Andersens Märchen

Für die Junggebliebenen

Moderator: Gwenhwyfar

Andersens Märchen

Beitragvon MercuryX » Donnerstag 24. März 2005, 20:54

Beim Keller aufräumen habe ich heute eine alte Ausgabe von Andersens Märchen gefunden. Als mein Sohn (5 Jahre) das Buch sah wollte er natürlich sofort das ich ihm daraus vorlese. Er hat zwar (mehr oder weniger) interessiert zugehört, aber irgendwie hatte ich das Gefühl das die Märchen für kleine Kinder eher unverständlich sind.

Also für kleine Kinder kann ich Andersens Märchen nicht empfehlen. Da gibt es schönere Märchen. :|
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Beitragvon Gwenhwyfar » Donnerstag 24. März 2005, 23:00

Es kommt darauf an...

Andersen, E.T.A. Hoffmann, Wilhelm Hauff und auch Ocar Wilde schrieben Kunstmärchen. Sie nahmen nicht, wie zum Beispiel die Brüder Grimm, reine mündiche Überlieferungen als Vorlage, sondern schufen phantasievolle Geschichten mit hohem sprachlichen Kunstgehalt.
Ich als Erwachsener lese diese selbst heute noch gern. :sweet
Aber sind wir nicht alle mit der kleinen Merrjungfrau, Däumeline, Zwerg Nase, Kalif Storch und wie sie alle heißen, aufgewachsen? Mein Lieblingsmärchen der Kindheit war jedenfalls immer Die kleine Meerjungfrau.
Ich denke, auch heute sind viele dieser Märchen für Kinder geeignet. Sie bestechen durch Einfallsreichtum, eine faszinierende Welt jenseits der Moderne, haben eine herrlich altmodische Sprache, welche das Märchenhafte hebt.
Und ein von Mama oder Papa in gemütlicher Atmosphäre vorgelesenes Märchen wird immer geschätz.
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Beitragvon MercuryX » Donnerstag 24. März 2005, 23:48

Gwenhwyfar hat geschrieben:... sondern schufen phantasievolle Geschichten mit hohem sprachlichen Kunstgehalt ... Ich denke, auch heute sind viele dieser Märchen für Kinder geeignet.


Aber hat Andersen die Märchen auch für Kinder geschrieben? Denn was nützt den Kindern "hoher sprachlicher Kunstgehalt" wenn sie die Geschichte dadurch nicht verstehen. Mir scheint als ob seine Märchen eher was für "Große Kinder" sind.

Gwenhwyfar hat geschrieben:Und ein von Mama oder Papa in gemütlicher Atmosphäre vorgelesenes Märchen wird immer geschätz.


Dagebe ich Dir Recht! Egal ob es die obligatorische Gutenachtgeschichte ist oder man es sich zwischendurch mal gemütlich macht. Eine Geschichte oder ein Märchen kommt immer gut an. Und so bekommen die Kleinen auch später Lust selber zu lesen. Aber da sind Mama und Papa gute Vorbilder. :mrgreen:
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Beitragvon Bangor » Freitag 25. März 2005, 00:03

Das Vorlesen an sich war für mich früher schon das Ereignis. Was da gelesen wurde, war dann eher zweitrangig. :wink: Märchen waren aber immer schon etwas Besonderes.
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Beitragvon Gwenhwyfar » Freitag 25. März 2005, 15:02

Mercury, ich halte viele Märchen von Andersen für kindgerecht. Deshalb erwähnte ich ja zwei, die ich selbst aus meiner Kindheit kenne. :sweet
Besonders schön ist auch Die Schneekönigin. Und hat man das Gefühl, eine Stelle im Buch oder ein Satz seien etwas schwer verständlich, erklärt man sie mit eigenen Worten. Außerdem fragen Kinder eigentlich immer nach, wenn sie etwas interessiert oder sie es nicht ganz verstehen.
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Beitragvon MercuryX » Freitag 25. März 2005, 23:46

@Bangor: Das war bei mir früher anders. Wenn mich ein Märchen oder eine Geschichte nicht interessiert hat, dann wollte ich sie auch nicht mehr(ein zweites mal) hören. Da war ich immer wählerisch.

@Gwen: Ich hätte die bekannten Märchen rauspicken sollen. Junior wollte aber das ich von vorne anfange. So gab es den "Schweinehirt", "Der Tannebaum" und "Der standhafte Zinnsoldat".
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Beitragvon Gwenhwyfar » Samstag 26. März 2005, 04:07

Der Zinnsoldat ist doch süß. :sweet
Was aber bei den Märchen auffällt - und in diesem Sinne verstehe ich auch Deine Bedenken - viele enden sehr traurig. :frown:
Wenn ich da an das Mädchen mit den Schwefelhölzern denke...ging mir als Kind schon ans Herz.
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Beitragvon susa » Samstag 26. März 2005, 11:58

Gwenhwyfar hat geschrieben:Wenn ich da an das Mädchen mit den Schwefelhölzern denke...ging mir als Kind schon ans Herz.


Das war ein Märchen von em ich Alpträume bekommen habe. Irgendwas mit Fuer und Verhungern, glaub ich. Jaja, ich war schon als kleines Mädchen mit zuviel Phantasie geschlagen. :P

Ansonsten- yep, mein Papa hat mir früher auch immer Märchen vorgelesen, unter anderem auch die von Andersen. Eine allabendliche Zeremonie die ich geliebt habe, vor allem wenn er mit verstellten Stimmen las. :P Das häßliche Entlein fand ich immer ganz toll, genauso wie Des Kaisers neue Kleider. Besonders aufregend war da immer wenn er am Ende NACKT rumlief. NACKT! :mrgreen: Oh, Die roten Schuhe fand ich immer gruselig, vor dem Märchen hatte ich auch Angst.
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Beitragvon Bangor » Samstag 26. März 2005, 18:06

Das Mädchen mit den Schwefelhölzern ist erfroren, glaube ich.
Viele der Märchen hatte ich früher auf Schallplatte (manche noch heute). Ich weiß gar nicht, wie oft ich die als Kind gehört hatte. Sehr schön.

Ideal war, wenn die Platte vom "EUROPA"-Verlag war und der Sprecher "Hans Paetsch" hieß. :wink:
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Beitragvon susa » Samstag 26. März 2005, 19:17

Bangor hat geschrieben:Das Mädchen mit den Schwefelhölzern ist erfroren, glaube ich.:


Ja, aber davor sieht sie doch durch die Wand ne Familie beim Weihnachtsessen, oder? So ist mir das jedenfalls im Kopf geblieben. oder ich hab mir das mein bisheriges Leben lang eingebildet. :P
Und verhungern fand ich als Kind schlimmer als erfrieren, vermutlich konnt ich mir erfrieren nicht vorstellen...
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Beitragvon Gwenhwyfar » Samstag 26. März 2005, 21:13

Sie zündet drei Streichhölzer an, beim letzten sieht sie ihre tote Großmutter, welche sie zum Himmel führt. Bei dieser Vision stirbt sie, mit einem Lächeln. :frown:
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Beitragvon susa » Samstag 26. März 2005, 21:43

Ach so, nein, schon klar- mit davor meinte ich nicht vor ihrem Tod, sondern irgendwann davor. Also bei nem früheren Streichholz.

Schön langsam beschleicht mich das Gefühl das ich mir nicht sicher bin ob ich meinen Kinder irgendwann mal so ein Märchen zumuten würde..
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Beitragvon Liliana » Samstag 26. März 2005, 22:43

nunja, muss man halt dem alter des kindes anpassen... Das Mädchen mit den Schwefelhölzern würd ich meinem Kind wahrscheinlich erst vorlesen, wenn es die Bedeutung des Todes wenigstens im Ungefähren kennt. Und danach unbedingt noch mit dem Kind reden, nicht dass es Alpträume bekommt (wie ich frühe vom Struwwelpeter von Wilhelm Busch).

Meine Mutter hat mir früher auch immer vorgelesen, aber vorwiegend englische Märchen oder modernere Geschichten. Allerdings hatten wir später auch eine Märchenreihe, mit 20 Märchen, unter anderem auch die hier genannten. die fand ich immer spannend, und nun ist aus mir eine Bücher verschlingende Kreatur geworden, die sich hin und wieder selbst im Schreiben versucht *seufz*
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Beitragvon Bangor » Sonntag 27. März 2005, 14:16

Liliana hat geschrieben: (wie ich frühe vom Struwwelpeter von Wilhelm Busch).

Der Struwwelpeter ist nicht von Wilhelm Busch, sondern von Heinrich Hoffmann.
Der Eindruck entsteht oft, weil die Geschichten der beiden oft in einem Buch zu finden waren (Max und MoriTz). :wink:
Bangor
 

Beitragvon Liliana » Sonntag 27. März 2005, 19:37

ui, danke :shock: :knuddel2: :love:
aber ich war vor der Geschichte so geschockt, darauf hab ich dann gar nicht mehr geachtet ;) Außerdem sind Wilhelm Busch's Bücher/Geschichten mit Sicherheit nicht einfacher zu verkraften... Hab von meiner Großmutter nen Bildband von ihm bekommen als ich zehn war, hat mich damals tw. ebenso fertig gemacht wie der Struwwelpeter... :D
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