Günter Grass

Goethe, Mann, Tolstoi und Co aber auch neueres

Moderator: Gwenhwyfar

Beitragvon Fänger » Dienstag 24. Juni 2003, 21:38

Gwenhwyfar hat geschrieben:Ähm, sicher? Er bekam den Nobelpreis 1999, "Die Blechtrommel" erschien aber schon 1959 erstmals. Grass erhielt den Nobelpreis für Literatur, für sein Gesamtwerk, und nicht für ein bestimmtes Buch.


Da bin ich mir ziemlich sicher. Sicher hat er das auch für sein Gesamtwerk bekommen, aber die Blechtrommel hat bei der Vergabe eine enorme Rolle gespielt.
Und derZeitabstand spielt bei der Verleihung der Nobelpreise keine Rolle. Schau Dir nur mal die Naturwissenschaftler an, wie lange die warten müssen. Übrigens werden die ja auch für eine ganz bestimmte Erfindung geehrt und weniger für Ihr Lebenswerk.
"Nun gut," sagte der Mann in Schwarz. "Fangen wir an!"

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Beitragvon Gwenhwyfar » Dienstag 24. Juni 2003, 21:50

Alles klar, aber als ich vorhin nachsah, stand nur 1999 Nobelpreis für Literatur Günter Grass, kein "im Speziellen wegen 'Die Blechtrommel'".
Egal. :sweet
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Beitragvon stephy » Dienstag 24. Juni 2003, 21:55

Geistig ist Oskar ja schon im Mutterleib völlig ausgebildet... :D Er kann nur noch nicht lesen, aber er stellt sich dümmer, als er ist... ;) Das ist schon ganz witzig manchmal... hihi... Vor allem die Erlebnisse in der Herz-Jesu-Kirche... :D

Ich muß auch sagen, daß man nicht wirklich wahnsinnig viel übers Dritte Reich mitkriegt. Der Schwerpunkt liegt auf Polen und auch auf der polnischen Geschichte. Der kleine Oskar erlebt allerlei und genau darum geht es. Natürlich kommt das Dritte Reich auch ins Spiel und ist sicher sehr wichtig für das Werk, aber es ist nicht die zentrale Handlung in der "Blechtrommel"... Zumindest hab ich das nicht so empfunden und bin kurz vorm Ende... ;)
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Beitragvon Bangor » Dienstag 15. August 2006, 10:50

Was haltet Ihr von der aktuellen Diskussion um die Mitgliedschaft Grass´ in der Waffen-SS?
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Beitragvon Shining Jack » Mittwoch 16. August 2006, 14:42

Ich halte nicht viel von dieser Diskussion. Den was ändert es denn schon, ausser das er nicht mehr die moralische Instanz in Deutschland ist.
Sein Literarisches Erbe bleibt bestehen. Und das zählt. Das Leute, den er vor den Bug geschossen hat, jetzt verlangen er möge den Literatur Nobelpreis abgeben, ist einfach nur lächerlich.
Man möge auch bedenken in was für eine Zeit er aufgewachsen ist. Und mit 17 Jahren ist man immer noch in ein Selbstfindungsprozess. Also würde ich nicht über in Richten wollen, weil ich nicht weiss wie ich in dieser Zeit reagiert hätte.
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Beitragvon alacienputa » Mittwoch 16. August 2006, 20:52

Ich finde sie größtenteils eine Schande. Wenn schon ganz andere Personen in hohen Ämtern NSDAP Mitglieder waren....
Man muss dabei immer bedenken, dass er von der SS eingezogen wurde.

Ich bin jemand vor dem das Werk Grass noch größtenteils vor einem liegt, aber Grass hat so viel für die Literatur und auch die Demokratie getan, das diese Taten überwältigend dem gegenüberstehen.

Dieser Thema steht zurecht im Chit Chat. Es tut mir echt leid für Grass wie über ihn geurteilt wird.... unglaublich
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Ich kann manchmal gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte!
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Beitragvon Nimrod » Mittwoch 16. August 2006, 20:56

Ich weiß, Grass ist eine bedeutende Persönlichkeit, aber ob er in der SS war oder in China ein Sack Reis umfällt, mir ist es total Gleich.
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Beitragvon LittleMissCabyCane » Donnerstag 24. August 2006, 18:32

Ich hätt's wenn ich er wäre gar nicht gesagt. Ist doch klar dass sich jetzt wieder alle auf ihn stürzen, wie das halt so ist mit "Geständnissen". Geht doch keinen was an, wenn ich jetzt bei der SS gewesen wäre - vor sooo langer Zeit, um's dazuzusagen. Bisschen übertrieben find ich die Diskussion schon... Vor allem das was die Zeitschriften (Focus, Spiegel) jetzt abziehen: Karrikatur von ihm auf dem Titel, dazu eine sarkastisch-kritisierende Betitelung wie "Der Moralapostel ganz unten" oder solche Sachen...
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Beitragvon stephy » Freitag 29. September 2006, 07:35

ich muss mich euch vollkommen anschließen; finde es sehr schlecht, daß alle jetzt auf ihm rumhacken... obwohl; gerade diejenigen, die ihn ja noch nie leiden konnten, haben jetzt ein gefundenes fressen...

grass hat nie (!!!) einen hehl draus gemacht, daß er bis zu seinem 18. lebensjahr nazi war. das kann man in jeder biographie nachlesen. also; was soll die aufregung jetzt wegen der waffen-ss? in die ist er ja auch noch eingezogen worden!

außerdem muß man bedenken, daß er in dieser zeit groß wurde. er wurde von der ideologie geprägt, da kann er nichts dafür. von daher find ich es umso erstaunlicher, wie er sich gewandelt hat und DAS sollte beachtung finden!
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Beitragvon biberrulez » Freitag 29. September 2006, 08:00

Da wird in der Literaturwissenschaft immer wieder diskutiert, dass man Autor und Werk voneinander trennen muss. Und dann sowas? Forderungen, er solle den Literaturnobelpreis zurückgeben sind einfach nur lächerlich. Und dann gab es noch Umfragen wie diese: "Verzeihen Sie Grass seine Mitgliedschaft in der Waffen SS?" Wer bin ich denn, dass ich oder jemand anderer ihm verzeihen müssten oder könnten. Diejenigen die in dieser Diskussion das Maul ganz weit aufreisen, sind diejenigen, die sich schön Zeitschriften-Editionen von Büchern kaufen, die im Regal hübsch aussehen und die man nicht lesen muss, weil man im Internet die Zusammenfassungen findet. Hauptsache man kann seinen Senf dazugeben. Ich entschuldige mich für meinen harschen Worte. Die Diskussion würde sich erübrigen, wenn man sich zuerst seine Gedanken macht und erst dann redet.
In diesem Zusammenhang hat aber mal wieder Sai King alles auf den Punkt gebracht und ich erlaube mir, ihn hier zu zittieren: Die Geschichte zählt, nicht der Erzähler.
"Er oder sie muss sich fragen, ob sein oder ihr Stilgefühl es ihm oder ihr erlaubt, so zu schreiben."
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