich Dir Recht. Aber es kommt auch ein wenig drauf an, von wem man gelesen werden möchte.

Schreibst Du Kinderliteratur, wirst Du hauptsächlich von Kindern gelesen. Schreibst Du Horrorliteratur, wirst Du von Horrorfans gelesen. Und so gehts grad weiter. Schreibst Du alltägliche Literatur, die sich kritisch mit der Zeitgeschichte beschäftigen, wirst Du wohl von allen vorher genannten nicht gelesen werden sondern einen ganz anderen Leserkreis finden.
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