Hermann Hesse

Goethe, Mann, Tolstoi und Co aber auch neueres

Moderator: Gwenhwyfar

@ Ginny-Rose_Carter

Beitragvon Sternfee » Donnerstag 9. März 2006, 21:35

Die ausführliche Naturbeschreibung in Unterm Rad hat schon ihren Sinn! ;)

Die Natur entfaltet sich nämlich als Gegenbild der heillosen Gesellschaft.

Während nun der optische Eindruck, besonders die Farbimpressionen, das Bild beherrschen - ergänzen Geräusche und Gerüche den Sinneseindruck des Lesers, der die Sommerlandschaft gleichsam mit den Augen des Erzählers betrachtet und erlebt.
In den Szenen will Hesse die geschaute Natur in ihrer sinnlichen Präsenz so präzise wie es die Sprache erlaubt -bzubilden.
Gleichzeitig will er aber die subjektive Betroffenheit des Betrachters in diesem Abbild bewahren.

Auch mit der Sprache hat es einiges auf sich, Zwei in ihrer intention völlig unterschiedliche Sprachstile erzeugen in ihrem Gegenspiel die spannungsvolle Eigenart des Romans:die Sprache der Ironie & die Sprache der Einfühlung
Während die ironie der Entlarvung menschlichen und institutionellen Fehlverhaltens dient, befördert die Sprachde der Einfühlung die Identifikation des Lesers mit der Zentralfigur.

Sprachliche Doppelungen, Ausdruckshäufungen und die additive Fügung verwandter Begriffe und Bilder - deren Wortfelder sich teilweise unterscheiden - pointieren den zugrundeliegenden Gegensatz von menschlicher Selbstbestimmung und deren Verkehrung durch die Erziehungsinstitutionen.

So beherrschen "Entlarvung" und "Anklage" die ironischen, mitunter in ihrer Bitterkeit zum Sarkasmus tendierenden Passagen.

Demgegenüber sind die lyrischen Passagen über den Untergang des jungen Hans Giebenrath von eher verhaltenem Pathos getragen. Auch hier beggnen Ausdruckshäufungen als auffallendes stilistisches Mittel der Intensivierung.
Gleichzeitg erzeugen die gewählten Bilder aber eine Atmosphäre der Melancholie, die sich dem mitleidenden[u] Leser als Stimmung mitteilt.

Die Sprache der Einfühlung prägt besonders solche Passagen, wo das [i]Wirken der Natur
und die Empfindungen der Seele korrespondieren!

Diese Naturszenen apellieren an die Identifikationsbereitschaft des Lesers :arrow: wie ZUVOR die ironischen Passagen seinen
Verstand in ihren Dienst stellten.
[1]

http://www.literaturkritik.de/public/re ... abe=200209

....nur falls es wen interessiert :wink: :roll:

1. Änderungen durch den Verfasser[/i][/url]
Sternfee
 

Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Donnerstag 9. März 2006, 22:16

Freut mich, dass sich Hesse da was bei gedacht hat. <g>
Aber mir war das zu langweilig.
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Ginny-Rose_Carter
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