Richard Laymon

Zum Gruseln

Moderator: Esprit

Richard Laymon

Beitragvon torsten » Montag 9. August 2004, 23:03

Nachdem ich euch schon mit Robert R. McCammons Werken bekannt gemacht habe, möchte ich euch nun einen weiteren, großartigen Autor vorstellen, der aber bislang (in Deutschland zumindest) noch relativ unbekannt ist - Richard Laymon.
Laymon, der leider schon verstorben ist, schrieb seine tollen Horror-Romane stets mit einem Augenzwinkern und kannte keine Gnade mit seinen Lesern. In wirklich jedem Buch sorgt er für unerträgliche Spannung und mindestens zwei, drei richtig fiese Schockmomente, die man so schnell nicht vergisst. Leider sind die meisten seiner Bücher auf Englisch erschienen, aber keine Angst: Laymons Prosa ist sehr einfach und verständlich.
Ach so, noch was: Mister King gab folgendes über Laymon von sich - "Wer ihn verpasst, verpasst einen Hochgenuss."
Dem kann ich mich nur anschließen.
Nachfolgend habe ich übrigens ein paar seiner Titel für euch aufgeführt:

Flesh - Ein aggressiver Organismus verwandelt rechtschaffene Bürger in Monster. Auf Deutsch erschienen als "Parasit".

Island - Eine Gruppe von Gestrandeten muss sich gegen einen geheimnisvollen Killer wehren, der mit ihnen die Insel teilt.

Night in the lonesome October - Die Geschichte einer wilden Nacht inkl. verrückter Spanner, Kannibalen und anderen Wahnsinnigen.

Midnights Lair - Eine Gruppe Touristen verirrt sich in einem Höhlenlabyrinth ... und ist nicht allein ...

One rainy night - Schwarzer Regen lässt die Menschen verrückt werden ...

Savage - Der wohl originellste Jack-the-Ripper-Roman. Spielt u.a. im Wilden Westen!

Das wäre eine grobe Übersicht über Laymons Schaffen. Wie bereits gesagt, ich bin ein absoluter Fan seiner Romane und wurde bislang auch nicht enttäuscht. Wer mehr wissen möchte, sollte diesen Link mal anchecken: http://www.ains.net.au/~gerlach/rlaymon.htm
Viel Spaß!
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Beitragvon Mike1978 » Donnerstag 14. April 2005, 08:37

Letzte Woche durchforstete ich aus Langeweile mein Bücherregal, in der Hoffnung ein Buch zu finden, daß ich noch nicht gelesen habe. Und was seh ich da? "Im Zeichen des Bösen" von Richard Laymon. Anscheinend hab ich mir das Buch vor vielen Jahren gekauft, als mir der Name Laymon noch gänzlich unbekannt war.

Gespannt habe ich angefangen zu lesen, ohne große Erwartungen, denn die Kritiker haben ja nicht viel gute Haare an Laymon gelassen, aber ich wurde äußerst positiv überrascht!

"Im Zeichen des Bösen" ist ein wahnsinnig guter Roman, den ich wirklich nur empfehlen kann. Kurz zum Inhalt:

Der 15-jährige Trevor wird durch Zufall Zeuge des letzten Mordes (in London) von Jack the Ripper. Er nimmt die Verfolgung auf, um den Ripper zu stellen, wird dann aber selbst zum Gejagten. Wieder durch Zufall landen die beiden auf einem Schiff, mit dem sie schließlich nach Amerika segeln. Trevor kann, dort angekommen, dem Ripper entkommen und wird von einer Familie aufgenommen. Als er den Ripper und dessen Taten schon fast vergessen hat, schlägt dieser wieder zu, die grauenhaften Morde gehen weiter...

Mehr will ich nicht verraten. Das Buch liest sich dermaßen flüssig und angenehm, teilweise wie ein Jugendroman ala "Die Schatzinsel" oder "Tom Sawyer", aber Laymon schlägt immer wieder gnadenlos zu, beschreibt äußerst detailreich die Taten des Rippers und erinnert einen dadurch wieder daran, daß man einen Horror-Roman ließt.

Spannung pur, kaufen!

Gruß
Mike
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Beitragvon torsten » Donnerstag 14. April 2005, 22:23

Schön, dass dir Laymon so gut gefällt Mike! :sweet
Und schon wieder sieht man, wie viel Ahnung gewisse Kritiker haben, denn Laymon ist genial!!!
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Beitragvon Mike1978 » Freitag 15. April 2005, 10:13

Schade nur, daß so wenig von ihm ins Deutsche übersetzt worden ist.

Ich hab nur "Im Zeichen des Bösen" und die Kurzgeschichte "Speisesaal" von ihm zuhause.

Und bei Ebay, Amazon etc. gibt es auch nur Parasit und Vampirjäger zu kaufen. Wirklich Schade, stattdessen wird einem der x-te Roman von Koontz serviert...

Das selbe wie bei dem großartigen Peter James: auch von ihm gibt es kaum deutsche Übersetzungen
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Beitragvon torsten » Freitag 15. April 2005, 17:46

Von Jahrmarkt des Grauens bzw. Haus des Schreckens, solltest du aber - falls du sie irgendwo mal gebraucht entdeckst - bloß die Finger lassen. Funland und The Cellar sind im Original Weltklasse, aber in der deutschen Übersetzung ... :(
Wobei man Laymons Bücher durchaus auch im Original genießen kann. Seine Prosa ist leicht verständlich und nicht allzu kompliziert.
Ach ja: Heyne hat für Ende 2005/Anfang 2006 zwei Laymon-Bücher angekündigt, nämlich Island (genial) und The travelling Vampire Show (auch nicht viel schlechter). Hoffentlich ist die Übersetzung diesmal besser.
Eine weitere sehr gute Kurzgeschichte findest du übrigens auch in der Anthologie Psycho-Express und in dem schon bald erscheinenden Buch Necrophobia, beide im Festa-Verlag erschienen. Die Story aus Psycho-Express, Der Pelzmantel, gibt es übrigens auch zum Hören und zwar auf Necrophobia Teil 1, hervorragend vorgetragen von Nana Spier (der Stimme von Buffy). Hier ist der Link zum Antesten:
http://www.lpl.de/3785713886.php
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Beitragvon torsten » Freitag 27. Mai 2005, 17:51

Gerade bin ich mit dem neuesten Laymon-Roman, nämlich The Glory Bus fertig geworden ... und bin sprachlos. Der Roman ist nämlich sensationell! 100 % Laymon, wie ich ihn liebe, was im Klartext heißt: jede Menge Psychopathen (u.a. ein ziemlich durchgeknalltes, immergeiles Mörderpärchen), coole Einfälle (der namensgebende Bus, in dem die meisten Fahrgäste nur Puppen sind), viel Blut und - es ist ja schließlich ein Laymon - viel Gore. Das Tempo ist atemberaubend und das Finale ein einziger Adrenalinritt. Die Taschenbuchversion, die im Dezember (leider nur auf Englisch; Schande über das deutsche Verlagswesen) erscheint, sollte jeder, der auf gemeinen Psychohorror steht, sich definitiv nicht entgehen lassen!
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Beitragvon torsten » Donnerstag 16. Juni 2005, 20:53

April 2006 veröffentlicht der Heyne-Verlag Laymons Roman Come out tonight bzw. Rache (so heißt das Teil auf Deutsch). Merkt euch diesen Termin, denn dieses Buch ist ... Wow. Hab das Werk schon im Original gelesen. Das Tempo und der Gorelevel sind mal wieder der blanke Wahnsinn, und wenn die Übersetzer nicht mal wieder Mist bauen (und bei Laymon tun sie das besonders gerne!), dann könnt ihr euch schon mal auf was gefasst machen!
Hier ist übrigens der Klappentext:

Ein junges Paar in einer heißen Sommernacht. Alles wäre perfekt, wenn da nur nicht dieser mysteriöse Mann wäre, der die beiden schon seit geraumer Zeit beobachtet, der alles über sie weiß – und der beabsichtigt, auf fürchterliche Weise Rache zu üben … Ein Geheimtipp und zugleich ein geheimer Bestseller: In den USA und Großbritannien ist Richard Laymon seit Jahren einer der bestverkauften zeitgenössischen Horror-Autoren. „Rache“ gilt als sein zentrales Werk: nicht nur ein Roman - ein buchgewordener Alptraum.

P.S.: Auch wenn es etwas früh erscheint, schlage ich Rache schon mal als Buch für den Buchzirkel vor! :twisted:
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Beitragvon Mike1978 » Freitag 17. Juni 2005, 07:05

April 2006? :shock: Noch fast ein Jahr warten?

Ich versteh die deutschen Verlage nicht. Von Koontz und Saul veröffentlichen sie jeden Mist und die wirklichen guten Autoren kennt bei uns niemand, weil sie nicht übersetzt werden, traurig!
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Beitragvon torsten » Freitag 17. Juni 2005, 18:35

Darum kauf ich mir die Bücher auch immer gleich auf Englisch. :mrgreen:
Aber du hast 100%ig Recht Mike, die deutschen Verläge sind so eingefahren mit ihren Programmen; es ist schon traurig. Aber das überhaupt ein Laymon-Buch bei einem großen Verlag veröffentlicht wird, hätte ich a) nie im Leben erwartet und b) könnte es ja endlich mal ein Anfang sein, neue und vorallem gute Horrorautoren dem deutschen Leser endlich mal näherzubringen!
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Beitragvon Mike1978 » Dienstag 21. Juni 2005, 06:43

Dann kennst du sicher auch Peter James? Ich hab zwar erst ein Buch von ihm gelesen (Die Prophezeiung) und zwar aus dem selben Grund wie bei Laymon -kaum Übersetzungen- aber dieses hat mich nachhaltiger beeindruckt als so manches Werk von King.
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Beitragvon torsten » Dienstag 21. Juni 2005, 17:44

Von Peter James hab ich bislang auch nur ein Buch gelesen - Wie ein Hauch von Eis - und fand es genial. Die Prophezeihung fliegt auch noch irgendwo bei mir herum. Wenn ich mal dazukomme, wird's gelesen!
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Beitragvon Levia » Freitag 9. Dezember 2005, 13:21

Ich habe mir vorhin "Parasit" gekauft.. Liest sich sehr einfach und ich find die Geschichte vielversprechend!
Bin gespannt.. Finds allerdings schade, dass es von ihm so wenig Übersetzungen gibt..
EDIT: so, ich habs jetzt schon halb durch und bin schlichtweg begeistert! es ist zwar eine sehr einfache wortwahl, aber die geschichte.. :shock: ich schwanke zwischen faszination und grauen..
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Beitragvon torsten » Samstag 10. Dezember 2005, 23:39

*Hüstel* - Was hab ich gesagt? :mrgreen:

Tja, Laymon ist einfach ein geiler Horrorschriftsteller. Kurz und kompromisslos. Und diese Linie hat der gute Mann seine ganze Karriere über verfolgt - und wurde dafür von den amerikanischen Verlägen mit Nichtbeachtung bestraft. Tja, mir persönlich hat Parasit nicht so sehr gefallen, was aber wohl eher daran liegt, dass ich von Laymon Besseres gewohnt bin. Tja, Levia, freu dich jedenfalls schon mal auf Angst, dass im April 06 auf die ahnungslose Leserschaft losgelassen wird ... :mrgreen:

Nachtrag: Und im August 06 Die Insel - Weltklasse-Roman mit einem hübschen Ende, hihihi ...
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Beitragvon Levia » Sonntag 11. Dezember 2005, 13:45

So, habs durch und fands ok.. Ich denke meine anfängliche Euphorie ist etwas abgeflacht, sie ist wohl hauptsächlich durch die Entdeckung eines neuen tollen Schriftstellers entstanden.. :mrgreen:
In vielen Hinsichten ist das Buch leider voraussehbar und das Ende hat mich etwas unbefriedigt hinterlassen, da man keine weiteren Informationen über den Parasit bekommt..
[spoiler]Und dass Jake das Vieh verbrannt hat, hab ich sowieso nicht verstanden.. Will man sowas denn nicht untersuchen??[/spoiler]
Aber gerade dieser "kurze kompomisslose" Schreibstil gefällt mir sehr! Bin gespannt auf die anderen Bücher!
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Beitragvon torsten » Sonntag 11. Dezember 2005, 23:42

Ja, die Vorhersehbarkeit von Parasit hat mich auch etwas gestört. Kleiner Tip übrigens zur Überbrückung der Laymonfreien Zeit: Soeben ist Evil von Jack Ketchum auf Deutsch erschienen. Ein Autor hat mir mal per Mail gesagt, dass Ketchum fast so gut wie Laymon wäre und hat Recht behalten. Aber vorsicht! Das Ding geht echt an die Nieren!
@ Levia: Dann wirst du dir als nächstes wohl den Vampirjäger vornehmen? Der ist ... tja nun ... ziemlich ... abgefahren ...
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