Stephen King - Das Leben und das Schreiben

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Moderator: Ginny-Rose_Carter

Stephen King - Das Leben und das Schreiben

Beitragvon kingdom » Dienstag 27. Dezember 2005, 12:15

Stephen King - Das Leben und das Schreiben

Hab es zu Xmas bekommen und bin beim Werkzeug ...
und schon hab ich ein Problem: King meint ja, nur unsichere Schreiber verwenden etwas wie schrie sie drohend, weil sie nicht sixcher sind, ob für den Leser herüberkommt, wie das gesagte gemeint ist! Bisher dachte ich, dies käme besser an, weil es nicht so langweilig klingt wie er sagt etc. ... Jetzt gehts also ans überarbeiten ... er, sie, es sagte :((
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Re: Das Leben und das Schreiben ...

Beitragvon Eddy Baur » Dienstag 27. Dezember 2005, 13:33

bluesaway83 hat geschrieben:Hab es zu Xmas bekommen und bin beim Werkzeug ...
und schon hab ich ein Problem: King meint ja, nur unsichere Schreiber verwenden etwas wie schrie sie drohend, weil sie nicht sixcher sind, ob für den Leser herüberkommt, wie das gesagte gemeint ist! Bisher dachte ich, dies käme besser an, weil es nicht so langweilig klingt wie er sagt etc. ... Jetzt gehts also ans überarbeiten ... er, sie, es sagte :((


Wieso, du musst doch nicht genauso wie Stephen King schreiben? Was er in diesem Buch schreibt, mag zwar oft nur auf ihn zutreffen, aber nicht jeder schreibt wie er. Schreib, wie du willst, lass dir keine Vorschriften machen. Es ist dein Werk.
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Dienstag 27. Dezember 2005, 13:42

Stimme King da zu, ich finde diese Beifügungen bei der wörtlichen Rede meistens entsetzlich (auch wenns mir natürlich selber auch passiert). In den allermeisten Fällen sind die überflüssig - aus dem Gesagten heraus erkennt man ja schon, dass etwas "drohend" oder "fröhlich" oder "ängstlich" gesagt wird. Das geht in die Richtung der Grundregel "Show, don't tell".

Selbstverständlich braucht man nicht immer "er sagte" zu schreiben, aber das Gegenteil liest sich einfach oft grausig, so als ob man den Leser für dämlich hält:

"Ha, ich werde den Drachen besiegen!", schrie der Ritter mutig.

"Oh nein, ich fürchte mich so", jammerte das Mädchen ängstlich.

"Du bist das mieseste Schwein, das mir je untergekommen ist!", schimpfte er wütend.

Usw.
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Beitragvon kingdom » Dienstag 27. Dezember 2005, 14:33

ich vermeide ab jetzt das adverb und weiterhin er/sie/es sagte! :P
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Beitragvon das Teufelchen » Mittwoch 28. Dezember 2005, 08:14

bluesaway83 hat geschrieben:ich vermeide ab jetzt das adverb und weiterhin er/sie/es sagte! :P


Naja, vielleicht musst du das gar nicht. Wie Ginny sagt: "Show, don't tell". Und ich habe in meinem Studium gelernt, dass man nicht nur die W-Fragen stets beantwortet haben sollte, sondern beim Schreiben auch die Sinne ansprechen sollte. Und dabei sind Adverben (oder heißt es Adverbien?) unbedingt nötig.

Nehmen wir mal einen Satz von Ginny als Beispiel:

Ginny-Rose_Carter hat geschrieben:"Ha, ich werde den Drachen besiegen!", schrie der Ritter mutig.


"schrie er mutig" ist natürlich, Quatsch (wir wir alle jetzt wissen). Und hier ein "Verbesserungsansatz" von mir:

"Ha, ich werde den Drachen besiegen!", schmetterte der Ritter seinem Wiedersachern entgegen. Stolz hob er sein Schwert und rannte in die Höhle, das Versteck des Drachen. Doch die Dunkelheit in die er sich begab stärkte seinen Mut nicht im Geringsten. Es roch nach Schwefel und verbranntem Fleisch. Schritt für Schritt tastete er sich weiter über den steinigen Boden in sein Verderben, während er die quälenden Schreie der Männer und Frauen vernahm, die der Drache tief unter der Erde gefangen hielt.

Also anali... analü... analysieren wir das mal. (Ihr seht schon, ich kann schlau daher reden, aber bei der Rechtschreibung happert es.)

"schmetterte er seinem Wiedersacher entgegen" = "schrie" hört sich für mich so nach Mädchen an. Ein echter Ritter ist gewaltig, mit einer kräftigen Stimme, also "schmettert" er. Zusätzlich erfahren wir auch noch, mit wem er spricht. Für diesen Absatz hier ist nicht wichtig, wie er heißt, woher er kommt oder wie seine Lebensgeschichte aussieht. Alleine dass wir erfahren, in welchem Verhältnis er zu unserem Ritter steht, spricht ungeschriebene Bände.
Ich habe hier auch alles angesprochen, was die Fantasie braucht:
sehen: Schwert heben und los rennen, aber vor allen Dingen, dass es in der Höhle dunkel ist, also z.B. kein Licht durch loderndes Feuer oder ähnlichem gibt.
hören: Schreie von Menschen - wer würde es da nicht mit der Angst bekommen?
tasten: steiniger Weg - auch mit den Füßen kann man "fühlen"
riechen: Schwefel und verbranntes Fleisch - so kann nur ein Drache hausen, denn jedem Menschen dreht es da den Magen um
und evtl noch fühlen: innerlich fühlt man, wie einen der Mut verlässt.

sicherlich ist auch mein Vorschlag nicht perfekt. Würde ich das in eine Geschichte einbauen, würde ich diesen Absatz noch etwas strecken, indem ich vielleicht etwas mehr Handlung, oder ein Selbstgespräch oder so was einfüge würde. Denn zu viel Adverb auf einen Haufen ist sicherlich auch nicht gut. Man muss selber wissen, mit wieviel "Show" man den Leser überhäufen will, ohne dass es ihm unangenehm wird.
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Beitragvon kingdom » Freitag 30. Dezember 2005, 16:07

Ginny-Rose_Carter, sehr hilfreich, das mit den Sinnen :)
werds mir merken, macht das geschehen sehr lebendig ohne dass man den Leser langweilt!
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Beitragvon theMoellermann » Freitag 30. Dezember 2005, 18:00

Das war das Teufelchen, nicht Ginny! :mrgreen: :wink:
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Beitragvon kingdom » Freitag 30. Dezember 2005, 18:06

theMöllermann hat geschrieben:Das war das Teufelchen, nicht Ginny! :mrgreen: :wink:


wo bin ich nur mit meinen Sinnen! Danke, Bangor! :lach :P
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Beitragvon theMoellermann » Freitag 30. Dezember 2005, 18:07

Wenigstens der Heimatort stimmt so halb ... :mrgreen: :P
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Beitragvon das Teufelchen » Montag 2. Januar 2006, 07:59

na ja, die Aregung ist ja im Endeffekt auch von Ginny, die hat mich dazu "inspiriert". :P
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