Bentley Little

Zum Gruseln

Moderator: Esprit

Bentley Little

Beitragvon torsten » Dienstag 10. August 2004, 09:47

So liebe Freunde - nachdem ich euch bereits Kings Kollegen Robert R. McCammon und Richard Laymon vorgestellt (und hoffentlich euren Geschmack getroffen) habe, möchte ich euch nun einen weiteren, fatalerweise noch immer ziemlich unterschätzten Autor vorstellen - Bentley Little!
Man könnte Bentley Little als Inbegriff für intelligenten Horror ansehen, denn schon seit einiger Zeit nimmt sich Little die Marotten/Eigenarten unserer Welt vor und verdreht sie auf einzigartige Art und Weise zu bizarren Geschichten, die nicht nur spannend ohne Ende sind, sondern auch zum Nachdenken anregen!
Hier nun die Liste der bislang erschienenen Werke:

1990: The Revelation - Bentley Littles Debüt-Roman für den es auch gleich den Bram-Stoker-Award gab. Eine fiese kleine Story über einen dämonischen Priester, der alte Unwesenheiten in einem kleinen Bergdorf wieder zu leben erweckt. Stellenweise ziemlich krass.

1991: The Mailman - Ein neuer Briefträger verwandelt eine friedliche Stadt in einen Ort aus Misstrauen und Angst.

1993: The Summoning - Toller Horrorschocker um chinesische Vampire, die eine Kleinstadt in Arizona terrorisieren

1994: University - Der Titel sags ja schon: Hier nimmt sich Little die Welt der Studenten vor. Und nix für ungut, aber nach Beendigung dieses Romans war ich froh, niemals studiert zu haben ... :P

1996: Dominion - Ausnahmsweise spielt dieser Roman nicht in Arizona, sondern im Napa Valley. Und weil dort u.a. auch Wein angebaut wird, darf eine Gottheit namens Dionyssos natürlich nicht fehlen ... sehr spannender Roman um Seelenwanderungen.

1996: The Store - Sein vielleicht bester Roman. Hier nimmt sich Little auf makabre und extrem unheimliche Art und Weise dem Problem der Großkonzerne an ... für mich mittlerweile ein absoluter Klassiker!

1997: The House - Leider nur durchschnittliche Geisterstory.

1997: The Ignored - Wie "The Store", ein weiteres Musterbeispiel für intelligenten, zeitgemäßen Horror. Dreh- und Angelpunkt dieses Romans ist die Isolation bzw. die Ignoranz unserer Gesellschaft. Unheimlich!

2000: The Town - Bentley Littles Version der "Frauen von Stepford" ... ihr wisst schon, eine Stadt, die ein dunkles Geheimnis hat, etc. - Gelungen.

2000: The Walking - Extrem spannender Horror-/Zombie-Roman.

2001: The Association - Wenn Mietvereinigungen so schlimm sind wie in diesem Buch, dann kauft euch schleunigst ein abgelegenes Häuslein auf dem Land!

2002: The Return - Thematisch dem 200er Werk "The Town" nicht ganz unähnlich, allerdings wesentlich abgedrehter!

2002: The Collection - Tolle Kurzgeschichten-Sammlung mit ein paar der kopfkränkesten Stories der letzten Zeit.

2003: The Policy - Versicherungen aller Art stehen diesmal im Mittelpunkt dieses Romans

2004: The Resort - Roman um eine Ferienanlage der ganz besonderen Art ...

Vielleicht habe ich ja euer Interesse geweckt. Wie bereits gesagt, Little ist ein toller Autor, und es lohnt sich wirklich, ihn zu lesen. Zwar sind seine Bücher bislang ausschließlich nur auf Englisch erschienen, aber wie Richard Laymon schreibt Little sehr einfach; man braucht also nicht ständig ein Wörterbuch (eigentlich gar nicht).
Wer mehr wissen möchte, dass ist Bentleys HP: http://www.geocities.com/bentley_little/index.html
Benutzeravatar
torsten
Leseratte
 
Beiträge: 319
Registriert: Montag 15. Dezember 2003, 17:26
Wohnort: Ludwigshafen am Rhein

Beitragvon Ben_Hanscom » Mittwoch 13. Februar 2008, 19:14

Hab jetzt Furcht (The Association) gelesen und es hat mir sehr gefallen, auch wenn es eine weile gedauert hat, bis es spannend wurde.
Einen Carrie abziehen
Ben_Hanscom
Des Lesens mächtig
 
Beiträge: 18
Registriert: Mittwoch 20. September 2006, 20:17

Beitragvon spaddl » Mittwoch 13. Februar 2008, 19:52

Oh, sehr schön: du hast das gelesen!?

Ich habe es auch angefangen und habe nun vor Langeweile aufgehört!?
Ab wann fängt das denn ungefähr an, spannend zu werden?
Zynismus ist der geglückte Versuch, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist!
Benutzeravatar
spaddl
Bücherfreund
 
Beiträge: 70
Registriert: Donnerstag 13. Juli 2006, 12:43

Beitragvon Ben_Hanscom » Donnerstag 14. Februar 2008, 23:38

Gegen Ende hin, natürlich ist es nicht der spannendste Schmöker und ich kann es nachvollziehen, wenn man es nicht zu Ende liest. Mir haben aber auch die immer neuen noch bescheuerten Vorschriften gefallen.
Einen Carrie abziehen
Ben_Hanscom
Des Lesens mächtig
 
Beiträge: 18
Registriert: Mittwoch 20. September 2006, 20:17

Beitragvon spaddl » Samstag 16. Februar 2008, 17:05

Hmm..mal schauen, ob ich in den nächsten Wochen nochmal dazukomme, das Buch durchzulesen..
Lust hätte ich ja, auch weil bei amazon sehr gute Kritiken über das Buch zu lesen sind!
Zynismus ist der geglückte Versuch, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist!
Benutzeravatar
spaddl
Bücherfreund
 
Beiträge: 70
Registriert: Donnerstag 13. Juli 2006, 12:43

Beitragvon Markus » Mittwoch 2. Juli 2008, 08:06

Von Bentley Little ist jetzt "Furcht" deutschsprachig erschienen. Der Klappentext nach zu urteilen, scheint es sich um "The Association" zu handeln.... empehlenswert?!
Markus
Des Lesens mächtig
 
Beiträge: 21
Registriert: Freitag 30. März 2007, 19:27

Furcht

Beitragvon Berzerk » Samstag 13. September 2008, 21:23

Habe vor ein paar Wochen Furcht von Bentley Little gelesen.

Ich muss sagen, die mehrheitlich positiven Rezensionen bei Amazon sind absolut gerechtfertigt. Bentley Little baut hier langsam ein immer bedrohlicheres Setting auf.

Es fängt alles ganz leise an mit dem Traumhaus in der sicheren Wohngegend. Anfangs sind die Eigenheiten und die kleinliche Auffassung über Recht und Ordnung des Eigentümervereins eher amüsant, dann nach und nach wird es immer bedrohlicher.

Außergewöhnlich für ein Horrorbuch ist auch der Gegner. Also mit einem Eigentümerverein musste sich meines Wissens wohl noch kein Held in einem Roman herumschlagen.

Alles in allem fand ich es sehr sehr gelungen und freue mich auf das nächste Buch von ihm, das aber wohl erst im nächsten Jahr erscheinen soll. :nonono2:

Viele Grüße

Berzerk
Berzerk
Bücherfreund
 
Beiträge: 77
Registriert: Freitag 8. Februar 2008, 17:39
Wohnort: Bad Homburg

Beitragvon TheUsed » Freitag 19. September 2008, 22:50

welche Romane sind denn von ihm inzwischen auf Deutsch erschienen?

abgesehen davon hört sich das beschriebene ziemlich alles sehr gut an, vielleicht lese ich in einen seiner Bücher auch auf Englisch mal rein...
Hepaxamendios
TheUsed
Des Lesens mächtig
 
Beiträge: 34
Registriert: Sonntag 28. Mai 2006, 11:58
Wohnort: †~Abgründe der Seele~†

Bentley Little - Böse

Beitragvon Berzerk » Freitag 16. Oktober 2009, 15:23

Ein wenig verspätet, aber vielleicht trotzdem hilfreich:

Das zweite Buch, das auf deutsch von Bentley Little erschienen ist, heißt "Böse".

Die kleine Stadt Willis stürzt ins Chaos, als der jahrelange Briefträger der Gemeinde Selbstmord begeht und durch einen neuen Briefträger ersetzt wird.

Auf einmal erhalten die Bewohner erstmal nur gute Nachrichten per Post. Später werden Briefe dann scheinbar aus Versehen vertauscht, melden sich jahrelang verschollene Freunde - und sogar Tote.

Die Grundidee des Romans ist klasse, erinnert jedoch nicht wenig an Stephen Kings "In einer kleinen Stadt", ist jedoch durchaus eigenständig. Der Briefträger ist sehr gut gelungen, auch wie die Stadt immer weiter in Chaos versinkt und sich verschiedene Lager bilden, ist sehr spannend erzählt.

Mir hat "Furcht", das erste Buch, ein wenig besser gefallen, aber auch "Böse" hat viel Spaß gemacht. Im Schulnotensystem würde ich eine stabile 3 geben.

Mittlerweile ist ein weiterer Roman von Little auf Deutsch erschienen. Er heißt "Fieber" und wird auch bald auf meinen Nachtschrank wandern.

Viele Grüße

Berzerk :lernen:
Berzerk
Bücherfreund
 
Beiträge: 77
Registriert: Freitag 8. Februar 2008, 17:39
Wohnort: Bad Homburg

Unheil

Beitragvon Markus » Samstag 7. August 2010, 19:34

So,

(Vorsicht Spoiler!)

gerade meinen ersten Bentley Little - Roman "Unheil" (the resort) ausgelesen...

Positiv muss ich sagen, das Buch hat sich unwahrscheinlich flüssig gelesen.

Naja, im Grunde war der Roman mehr eine Neuauflage von Kings "The Shining" (im Klappendeckeltext heißt es: "Die perfekte Hommage an Stephen Kings Shining", Zitatherkunft wird nicht angegeben).

Tatsächlich wurde hier fast alles minutiös übernommen: Das "schlechte" Hotel Reata, wo es im Laufe der Zeit, so hoch her ging, dass es dort heute spuken muss, geistige Inbesitznahme der Gäste, das andeutungsweise zweite Gesicht des zwölfjährigen Ryan Thurman. Tja, und statt Schnee gibts Wüste

All das sagt nichts negatives über den Roman aus, aber das Problem war, dass nahezu jedes der aufgebauten Schockelemente entweder pointenlos verlief oder sich als Rohrkrepierer erwies. Unterm Strich waren weder der Swimmingpool noch die plötzlich wiedergekehrte Jugendliebe Lowells "Brenda" wirklich gruselig.

Die Idee mit dem "Aktivitäten-Koordinator" Rockne, sowas wie eine besondere Form von aufdringlichem Animateur (Geist von Knute Rockne?! ;-) ) ist ja ganz witzig, war aber irgendwann auch nicht mehr so interessant.

Das größte Manko ist das Ende des Buches. Man kann es nur als abrupt bezeichnen. (was ist z.B. aus dem Charakter Patrick Schlaegel, warum ist David geworden? Was war sein Sinn??)

Es schien mir fast so, als hätte Little diesen letzten Teil unter Zeitdruck geschrieben, um den Abgabetermin nicht zu verpassen. Irgendein Concierge leiert kurz vor Ende die Geschichte um den Hotelgründer Jedidiah Harrison und den verzauberten Pool auf 10Seiten runter und... Finis!

Alles in allem, schade, wirklich!

Aber Little schreibt gut, spannend und flüssig.
War bestimmt nicht der letzte Roman, den ich von ihm gelesen habe.... (versuche es demnächst mit "Furcht")
Markus
Des Lesens mächtig
 
Beiträge: 21
Registriert: Freitag 30. März 2007, 19:27

Re: Bentley Little

Beitragvon TheUsed » Sonntag 5. Juni 2011, 13:11

Von Little habe ich nun vier Romane gelesen: Furcht, Böse, Fieber und Unheil.
Furcht und Unheil fand ich am besten, Böse war auch nicht schlecht. Was mir am wenigsten gefiel war Fieber.

Was mich daran fasziniert ist die Originalität der Bösen Figuren. Der Eigentümerverein aus Furcht besteht aus einem Gremium aus ziemlich seltsamen kreaturen, wie sich am Ende herausstellt. Auch der Postbote aus Böse und die Figuren aus Unheil, genauso wie die Versicherungsvertreter in Fieber sind ganz seltsame gestalten, die allein von dem am Leben gehalten werden was sie tun. Vampire saugen Blut, der EIgentümerverein bekommt seine Energie aus Paragraphen, der Postbote aus der Post, die Versicherungsmakler aus Versicherungen. Das ist das Originelle an Little, das ist was völlig neues...
Hepaxamendios
TheUsed
Des Lesens mächtig
 
Beiträge: 34
Registriert: Sonntag 28. Mai 2006, 11:58
Wohnort: †~Abgründe der Seele~†


Zurück zu Horror

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron