Ich komme nie bis zum Ende meiner Geschichte

Tipps, Tricks und Infos rund ums schreiben

Moderator: Ginny-Rose_Carter

Ich komme nie bis zum Ende meiner Geschichte

Beitragvon Moritz » Sonntag 15. April 2001, 20:42

Wenn du deine Geschichten nie zu Ende schreibst, dann liegt es vielleicht daran, dass du deine Geschichten (wie ich jetzt mal annehme) nicht vollständig konstruierst, bevor du anfängst sie zu schreiben. Vielleicht solltest du das mal versuchen.
Ich finde es immer toll, wenn ich während dem Schreiben einer Geschichte schon wieder so viele Ideen für die nächste habe, weil wenn meine Geschichte dann fertig ist, kann ich sehr gut schauen, welche von den Ideen wirklich gut waren - die schlechten hat man inzwischen schon wieder vergessen, aber die guten lassen einen immer noch nicht los.
Ich schreibe allerdings nie eine Geschichte, die nur auf EINER Idee basiert. Gewöhnlich nehme ich immer zwei Ideen, die zuerst überhaupt nicht zueinander zu passen scheinen, und versuche dann irgendwie die Ideen miteinander zu EINER Geschichte zu verweben. Wenn mir das dann gut gelungen ist, dann hab ich meine neue Story...
Noch eine Frage (auch wenn die hier eigentlich nicht zum Thema passt): Wie hart arbeitet ihr eigentlich an einer Geschichte?
Ich schreibe erst mal die Rohfassung, dann schreibe ich die zweite Fassung, bei der ich fast jedes Wort noch mal neu tippe. Wenn ich mit einer Szene nicht hundertprozentig zufrieden bin, kann es sein, dass ich sie dreimal komplett lösche und nochmal neu schreibe.
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Beitragvon BadHannes » Sonntag 15. April 2001, 22:27

@ Moritz
Also ich schreib einfach drauf los und teile die Geschichte schon in Kapitel ein. Dann lese ich mir am Ende des Kapitels das ganze Kapitel noch mal durch und verbessere Sachen, die mir negativ auffallen oder schreibe noch neue Sachen dazu. Dann gebe ich das Kapitel an einen Kumpel weiter und er sagt mir dann, was er verbessern würde, rausschmeissen würde etc.
Da ich aber erst bei meinem ersten Buch bin, weiss ich noch nicht, ob ich das immer so machen werde.

Dann noch allgemein:
Neue Ideen für eine andere Geschichte schreib ich mir auf oder behalte sie im Hinterkopf. Aber zwischendurch eine neue Geschichte schreiben, wenn ich noch an einer anderen Schreibe...das ist nix für mich. Ich will erst die eine zu Ende bringen.
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Beitragvon Gast » Sonntag 15. April 2001, 23:06

Es ist schon merkwürdig bei mir, ich fange mit dem schreiben an doch bevor ich so richtig "WARM" werde, fallen mir schon wieder eine andere Geschichte ein so hab ich bemerkt das ich zwar gute Geschichten schreibe aber sie "NIE" zu Ende bringe.
Vielleicht sollte ich mir mal eine Pause gönnen.

Wenn es jemanden genauso geht schreibt mir eine Antwort.
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Beitragvon stephy » Sonntag 15. April 2001, 23:21

Mir geht's nicht so, aber mir kommen immer ein Haufen Ideen, wenn ich gerade bereits an einer Geschichte arbeite.
Versuch's mal so:
Nimm Dir ein Blatt Papier, einen Stift und schreib Dir die neue Idee auf. Fang sie aber erst an, wenn Du die Alte auf's Papier gebracht hast.
Bei mir ging's so.
Außer, Du schreibst etwas Langes - eine Kurzgeschichte kann man bestimmt IMMER dazwischenschieben... [img]images/smiles/icon_biggrin.gif[/img]

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Beitragvon Moritz » Montag 16. April 2001, 09:35

@BadHannes: Wusste gar nicht, dass du auch schreibst!
Erstmal stimm ich dir zu, ich würde gewöhnlich auch nicht eine Geschichte unterbrechen um eine andere zu schreiben. Das tut der Geschichte, die unterbrochen wird, nicht so gut.
Zum Überarbeiten: Ich hab bei der Geschichte, an der ich im Moment arbeite, die Anfangsszene (die fünfzehn Seiten lang geht) komplett gelöscht und noch mal neu geschrieben. Mit der zweiten Fassung war ich aber schon wieder nicht einverstanden, hab die ganzen fünfzehn Seiten noch mal gelöscht und die Szene dann ein drittes Mal geschrieben und diese dritte Fassung war eine Mischung aus den ersten beiden Fassungen.
Bei einer anderen Szene hatte ich das Gefühl, ich könnte die Szene noch geiler machen, wenn ich am Verlauf etwas Entscheidendes ändere. Dann hab ich die Szene (die glaub noch länger geht als fünfzehn Seiten) auch gelöscht und nochmal neu geschrieben.
Ich hab gefragt, ob ihr auch soviel Arbeit in eure Geschichten steckt, weil bei mir ist es so, dass das Schreiben für mich eigentlich kein Hobby ist, das ich mache, weil's mir Spaß macht, sondern ich will später ganz im Ernst Schriftsteller werden will und ich betrachte mein jetziges Schreiben sozusagen als Vorbereitung auf meinen späteren Beruf.
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Beitragvon BadHannes » Montag 16. April 2001, 12:54

Ja, ich schreibe auch. Ich bin aber nicht einer, der jeden Tag schreibt. Ich mache das echt nur als Hobby und wenn mir ein paar neue Sachen einfallen, dann schreibe ich sie auf. Ich hab angefangen mit Gedichten bzw. Liedtexten und wollte jetzt mal einen richtigen Roman schreiben. Ich will schon mindestens 400 Seiten schreiben, weiss aber nicht, ob ich das auch wirklich schaffen werde.
Wenn du das mal beruflich machen willst, dann kann ich nur den Hut ziehen und dir viel Glück wünschen. Das ist sicherlich ein Beruf, bei dem sehr viel Druck auf dir lastet. Du brauchst immer neue Ideen, musst auch eventuell unter Zeitdruck schreiben etc. und du musst auch erstmal einen Status erreichen, dass deine Geschichten gut verkauft werden und du davon leben kannst. Es ist auch bestimmt kein Zufall, dass viele Schriftsteller Alkohol- oder Drogenprobleme haben bzw. hatten, um eben diesen Druck durchzuhalten.
Ich könnte mir das auch gut vorstellen Schriftsteller zu sein. Man kann zu Hause arbeiten und noch das machen, was einem auch Spaß macht. Man muss nicht jeden Morgen um die gleiche Zeit aufstehen und z.B. ins Büro fahren. Das hat schon seine Vorteile, aber ich schrecke wegen dem Druck davor zurück.
Naja, wenn du dein erstes Meisterwerk veröffentlicht hast, dann sag bescheid. Dann hast du schon ein verkauftes Exemplar.
...und irgendwie sind wir jetzt vom eigentlichen Thema abgekommen.
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Beitragvon stephy » Montag 16. April 2001, 14:00

Schreiben hat bei mir was mit Besessenheit zutun. Es ist ein Fluch. Es ist scheiße. Und ich weiß das.

Ansonsten habe ich mich mal nach Verlagen und so erkundigt. Fast keine Chance, meiner Meinung nach. Hier herrschen so beschissene Bedingungen, daß ich am liebsten auswandern würde; Du wirst bei jedem zweiten Verlag über's Ohr gehauen. Wenn sich Dein Buch verkauft, schieben die alles ein und Du bleibst ein Niemand. Die Rechte, die der Verlag einsackt, wenn er erstmal Deine Unterschrift hat, sind enorm und Verlagswechsel, daß Dein Buch plötzlich bei einem ganz anderen Verlag in Druck geht, gibt es gar nicht. Die beruhen sich nämlich auf an die 75 Jahre - und das kann man ja gleich vergessen.

Vorher hatte ich auch noch etwas Hoffnung. Jetzt ist alles dahin. Ich werde mich wohl nie wieder nach einem Scheiß dieser Art erkundigen. Hulla. [img]images/smiles/icon_smile.gif[/img]

Ansonsten schreibe ich auch geradeheraus. Emotional und solches Zeug. Und ich überarbeite meistens auch Kapitel- oder Absatzweise. Und wenn ich die Geschichte fertig hab, geht's zum Einzigen, der's liest; dem Korrektor.

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[ 16.04.2001: Beitrag editiert von: stephy ]
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Beitragvon Veit » Dienstag 17. April 2001, 08:40

Na gut, ich geb's ja zu. Ich schreibe auch.
Mit 13 hatte ich ein Erlebnis und das mußte ich niederschreiben und natürlich ausschmücken. Dabei ist ein 300 seitige GEschichte entstanden. Mein Erlebnis war schlicht und einfach: Ich hatte mich im Wald verlaufen (Später hat Stephen King mir meine GEschichte gestohlen und für "das Mädchen" verwurstet. PLAGIAT!!!!!!) haha, ja ich weiß ich bin ein überheblicher Großkotz.
NA ja, von da an habe ich immer mal wieder etwas geschrieben, aber wirklich ernst meine ich es eigentlich nicht damit.
Seit 1999 sitze ich jetzt an einem zweiten Buch, und ich komme nicht mehr dazu es zuende zu schreiben. Aber ich habe es versprochen, also werde ich es zuende bringen, scheißegal was dabei herauskommt.
Ich gehe nicht mit irgendeiner Professionalität an die SAche, ...ich schreibe einfach drauf los. Einen Plot überlege ich mir anfangs, aber der reicht meist nicht über zwanzig Seiten hinaus. Meine GEschwister bestätigen mir, daß ich gut schreibe, ...ich glaube ihnen kein Wort!!! Ich bin kein Deutschgenie, und mit der GRammatik und dem Satzbau und den ZEiten harpert's auch manchmal öfter als gewollt. Aber das Schreiben an sich ist oft sehr beruhigend und eine angemessene alternative zu fernsehen. MEine Geschichten sind weitestgehend übersinnlicher NAtur. Viel kann ich dazu nicht sagen (mir fehlt der Wortschatz, hahahaha!!!)
Mir steht oft bei der Konstruktion von GEschichten mein Unwissen im Wege. Ich kann nichts über den KRieg schreiben, weil ich mich mit diesem ganzen KRiegsapparat nicht auskenne. ICh kann nichts über VErschwörungen,Politik und GEsellschaftsprobleme schreiben, da mir diese Themen sehr fern liegen. Ich kann über Kindheit schreiben, damit kenne ich mich aus, ich kann über Musik schreiben, da ich das studiere, ich kann über Jungs und Männer schreiben (Versteh' einer die Frauen, ich nicht!!! haha!), ich kann über das LEben auf den LAnd schreiben, über Schule, über die Querelen der Pubertät (iiiiihhhh, ein Pickel!). MEin (Erlebnis)Horizont ist sehr eingeschränkt, ich könnte ihn ja erweitern indem ich recherchiere und LERNE, aber ich bin faul, ...sehr faul.

Was soll ich noch sagen außer "Wir Pseudo-Schriftsteller müssen zusammenhalten! Wir beugen uns keiner Unterdrückung!" [img]images/smiles/icon_biggrin.gif[/img]

...und wenn jemand Interesse hat, eine GEschichte von mir zu lesen, der kann sich melden (oder für immer und ewig schweigen)
--->Ich bin für jede Kritik dankbar, auch wenn sie vernichtend ist.

In innigster Umschlingung
Euer
Piep (zensiert) Veit

[ 17.04.2001: Beitrag editiert von: Veit ]
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Beitragvon Nini » Dienstag 17. April 2001, 12:24

Hallo Leidensgenossen!

Mir gehts eigentlich genauso wie Sascha. Ich schreib und schreib und irgendwann denk ich dann, dass das eh nich so gut ist wie die nächste Idee, die mir dann kommt. Voll komisch.
Außerdem ist es mir irgendwie peinlich, wenn andere meine Geschichten lesen. Könnt ihr mir da vielleicht irgendwie helfen?

Vielen Dank,

*bussi* Nini [img]images/smiles/icon_sad.gif[/img]
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Beitragvon Moritz » Dienstag 17. April 2001, 18:28

Nini: Versuch wenn du schreibst nicht du selbst zu sein. Lass die Stimme deines Erzählers wie die von jemand ganz anderem klingen. Das ist mein Tip...
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Beitragvon Christine » Dienstag 17. April 2001, 18:50

Hi Veit!

Würde mich als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen!

Gilt auch für andere Schreiberlinge: mailt was das Zeug hält! Ich lese alles, nein, verschlinge jedes geschriebene Wort begierig... und bin ehrlich.

Schreibe selbst auch ein wenig. Über was? Glaubt mir, dass würdet ihr nicht wissen wollen! [img]images/smiles/icon_biggrin.gif[/img] Und außerdem ist ja alles noch sooo unvollendet...

Hach, mein Angebot steht.
Christine
 

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Beitragvon Moritz » Donnerstag 19. April 2001, 10:32

Mir kannste ruhig auch ne Story schicken.
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Beitragvon Moritz » Donnerstag 19. April 2001, 14:49

Hast du denn keine Sicherheitskopien auf Diskette???
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Beitragvon Veit » Donnerstag 19. April 2001, 15:31

Wo denkst du hin!!! Nein, die habe ich wohl verschlampt. oder überspeichert (oder wie man das nennt) Tja, .... shit happens!


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Beitragvon Christine » Donnerstag 19. April 2001, 16:07

Uha, Veit!!

Keine falschen Missverständnisse hier! [img]images/smiles/icon_biggrin.gif[/img]
Ich muss zu meinem Leidwesen zugeben, dass ich dich doch glatt in meinem Posteingang übersehen habe! *schwitz* *bittenichhauen*

Hab dir auch schon 'ne Mauil (boahr, diese TASTEN!!) Mail (natürlich...) geschickt....

VERZEIHUNG!! GOMEN!! I'M SO SORRY!!!

Christine, die Untröstliche
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