Hermann Hesse

Goethe, Mann, Tolstoi und Co aber auch neueres

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Hermann Hesse

Beitragvon Ageless Stranger » Sonntag 23. Februar 2003, 16:51

Habt ihr schonmal was von dem gelesen? Ich finde "Demian" ist eine wunderschöne Story :D ich kann nicht beschreiben weshalb, und als eingefleischte kingleser köntet ihr sie langweilig finden, weil nie was großartiges darin passiert, aber irgendwas hat die Geschichte. Am besten selber mal lesen, wenn ihr sie nicht kennt (hat nur so 60 Seiten)
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Beitragvon stephy » Sonntag 23. Februar 2003, 16:55

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHAAAAAAAAAAAH
AAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHAAAAAAAAAAAHHHHHHH

Sorry, für leichte Artikulationsschwierigkeiten. *umkippt* :censored:
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Beitragvon Gwenhwyfar » Sonntag 23. Februar 2003, 17:14

Jipieeeeh, endlich ein Hesse-Thread. :bounce:
Das Duddidswieselchen unter den Weltautoren, ne Stephy? :mrgreen:
Ich mag ihn, besonders "Unterm Rad". :sweet
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Beitragvon stephy » Sonntag 23. Februar 2003, 17:17

hihi, genau! Ein Kackwiesel unter den Autoren! :mrgreen: :P

Ich finde "Unterm Rad" auch nicht schlecht. Aber "Siddhartha"... :roll: Na ja, ist Geschmacksache.

Mein Lieblingshessezitat: "Entweder werd' ich Dichter oder gar nichts!" :bekloppt:
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Beitragvon Ageless Stranger » Dienstag 25. Februar 2003, 16:59

Ich kapier euch jetzt nicht ganz. Gehts auch langsamer? :blatt:
*verwirrt ist*
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Beitragvon Gwenhwyfar » Dienstag 25. Februar 2003, 22:14

Ist nur ein Forumsinsider.Bild Unsere herzensgute Stephy mag zwar vieles, aber "Duddits" und Herman Hesse wirken auf sie wie Weihwasser auf den Teufel. :mrgreen:

Aber ich find einen Hesse-Thread schön. :sweet
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Beitragvon stephy » Mittwoch 26. Februar 2003, 06:39

Jo, stimmt! Ist aber weniger wie Weihwasser auf des Teufels Haut, sondern mehr wie Weihwasser auf meiner Haut! Aaaahhhhh :bfriend: :P
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Beitragvon Elbeino » Mittwoch 26. Februar 2003, 14:19

Sterbelied des Dichters

Bald geh ich heim,
Bald geh ich aus dem Leim,
Und meine Knochen fallen,
Zu den andern allen,
Der berühmte Hesse ist verschwunden,
Bloß der Verleger lebt noch von seinen Kunden.

Dann komm ich wieder auf die Welt,
Ein Knäblein, das allen wohlgefällt,
Sogar alte Leute schmunzeln
Aus wohlwollenden Runzeln.
Ich aber saufe und fresse,
Heiße nicht mehr Hesse,
Liege bei den jungen Weibern,
Reibe meinen Leib an ihren Leibern,
Kriege sie satt udndrücke ihnen die Gurgel zu,
Dann kommt der Henker und bringt mich auch zur Ruh.

Dann kann ich wieder auf Erden
Von einer Mutter geboren werden
Und Bücher schreiben oder Weiber begatten.
Ich bleibe aber lieber im Schatten,
Bleibe im Nichts und ungeboren
Und ungeschoren, im Jenseits verloren,
Da kann man über alle diese Sachen
Lachen, lachen, lachen, lachen.


:P
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Beitragvon Gwenhwyfar » Mittwoch 26. Februar 2003, 14:56

Mir ist gerade langweilig und in den alten Threads wühlt eh keiner, deshalb zum lieben Herrn Hesse ein paar Forums-Statements. :P

stephy hat geschrieben:Und wie steht's mit meinem "Lieblingsautoren" Hermann Hesse??? :wink:
Das beste, abschreckenste Beispiel eines schlechten Schriftstellers, der hobbymäßig mit seinen Bambusstöcken im Garten gesprochen hat... :wink: :D


Gwenhwyfar hat geschrieben:Also, ich mochte Hesse; besonders "Unterm Rad" hängt mir am Herzen. Doch ich muß zugeben, daß man irgendwie aus der Begeisterung für ihn heraus wächst. In der Pubertät dachte ich noch "Wahnsinn, genauso fühle ich mich, jaa so läuft es in der Welt." - seine Werke sprechen dann richtig an, aber wenn man älter wird und aus dieser "Trotzphase" kommt und denkt, man versteht jetzt alles besser und sieht das gesamte Leben realistischer; ist einem aus irgendwelchen Gründen der Eintritt (und somit auch der Genuß) zu seinen Werken verwehrt.


Ginny-Rose_Carter hat geschrieben:Tja, Hesse hab ich mir noch nicht angetan... :D Eigentlich komisch, wo doch mein Bruder fast alles von ihm im Regal stehen hat... Aber ne Freundin von mir hat mir "Unterm Rad" wärmstens empfohlen... :)
Ich hab nur eine keine Sammlung mit Aphorismen von ihm und die gefallen mir prächtig... Aber jetzt wo ich das mit den Bambusstöcken weiss habe ich nicht mehr ganz so viel Respekt vor ihm... :D


stephy hat geschrieben:Wir behandeln Hesse gerade gaaanz ausführlich als Projekt in der Schule... *kotz*

"Unterm Rad" ist auch wirklich das einzige, gute Buch von ihm. Ihr solltet mal "Siddhartha" lesen... Nicht nur die Geschichte ist geklaut, sondern auch bescheuert geschrieben... :( Ach, ich mag den einfach nicht... Und mein Geschichtslehrer, der auch Deutschlehrer ist, meinte selbst noch, daß Hesse absolut nicht literarisch hochwertig ist - Dostojewski sei viel besser. Hehe. Sag ich doch! Ich hab ihm das auch gesagt, da meinte er, ja, aber der hätte nicht so ein interessantes Leben gehabt, wie der Hesse... Ich hab geantwortet, wie denn einer kein interessantes Leben haben könne, der beim Bücherregalverschieben einen Lungenriß bekam... hihi :wink: Obwohl das ja nicht lustig ist... :)


stephy hat geschrieben:auch ich finde das mit den Bambusstöcken cool... :) Macht ihn sympathischer, als er schreibt... :wink: :D


Ginny-Rose_Carter hat geschrieben:Ja, und...viel Spaß bei der Heese-Präsentation... :D :D :D

Mann stephy, ein Glück dass Du nicht in HESSEN wohnst... :D


stephy hat geschrieben:Hihi, danke... :wink: Meine Mutter war dabei, die hält von Hesse ungefähr so viel wie von einer verdreckten Kloschüssel... ähm... :roll: :D - und dementsprechend hat sie sich auch geäußert... hihi... Jaja, Chaotenfamilien... :roll:

Aber ich hab's gut überstanden. Wär echt ein Jammer, wenn ich in Hessen wohnen würde... hihi... Ist ja so schon schlimm genug, weil Hesse ja ein Schwabe war und ich ja einer bin... höhö...


Gwenhwyfar hat geschrieben:O.K. Stephy, mein garantiert letzter Beitrag zu Hesse

"Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamkeit.
Kein Mensch sieht den anderen,
Jeder ist allein."

Na gut, so etwas mochte ich mit 14 - und ich bleibe bei meiner Aussage, daß man als Teenager Hesse VEREHREN kann, später allerdings sein Werk ein wenig "trivial" empfinden kann.
Eigentlich komisch, da es Kinderbuchautoren gibt, welche auch noch im Alter von 30 hinreißend zum lesen sind...


stephy hat geschrieben:Weißt Du, was Hesses Problem war? Er war ein sehr einseitiger Autor. Er hatte nicht mal eine Handvoll Themen - und die immer und immer wieder... Dazu gehört ganz oben, an höchster Stelle die Selbstfindung. In "Unterm Rad" spricht er sie an, in "Demian" spricht er sie an, in "Siddhartha" spricht er sie an.
Hesse war genaugenommen gar kein richtiger Schriftsteller, weil er nie experimentierte. Er hatte seinen Gesellschaftshaß ("Der Steppenwolf"), er hatte die Suche nach seinem Platz im Leben (der Rest - höhö) - und darum ging's dann halt auch in seinen Büchern.
Das ist auf die Dauer etwas langweilig. Denn selbst in den Gedichten spricht er lauter so Zeugs an... :( Und DESHALB mag ich Hermann Hesse überhaupt nicht... Außerdem war sein Leben gar nicht so beeindruckend, wie sie uns weißmachen wollten. hihi... Immerhin; er hatte rebellische Züge an sich; er war faul (ging lieber angeln und dichten, als daß er arbeitete) und er war das "schwarze Schaf" (wen wundert's da noch?)... Ich könnt' jetzt mit seiner Biographie um mich schmeißen, weil unsere Lehrerin Hesse-Fan ist und da großen Wert druff gelegt hat, daß wir die wissen... haha!
Also auf jeden Fall; ich denke, Hesse gibt manchen Leuten etwas, umsonst hat er nicht den Nobelpreis gekriegt und umsonst ist er nicht "immer noch aktuell" (ich kenn' zwar niemand, der Hesse liest, aber egal :) ). Mir persönlich gibt er nichts.


Gwenhwyfar hat geschrieben:Zur Zeit lese ich immernoch sporadisch in "Unterm Rad", trotz meiner Liebe zu diesem Buch sind mir jetzt allerdings einige Kritikpunkte aufgefallen (Hi Stephy! :D ). Oft sagt Hesse einfach zu deutlich seine moralische Meinung...Sachen, die sowieso durch die Handlung und die gut gezeichneten Charaktere klar sind, werden dann seitenlang pathetisch erklärt. Ich halte diese Verdeutlichungen für überflüssig, wie gesagt, an der Handlung und an den Handlungen der Personen ist der Leser durchaus fähig, die Kritik zu verstehen und sich zu denken, daß es kein gutes Ende haben kann. :wink: Sätze in dem Stil "Ein Schulmeister hat lieber einige Esel als ein Genie in seiner Klasse, und genau betrachtet hat er ja recht, denn seine Aufgabe ist es nicht, extravagante Geister heranzubilden, sondern gute Lateiner, Rechner und Biedermänner." reichen in ihrer Aussagekraft vollkommen. Was macht Herr Hesse? Schreibt fast eine Seite über unerwünschte Genies und schreckliche Lehrer. *stöhn* Aber dennoch empfehlenswert. :)


stephy hat geschrieben:Das macht Hesse aber oft. Vor allem in "Siddhartha"... Nimmt die Spannung und alles. Ich meine; er hat ja laufend dasselbe Thema und das dappt er in jedem Buch dermaßen aus, daß es schon nicht mehr schön ist. Deshalb kann ich gar nicht verstehen, wie man Hesse vergöttern kann... :roll:
Selbst mein Geschichtslehrer, der auch Deutschlehrer ist, findet diesen Mann literarisch nicht besonders wertvoll. Und ich denke, da hat er Recht... :wink:

"Unterm Rad" ist das einzige Hesse-Buch, das mir noch gefallen hat. Ist ja auch eines seiner Ersten... Und da fing er schon mit "Selbstfindung" an... Ich sag ja; einseitiger Autor, der lieber bei seinem Angeln hätte bleiben sollen... :D Au weih, jetzt schlägt mich meine Deutschlehrerin, die hält nämlich sehr viel von Hesse! hihi... :D


Gwenhwyfar hat geschrieben:So, hab "Unterm Rad" endlich beendet. :D
Stephylein, ich kann Dir aber sagen, warum Dein geliebter Herr Hesse 1946 den Nobelpreis bekam...nicht unbedingt, weil er der tollste Autor der Zeit war...es lag am zweiten Weltkrieg. Seit seinen schriftstellerischen Anfängen ging es Hesse immer um Figuren, die nicht mit der Masse mitziehen, die ihre Ansichten verteidigen, die auch mal Aussenseiter sind. Gerade nach Hitler, als Europa eine Ruine war, befand man, daß ein Deutscher, der so "untypisch" für das Klischee der biederen, verblendeten, führernachlaufenden Deutschen ganz andere Personen beschrieb, ein guter Preisträger wäre. :wink: Nur mal so am Rande, weil wir hier schon einmal das Thema hatten.


stephy hat geschrieben:Dann hat er ja gar nicht für seine eigentlichen, schriftstellerischen Fähigkeiten den Nobelpreis gekriegt? :shock: :wink:
Bei dem Literatur-Nobelpreis (oder wie man das nennt, hihi) geht es ja sowieso immer ums Dritte Reich, oder? :confused:


So, ich hoffe, die Diskussionen gehen weiter. :P
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Beitragvon stephy » Mittwoch 26. Februar 2003, 16:16

hihi, El, das Gedicht ist cool! Wo hast Du's her? :mrgreen:

Gwen, Dir war's ja wirklich langweilig! :P So viele Worte um einen Mann... Wow! :shock: :mrgreen:
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Beitragvon Elbeino » Mittwoch 26. Februar 2003, 16:50

Das hab ich von einer Seite mit Hermann Hesse Gedichten. Müsste sie nochmal suchen.
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Beitragvon Gwenhwyfar » Freitag 14. März 2003, 01:17

Auch wenn Stephy mich steinigt, ich lese gerade von Hesse "Narziß und Goldmund" - bis jetzt wirklich sehr schön und auch mit wunderbar altmodischer Sprache erzählt. Nur eine Sache macht mich immer stutzig bei Hesse, das fiel mir schon bei "Unterm Rad" auf: gibt es nun homoerotische Passagen oder deutet man seine Wortwahl heute einfach falsch? Bis jetzt beschreibt er in "Narziß und Goldmund" seine Hauptpersonen nur als "schöne Knaben" etc., und Freundschaften allgemein in seinem Werk zwischen zwei männlichen Protagonisten haben immer eindeutig als eine der Grundlagen, daß man sich äußerlich attraktiv findet. :eek13:
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Beitragvon Elbeino » Samstag 22. März 2003, 02:38

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
von vielen Blättern eines.
Das eine Blatt, man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses eine Blatt allein,
war Teil von unsrem Leben.
Drum wird uns dieses Blatt allein,
für immer, immer fehlen.

© Hermann Hesse


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Beitragvon Gwenhwyfar » Freitag 2. Mai 2003, 20:23

Habe schon seit längerer Zeit "Narziß und Goldmund" durch, wollte aber noch anmerken - und das ohne Bedauern, Stephy :mrgreen: - , daß ich sehr überrascht war, wie schön die Handlung ist. Von wegen, Hesse schreibt nur immer über dasselbe.:P Dieses Buch handelt von der Freundschaft zweier sehr unterschiedlicher Menschen; Goldmund, der seine Freiheit liebt, eine Künstler- und ruhelose Natur ist, und Narziß, der Mönch, der Gebildete, der Ruhige. Zeitlich ist das Werk nicht wirklich einzuordnen, mir kam es wie das Mittelalter vor, aber eigentlich erscheint die ganze Handlung märchenhaft, obwohl keine übernatürlichen Dinge vorkommen. Einfach nur ein sehr schönes Buch. :sweet:
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Donnerstag 7. Juli 2005, 09:44

Ich lese gerade "Unterm Rad". Also, inhaltlich gefällt es mir, auch die Charaktere. Ich kann richtig mitleiden mit Hans, der so viel für seine Schulkarriere aufgibt und doch trotzdem stolz auf seine Leistungen ist und die Überlegenheit genießt. Und ich mag den genialen Hermann. Ich glaube auch nicht, dass mich das groß stören wird, wenn sich die Themen in den anderen Werken ähneln.
Aber Hesses Erzählstil gefällt mir nicht so gut. Nicht speziell die Sprache, die ist zwsar etwas altmodisch, aber doch insgesamt flüssig und gut lesbar. Aber er betreibt, so mein Eindruck, viel mehr "Tell" als "Show". Schon am Anfang, da kommt eine ellenlage Beschriebung des Vaters, wie er aussieht, wie er sich benimmt, wie sein Charakter ist. Alles noch ehe er überhaupt in Erscheinung tritt. Ich mag es viel lieber, wenn die Leute nur kurz angerissen werden und man dann durch ihr Gebahren von selber merkt, was sie für Eigenschaften haben.
Mir kommt vor, als zieht Hesse manche Dinge sehr lang, die mich weniger interessieren (adjektivgespickte Landschaftsbeschreibungen) und andere kommen dazu viel zu kurz (Hansens Gefühle während der Klausuren, sein Kuss und die beginnende Freundschaft mit Hermann).

Naja, ich denke ich krieg es heute oder spätestens morgen fertig (ist ja ein sehr dünnes Buch, wenn nicht sogar das dünnste von ihm?) und bisher gefällt es mir zumindest gut. Nicht hervorragend, nicht mein Lieblingsbuch, aber es macht Spaß und ich werde auf alle Fälle bald auch die anderen Werke von Hesse angehen ... Von meinem Bruder hab ich mir "Narziß und Goldmund", "Peter Camenzind" und "Das Glasperlenspiel" geliehen, er besitzt auch noch den "Steppenwolf".
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