John Irving

Goethe, Mann, Tolstoi und Co aber auch neueres

Moderator: Gwenhwyfar

Beitragvon samIamsad » Mittwoch 23. April 2003, 10:05

Owen Meany ist zum Verlieben. Wiztig, tragisch, zynisch, kritisch und oft auch irgendwie ganz schön unheimlich. Der kleine Messias von nebenan.
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Beitragvon Friend567 » Mittwoch 23. April 2003, 14:29

Ich hab gestern Gottes Werk und Teufels Beitrag angefangen und wenn ich euch trauen kann (wer weiss :wink: ) soll das Buch gut sein. Den Film dazu fand ich jedenfalls klasse :o
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Beitragvon stephy » Mittwoch 23. April 2003, 18:01

"Owen Meany" ist wirklich gut. Ich würde es zwar nicht auf meine Top 10 setzen (oder Top 100, je nachdem), aber es ist ganz okay, das beste Buch von Irving...

Häh? Hab ich das grade nicht schon mal geschrieben? :?: Ach so, in einem anderen Thread... Ja dann... ;)
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Beitragvon samIamsad » Freitag 25. April 2003, 05:53

Vielleicht ist es nicht die unglaublich tragische Geschichte des Owen Meany, die das Buch so besonders macht. Vielleicht. Denn alleine diese ist schon absolut unglaublich. Genau wie Owens Charakter an sich. Aber nicht nur solche Passagen machen Irvings Werk zu weitaus mehr als einer okayen Lektüre:

(Irving ist Amerikaner)


"DER GLAUBE EINES MENSCHEN HAT SEIN EIGENES TEMPO", sagte Owen Meany. "DAS PROBLEM AN DER KIRCHE IST DER GOTTESDIENST. EIN GOTTESDIENST WIRD FÜR EIN MASSENPUBLIKUM ABGEHALTEN. IMMER, WENN MIR EIN LIED ZU GEFALLEN BEGINNT, PLUMPSEN ALLE AUF DIE KNIE ZUM BETEN. IMMER, WENN ICH DEM GEBET GERADE FOLGEN KANN, SPRINGEN ALLE HOCH UND FANGEN AN ZU SINGEN. UND WAS HAT DIE BLÖDE PREDIGT MIT GOTT ZU TUN? WER WEISS, WAS GOTT VON DEN AKTUELLEN EREIGNISSEN HÄLT? WER SCHERT SICH DARUM?"


"Sehen Sie denn nicht, wie da bewußt provoziert wird? Was für eine Arroganz dahintersteht? Diese Gleichgültigkeit gegenüber sämtlichen Abrüstungsabkommen! Jeder Amerikaner sollte gezwungen werden, ein oder zwei Jahre lang außerhalb der USA zu leben. Man sollte sie zwingen zu erkennen, wie lächerlich sie auf den Rest der Welt wirken! Sie sollten sich einmal anhören, wie man sie anderswo sieht - ganz gleich wo! In jedem Land der Erde weiß man mehr über die Amerikaner, als die über sich selbst wissen! Und die Amerikaner, wissen absolut nichts über irgendein anderes Land!"
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Beitragvon stephy » Freitag 25. April 2003, 10:17

Sicher und trotzdem hab ich ein ZEIT-Interview mit ihm gelesen und ratet mal, für welchen Präsidenten er war...
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Freitag 25. April 2003, 11:40

Nicht wirklich, oder? :frown:
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Beitragvon stephy » Freitag 25. April 2003, 12:13

Doch. Das hat mich auch überrascht. Eine Schulkameradin mag deshalb den Irving nicht mehr so, obwohl sie ein richtiger Irving-Junkie war... :cry:
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Beitragvon samIamsad » Freitag 25. April 2003, 13:22

Vielleicht hat mittlerweile anstelle des unglaublich bissigen Zynismus eine Art Trotz in seinem Denken Einzug gehalten. ;) Who knows... Oder er entschied sich bei den Wahlen lediglich für das (vermeintlich) kleinere Übel...
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Beitragvon stephy » Freitag 25. April 2003, 17:14

Oder er ist einfach doch ein Amerikaner, der Geschichten schreibt.
Das haben seine Figuren gesagt nicht er. ;)
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Beitragvon Friend567 » Freitag 2. Mai 2003, 17:05

Also ich muss mal so sagen, das Gottes Werk und Teufels Beitrag ein echt gutes, aber ziemlich schwer zu lesendes Buch ist...auf jedenfall ist es ziemlich heftig stellenweise...SPOILER zum Beispiel das mit dem Bild, auf dem die Prostituirte und das Pferd abgebildet sind...!! SPOILER ENDE Leute, die das Buch gelesen habe, wissen wovon ich rede... :shock: Trotzdem ist das Buch echt fesselnd. Auf der Hinfahrt bzw. Rückfahrt nach/von Frankreich habe ich die Hälfte des Buches geschafft...ist ziemlich anstrengend aber wie gesagt klasse.
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Beitragvon Konz » Montag 10. November 2003, 19:32

Hat wer schon "Das Hotel New Hampshire" von ihm gelesen? Ich bin jetzt fast fertif damit, das letzte Kapitel fehlt mir noch (nicht spoilern) Und ich muss sagen, auch hier gibt es wirklich extreme Dinge bei denen man sich fragt, was Irving da wohl geritten hat. Zum Anderen sind die Charaktere aber auch wirklich zum verlieben. Also mit Franny hat Irving ein Mädchen geschaffen, das mich immer wieder verblüfft. Und der Rest der Familie Berry ist auch nicht ohne.

SPOILER was ich auch genial finde sind diese wirklich schönen Sätze, die es sich wirklich lohnt einzuprägen. neben wirklich krassen schweinereien sind diese sätze auch vorhanden z.B: DER Klassiker "Kummer schwimmt obenauf." Aber wirklich umwerfend sind solche dinge wie "Menschen lassen sich nicht so leicht einreißen wie Gebäude." Oder "Alles ist sicherer als die Liebe."
Immer wieder stelle ich mir die Frage nach gewissen hauptthemen, die Irving behandelt und nach 2 Büchern von ihm kann ich glaube ich sagen, das er sich oft mit Tod und Verlust auseinandersetzt. Aber auch Vergewaltigung spielt eine Rolle in seinem Werk, genau wie Feminismus und Geschlechterkampf. Also man muss schon sagen, das irving wirklich sehr vielseitig ist.
SPOILER ENDE

Ich denke nach der Lektüre vom "Hotel New Hampshire" werde ich mir bald den nächsten Irving zulegen.
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So voll von weggeworfener Zeit
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Du willst noch leben irgendwann
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John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag

Beitragvon Chromos » Donnerstag 19. Februar 2004, 18:46

Moin,
Ich wollt ma fragen, ob irgendjemand das schonmal gelesen hat?
Als ich den Film gesehen hatte, war ich jedenfalls angetan und hab mir überlegt das Buch auch mal zu lesen.
Vielleicht hat ja jemand schonmal ein anderes Buch von Irving gelesen und kann es mir emfehlen, wäre danbar.

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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Donnerstag 19. Februar 2004, 18:56

Sieh mal hier: Ein eigener John Irving-Thread ...

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Beitragvon Chromos » Donnerstag 19. Februar 2004, 18:57

oh danke, hatte ich übersehn :D
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Beitragvon Levia » Dienstag 24. Januar 2006, 18:08

Hab gerad "Gottes Werk und Teufels Beitrag" beendet.. Fand es gut, aber irgendwie hat es mich nicht so gefesselt wie "Garp".. Das fand ich richtig klasse!
Ich bin mit Homer nicht richtig warm geworden, irgendwie ist er mir im Laufe des Buches immer unsypathischer geworden.. Wie auch das ganze Buch.. Der Anfang ist toll, aber irgendwann nervt die ganze Geschichte..
Naja, hab noch "Owen Meany" von ihm, vllt kommt das an "Garp" heran..
...but it all ends up in tears...
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