Robert R. McCammon

Zum Gruseln

Moderator: Esprit

Robert R. McCammon - heimlicher Horror-König

Beitragvon torsten » Montag 15. Dezember 2003, 17:51

Momentan bin ich gerade dabei, alle Bücher von Robert R. McCammon (nochmals) zu lesen. "Wer ist denn das?" werdet ihr euch jetzt bestimmt fragen ... Tja, McCammon ist bei uns leider relativ unbekannt, obwohl Anfang der 90er die meisten seiner Bücher ins Deutsche übersetzt worden sind. Nach zehnjähriger Abstinenz hat er mit "Speaks the nightbird" letztes Jahr wieder einen absoluten WELTKLASSE-Roman vorgelegt, den selbst Mr. King über den grünen Klee lobte!
Wer also mal eine gelungene Alternative zu King lesen möchte, dem rate ich zu einem (oder allen) von McCammons Büchern, die ich nachfolgend aufgeführt habe:

- Baal (1978): kurze, aber tolle Geschichte über einen wiedergeborenen Propheten des Verderbens und eine wilde Reise rund um den Globus

- Höllenritt/Bethanys Sinn (1980): stellt euch einfach eine verschärfte Version von Ira Levins Klassiker "The Stepford Wives" vor ...

- Blutdurstig/They thirst (1981): Fünfzehn Jahre vor "From dusk till dawn" greift McCammon dass gleiche Thema auf - und ist ebenso blutrünstig dabei ...

- Tauchstation/The Night Boat (1982): ne Mischung aus "Das Boot" und "Nacht der lebenden Toten" - noch Fragen?

- Mystery Walk (1983): Eine wilde Fahrt durch die Welt der Lebenden und Toten; Horror in Perfektion - und leider nicht auf Deutsch erschienen

- Das Haus Usher/Ushers Passing (1985): Tolle "Was-wäre-wenn"-Erzählung, die sich dem weltberühmten Haus Usher von E.A. Poe annimmt. Allein schon die Grundstimmung berechtigt zum Kauf!

- Nach dem Ende der Welt/Swan Song (1986): McCammons Version von "The Stand" könnte man sagen. Nur sind es diesmal Atombomben, die der Menschheit den Garaus bereiten. Trotzdem - mit King hält dieses Bucher locker mit!

- Die schwarze Pyramide/Stinger (1987): Was für ein Roman! Die "Raketenwürmer" als SciFi-Version voller Action und nervenzerfetzender Spannung. Brillant!

- Wolfs Hour (1989): Ein Agent, der ein Werwolf ist, jagt Nazis im Dritten Reich. Hört sich zuerst bescheuert an, ist aber dennoch einer meiner liebsten Werwolf-Romane!

- Dunkle Botin/Mine (1990): McCammons erster Schritt vom Horror-Genre weg, dennoch nicht weniger gut. Eine kinderlose Ex-Terroristin entführt ein Kind und löst einen Strudel der Gewalt aus ... Beklemmend!

- Blaue Welt/Blue Word (1990): McCammons bislang einzige Kurzgeschichtensammlung, die beweisen, dass er auch diesen Bereich perfekt beherrscht.

- Gone South (1991): Ein unschuldiger Sträfling auf der Flucht vor dem Gesetz. Klasse!

- Unschuld und Unheil/Boys Life (1992): Vielleicht sein bestes Buch. Ähnlich wie Stand by me - nur um Längen besser. Ich liebe es!

- Speaks the nightbird (2002): Auf über 800 Seiten erzählt McCammon über eine Hexenverfolgung im 18. Jahrhundert. Zwar kein Horror, aber über jeden Zweifel erhaben!

Vielleicht hab ich damit den einen oder anderen dazu animiert, sich die Bücher dieses tollen Autors anzutun. Leider gibt es die meisten nur noch auf ebay und Co. Dennoch - es lohnt sich!!!
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McCammons Bücher

Beitragvon Michael » Samstag 31. Juli 2004, 16:31

Hallo!

Jetzt erst auf der Suche nach weiteren Informationen über Robert R. McCammon bin ich auf diesen Eintrag gestoßen.
Bisher habe ich "Bethanys Sin", Swan Song und Stinger gelesen. Gerade lese ich sein erstes Buch "Baal" und muss dir einfach Recht geben! McCammon schreibt einfach fantastisch. Sowohl von der Thematik als auch von seinem Schreibstil her, ist er sehr zu empfehlen. Seine Bücher beinhalten teilweise ziemlich brutale Szenen (man erinnere sich nur an die Szene in "Swans Song", wo ein Kind versucht den eingequetschten Arm eines Mannes vom Körper zu trennen - und das über ich glaube es waren 10 Seiten!) Die anderen Bücher, die du in deinem Eintrag geschrieben hast, habe ich bisher noch nicht gelesen. Werde es aber umgehend nachholen.

Nun, zwei, drei oder mehr Sätze warum ich diesen Eintrag schreibe:
1. Um meine Faszination kundzugeben.
2. Um deinen Eintrag neu aufleben zu lassen und ein bisschen den Fokus von King (der wirklich hervorragend schreibt!) wegzulenken. Ich finde es schade, dass kein anderer dazu was geschrieben hat. Aber vielleicht ändert sich das jetzt. Zu wünschen wäre es ja, da kann man andere Meinungen und Eindrücke über die Bücher lesen.

In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen.

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Beitragvon Esprit » Samstag 31. Juli 2004, 20:05

Ich kenn nur "Unschuld und Unheil " von ihm und kann mich deiner meinung nur anschliessen,einfach genial,im Stil von "Stand by me",sogar besser...(z.T. auch weil halt nicht nur Kurzgeschichte)
"Der Wahnsinn ist ein Land, in das nicht jeder Zutritt hat. Man muss ihn sich verdienen."
(aus"Die grauen Seelen" von Philippe Claudel)
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Beitragvon Barney G. » Samstag 31. Juli 2004, 20:23

Ja, ich kannte den Namen McCammon auch noch nicht, werde jetzt aber versuchen, mir ein paar seiner Bücher zuzulegen. Bericht folgt dann später.
Danke für den Tip!
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    Aber nur ein ganzer Kerl kann ihn auch verapplen.----
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Beitragvon torsten » Sonntag 1. August 2004, 12:21

@Michael: Freut mich, dass ich nicht der einzige (so kam es mir stellenweise nämlich vor) bin, der McCammons großartige Bücher zu schätzen weiß! Habe diesen Thread auch aus dem Grunde eröffnet, um - wie du es in deinem Beitrag bereits vermerkt hast - den Fokus ein wenig von King wegzubringen, da es wirklich jede Menge großartige Horror-Schriftsteller gibt, die mit ihm mithalten können. Aber leider wird - wenn von Horror und ähnlichem die Rede ist - immer nur von Stephen King gesprochen. Auf der einen Seite hat der Mann es sich ja verdient, aber zum anderen finde ich das ein wenig zuviel des Ganzen. Wie bereits gesagt, gibt es dort draußen dermaßen viele verdammt gut schreibende Autoren, die noch unbekannt sind, dass man auch mal auf diese Talente aufmerksam machen sollte! Oder im Falle McCammons auf einen leider untergegangenen Edelstein, dessen Werke samt und sonders mittlerweile zu kleinen Klassikern des Genres geworden sind.
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Beitragvon Michael » Mittwoch 4. August 2004, 13:57

@torsten: Deinen Worten über McCammon und King kann ich zustimmen.

Baal ist nun mein 4. Buch das ich von ihm lese. Aber irgendwie finde ich, dass dies auch das schlechteste/langweiligste von ihm ist. Die Geschichte oder/und Stimmung, Spannung baut sich mühselig auf, da er so sprunghaft im Zeitablauf ist. Vielleicht liegt das daran, dass das sein Erstlingswerk ist, da die anderen Bücher ja wie gesagt viel besser sind, da liegen ja Welten zwischen. Oder wie seht ihr das?
Und was typisch ist für ihn sind seine seine beliebten Splatterszenen, die auch bei Baal enthalten sind.
Na gut, dass soll es erstmal gewesen sein.
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Beitragvon torsten » Mittwoch 4. August 2004, 18:35

Also ich fand Baal ziemlich gut, besonders für einen Erstlingsroman! Hab mir gerade "Speaks the nightbird" bestellt - der neueste McCammon - und der soll ja ein richtiges Meisterwerk sein! Ich bin gespannt ...
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Beitragvon autumnnight » Montag 9. August 2004, 12:03

bisher kannte ich niemanden, der mc cammon kennt und liest..

ich muss aber zu meiner schande gestehen, dass ich zwei oder drei seiner werke schon seit längerer zeit bei mir im bücherregal stehen habe.. aaaber.. ich konnte mich nie dazu entscheiden, eins zu lesen..
im bücherregal stehen noch so viele ungelesene werke rum, dass es für mich fast schon immer eine qual ist, mich für ein neues zu entscheiden, wenn ich eines ausgelesen habe..
und irgendwie habe ich mich bis jetzt immer für etwas anderes entschieden.. aber nachdem hier so positive meldungen stehen, werde ich nach beendigung des derzeitigen buches mich versuchen daran zu erinnern und einen mc cammon lesen.. danke für die anregung..
..und manchmal glaubt man nur noch an die dunkelheit..
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Re: Robert R. McCammon

Beitragvon Tinoversum » Dienstag 13. November 2012, 16:04

Vor kurzem bin in der örtlichen Bücherei über "Das Haus Usher" gestoßen. Es ist mein erstes Buch von McCammon und kannte ihn bisher auch noch nicht. Und die ersten 140 Seiten laden zum Weiterlesen ein. Auch muss man das Origianl von Poe nicht kennen um sich in diesem Buch zurecht zu finden (ich zähle mich zu den Nichtkennern von Poes Werk über die Usherfamilie).
Das Gute weist den Weg in das Licht,
und das Böse ist die Saat aller Finsternis.
Beide sind die Spiegel der Seele, die Abbilder der Gedanken.
Wähle Sorgfältig.
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