John Irving

Goethe, Mann, Tolstoi und Co aber auch neueres

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John Irving

Beitragvon Konz » Sonntag 2. Februar 2003, 17:21

Ich habe in der bibo am freitag "Garp und wie er die Welt sah" von John Irving mitgenommen .....aus interesse . Und ich bin schon auf seite 125...

Muss sagen,das das Buch echt gut ist.....dieser hintergründige doppeldeutige, aber teilweise auch derbe und offensichtliche Humor verbunden mit der Gesellschaftskritik,die schon Satirische Züge hat....
Das gefällt mir.....

Bin noch nicht sehr weit wie gesagt,also nichts verraten.....

Ich will nur wissen;Ist es lohnenswert seine anderen Bücher zu lesen?
hat er gewisse Hauptthemen?Was gibts noch so für empfehlenswerte bücher von ihm?
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Beitragvon Esprit » Sonntag 2. Februar 2003, 19:17

ja,hab schon bei "Nicht-King-Bücher" erwähnt,dass "Gottes Werk und Teufels Beitrag" sehr gut war,andere bücher kenn ich (noch) nicht von ihm,aber das ist sehr zu empfehlen...
"Der Wahnsinn ist ein Land, in das nicht jeder Zutritt hat. Man muss ihn sich verdienen."
(aus"Die grauen Seelen" von Philippe Claudel)
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Beitragvon Esprit » Sonntag 2. Februar 2003, 19:19

grob gesagt,geht es bei "Gottes Werk und Teufels Beitrag" um Abtreibung...
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Sonntag 2. Februar 2003, 22:16

Irving gehört sicherlich zu den besten Gegenwartsautoren, ist allerdings nicht jedermanns Sache. "Owen Meany" kann ich empfehlen. Die Hauptfigur soll, nachdem was ich mal gelesen habe, eine Anlehnung an Oskar Matzerath aus der "Blechtrommel" sein (ist jedoch wesentlich sympathischer als dieser).
Das Buch erzählt kurz gesagt von den Fünfziger Jahren, von der Zeit unter Kennedy, Vietnam und der Reagan-Ära und von der tiefen Freundschaft zwischen John und dem kleinwüchsigen Owen, einer äußerst originellen und interessanten Gestalt, die man einfach liebgewinnen muss. Es gilt allgemein als sein Meisterwerk. Aber soweit ich weiß, sind alle seine Bücher lesenswert.
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Beitragvon Glue Boy » Montag 3. Februar 2003, 00:11

Irving sollte man auf jeden Fall lesen. Neben den schon genannten Romanen empfehle ich vor allem das "Hotel New Hampshire". Für mich Irvings Meisterstück, wild, lustig, traurig, erotisch...

Mir hat auch "Zirkuskind" sehr gefallen. Aber auch "Owen Meany" und "Gottes Werk..." sind toll, auch Garp, auch "Die wilde Geschichte vom Wassertrinker", nur "Witwe für ein Jahr" fand ich nicht soooo toll. as aktuelle von Irving kenn ich noch nicht...
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Beitragvon stephy » Montag 3. Februar 2003, 05:57

Das einzige Buch von Irving, das ich so überhaupt nicht empfehlen kann, ist "Witwe für ein Jahr". Irgendwie fand ich das ziemlich bescheuert... :roll: Aber "Owen Meany" halte ich für das beste Buch, das ich bisher von ihm gelesen habe (ich kenne sonst noch "Gottes Werk und Teufels Beitrag").... Wie gesagt ist Irving ziemlich gut. Seine Geschichten sind anders, das allein macht sie vielleicht auch zum Größtenteil aus... Man wird zwar nicht besonders viel Herz in seinen Büchern finden (jedenfalls hab ich nicht viel davon gefunden), wie jetzt z.B. bei vielen anderen Autoren, aber dennoch ist er wirklich empfehlenswert.

Kann gut sein, daß Irving in "Owen Meany" die "Blechtrommel" verarbeitet hat, immerhin zählt Grass - meines Wissens nach - zu seinen Vorbildern. Genau wie Dickens natürlich. :P
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Beitragvon Konz » Montag 3. Februar 2003, 15:23

Zieht sich das Motiv, das er die Dinge des Alltags und die abstrusen,aber doch ganz "normalen" Dinge der Welt mit einer gewissen Ironie versieht und daraus ne Gesellschaftskritik macht durch alle seine Bücher????
Das hab ich bei "Garp" nämlich schon sehr zu spüren bekommen.....

Obwohl ich auch sagen muss,das ich seinen Stil nicht als "Kritik" an Gesellschaft sehen würde....er zeigt einfach auf,das die Dinge so sind wie sie sind,auch wenn es oft noch so abwegig und verrückt ist,unser Leben...

Und das gefällt mir an ihm..... :bounce: ......diese Abhandlung von Klischees und Weltwahrheiten in Nebensätzen.....einfach toll
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Beitragvon stephy » Montag 3. Februar 2003, 15:49

Hm, ich glaube, das kommt drauf an, wie man seine Bücher liest bzw. wie man sie betrachtet. Bei "Witwe für ein Jahr" habe ich keine Gesellschaftskritik herausgelesen, obwohl sie sicher irgendwo auch drinsteckt. Liegt einfach daran, daß ich das Buch mehr oder weniger zur Unterhaltung gelesen habe... :P

Allerdings spürt man besonders deutlich eine Gesellschaftskritik in "Gottes Werk und Teufels Beitrag"... Obwohl ich finde, daß das Wort "Gesellschaftskritik" nicht wirklich paßt. Man könnte vielmehr sagen, daß sich Irving in diesem Roman mit der Frage "Abtreibung - ja oder nein? Wo ist das Für und wo ist das Wider?" auseinandersetzt...

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Beitragvon Esprit » Montag 3. Februar 2003, 17:16

Indirekt ist das aber auch ne gesellschaftskritik - er kritisiert,dass die Gesellschaftz total gegen Abtreibung ist,also das ungeborene Leben
"schützt" ,aber,wie in dem Buch auch wortwörtlich von Dr.Larch formuliert,
das geborene Leben nicht (!) schützt,womit er einerseits die Frauen in verzweifelter Situation meint,als auch die geborenen kinder,die dann niemand mehr haben will,die sind dem Staat dann relativ egal (Homer)..
Bei "Gottes Werk und Teufels Beitrag" prangert er eben diese Doppelmoral der Gesellschaft an.....
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Beitragvon stephy » Dienstag 4. Februar 2003, 06:10

Japp. So kann man's natürlich auch sehen! :wink: Ist mir jetzt irgendwie entfallen... *schäm* :hammer
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Beitragvon Esprit » Dienstag 4. Februar 2003, 17:59

Macht doch nichts :knuddel2: ich habs ja auch erst vor kurzem gelesen...
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Beitragvon Konz » Donnerstag 6. Februar 2003, 16:28

Bin bei "Garp" mittlerweile auf seite 360 und hab mich echt verliebt in das buch.....da geben sich die abstrusen situationen ja förmlich die klinke in die Hand.....

Mir ist eines aufgefallen,was bei Irving wahrscheinlich das genaue gegenteil zu king darstellt:

Bei Irving geschieht auf wenig Seiten total viel...

Beispiel "garp" : (spoiler)
:!: :!: :!: Und zwar das Kapitel, indem über das andere Paar erzählt wird,welches Probleme hat in der Beziehung....wo Garp und Helen dann so ne art Partnertausch mit denen machen.....im gleichen Kapitel erfahren wir,wie Garp das in einem Roman verarbeitet und die Reaktion einer Leserin darauf....und außerdem wird der neue Begleiter von Garps Mutter Jenny vorgestellt:Dieser Transsexuelle ehemalige Footballspieler(Robert/Roberta).......und das alles auf gerade mal 26 Seiten.....SPOILER ENDE

Und dann beschäftigt mich beim Lesen immer mehr die Frage:in wie weit ist der Roman autobiografisch(Also zum Beispiel frag ich mich ständig,wie viel von Garps Frau Helen im Roman auch gleichzeitig Irvings Frau sein kann usw.).....

Wisst ihr da genaueres drüber?
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Beitragvon stephy » Donnerstag 6. Februar 2003, 17:26

Ich weiß nicht viel über Irvings Leben. Nur, daß er sich mal in einem Interview für Bush geäußert hat... :denk:
Auf jeden Fall hat er auch eine "Autobiographie" geschrieben. Ich weiß aber nicht, wie die heißt... hihi... Ist gleichzeitig auch das dünnste Buch von ihm... höhö... :mrgreen: Wenn Du also mehr über ihn und sein Schreiben erfahren willst (er ist übrigens Legastheniker), dann würde ich mir an Deiner Stelle das Buch greifen. ;)
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Beitragvon Glue Boy » Montag 10. Februar 2003, 06:56

@stephy und esprit

Abtreibung ist in den USA eine extrem politisch-moralische Frage, mehr noch als bei uns. Fanatiker haben dort Bombenanschläge auf Ärzte verübt, die Abtreibungen vornahmen. Da gab es Tote. Ein amerikanischer Autor, der dieses Thema behandelt wie in "Gottes Werk...", nimmt auf jeden Fall gesellschaftspolitisch Stellung, und Irving tut das, indem er sich (mit Wilbur Larch) auf die Seiten der Frauen stellt. Das ist in den USA zwar nicht todesverachtend, aber auch nicht unmutig...
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Beitragvon stephy » Montag 10. Februar 2003, 13:15

Ach so. Na, den Hintergrund hab ich für meinen Teil echt nicht gewußt. Sorry!
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