Der Keller

Zum Gruseln

Moderator: Esprit

Der Keller

Beitragvon Markus » Samstag 6. Juni 2009, 18:37

Hallo,

So, hab mich jetzt endlich durch die drei Romane in Laymons Mammutwerk "Der Keller" duchgekämpft.
Ich muss sagen, in Anbetracht von "Die Insel" oder "Das Treffen" war ich eher enttäuscht.

Der erste Roman des Bandes (zugleich noch der kürzeste) weiß nochg zu fesseln, da man die Hintergründe um das Horrorhaus und "Die Bestie" noch nicht kennt. Zwar ist die Geschichte dann nicht wirklich so originell, aber Laymon-Fans weder seine Gewalt- und Sexdarstellungen zu schätzen wissen.

Der längere zweite Roman "Das Horrorhaus" startet mit der schlechte Voraussetzung, dass der Leser nun bereits den Hintergrund "Der Bestie(n)" kennt und auch nicht wirklich neue Überraschungen aufzuweisen hat.
Auch hier weist der Roman wieder einige sonderliche und skurille Charaktere auf (z.B. den Schriftsteller Gorman Hardy), auf deren charakterliche Vertiefung Laymon großes Wert zu legen schien.
Im Gegensatz zum Vorgänger wird die Schraube an Sex, Blut und Gewalt deutlich angezogen. Durchaus lesbar!

Aber...

...jetzt kommt`s:
"Mitternachtstour" ist der dritte und zugleich mit rund 650S. der umfangreichste Roman des Bandes. Ich mußte mich stellweise durch den Roman quälen, um ihn überhaupt durchlesen zu können.

Nebensächlichkeiten wie die Liebeleien und sexuellen Beziehungen zwischen den Protagonisten werden dermaßen explizit vorgeführt, dass es allmählich langweilt. Dies nimmt Ausmaße an, dass man glaubt sich in eine kitschige Seifenoper verirrt zu haben (Owen ist in Dana verliebt, aber mit der entsetzlichen Monica verirrt, Clyde will Dana vernaschen, aber Dana hat sich in den Imbißbudenbesitzer Warren verknallt usw. usw.) Es muss hervorgehoben werden, dass sich derartige Handlungsnebenstränge auch mal durchaus ein paar hundert Seiten des Romans durchziehen können.
Was mir besonders negativ aufgefallen ist,, ist die Tatsache, dass Laymon teilweise neue Charaktere explizit einführt und die dann zehn Seiten später sterben läßt... warum fragt man sich?!
Der Erzählstruktur kommen die zwei verschiedenen Zeitebenen zugute (Sandy und "Das Horrorhaus" in der Gegenwart").
Erst ca. im letzten Viertel kommt der Roman etwas in Fahrt.

Der Plot-twist am Ende (sollte ich ihn denn richtig verstanden haben)
[spoiler]Die Polizistin Eve ist offensichtlich Erics Mutter Sandy[/spoiler] weiß noch etwas zu überraschen.

Naja.... insgesamt, geht gerade noch unterm Strich :sad:
Markus
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Beitragvon ShadowMan » Montag 8. Juni 2009, 18:01

Es gibt sogar noch einen 4. Teil namens "Friday Night in Beast House", siehe http://www.cemeterydance.com/page/CDP/PROD/laymon11 hier.

Soll sehr gut sein, ich habe es leider auch noch nicht gelesen, da es leider nur im Original vorliegt.
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Beitragvon medizyner85 » Samstag 27. Juni 2009, 19:19

Also ich hab die Romane verschlungen und ar von Anfang bis Ende begeistert. Grad der dritte Teil von keller wusste für mich jederzeit mit der Darstellung der Liebeleien zu erheitern und geschickt davon abzulenken, dass der Leser immer damit rechnet, dass gleich der große Knall noch vor der Mitternachtstour geschieht. Hab übrigens den Clou auch so verstanden wie du Markus.

Weiß schon jemand genaueres wann der vierte Teil auf deutsche erscheint?

lg med
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