Russische Literatur

Goethe, Mann, Tolstoi und Co aber auch neueres

Moderator: Gwenhwyfar

Dostojewskij

Beitragvon Gwenhwyfar » Sonntag 16. Dezember 2001, 16:31

Kennst Du Iwan Turgenjew?
Ich habe mal von dem eine Kurzgeschichte gelesen über Vampiere ("Gespenster", weiß nicht von welchem Jahr, auf jeden Fall vor 1950), ich sage nur "Wow".
Ich weiß nicht woran es liegt, aber die Russen aus dem 19.Jh. haben einen süchtig machenden Stil des Schreibens. Und ich finde, meistens schwebt diese, heute fast schon zum Klischee verkommene, russische Schwermut und Romantik über jede Seite der Romane.
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Dostojewskij

Beitragvon stephy » Montag 17. Dezember 2001, 00:10

Noch'n guter Russe: Leo Tolstoi... *schwärm* [img]images/smiles/icon_rolleyes.gif[/img] [img]images/smiles/icon_wink.gif[/img] Und natürlich Vladimir Nabokov, der Mann, der "Lolita" Leben eingehaucht hat... [img]images/smiles/icon_smile.gif[/img]
Von Franzosen kenn ich noch nichts, werd mir aber die Autoren, die Du genannt hast, vermerken... [img]images/smiles/icon_wink.gif[/img]

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Dostojewskij

Beitragvon stephy » Dienstag 18. Dezember 2001, 06:04

Nee, den kenne ich leider nur vom Hören-Sagen [img]images/smiles/icon_sad.gif[/img] Aber; ich gelobe Besserung!!! [img]images/smiles/icon_smile.gif[/img]

Es geht wirklich nichts über Russen. Die schreiben zwar meistens wirkliche WÄLZER-ROMANE (wenn ich da an Dostojewski mit seinem "Die Brüder Karamasow" und "Schuld und Sühne" - oder an Leo Tolstoi mit "Anna Karenina" und "Krieg und Frieden" denke) - aber sind dafür noch echte Psychologen! Ich mein; die gehen sehr tief in ihren Werken... Irgendwie hab ich beim Lesen immer das Gefühl, mir strahlen Seelen, nicht nur Personen, entgegen... [img]images/smiles/icon_smile.gif[/img]

Griasle! Lang lebe Russland!
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Freitag 28. Dezember 2001, 16:24

@Stephy, bei mir in der Bücherei stehen die wichtigsten Werke von Dostojewskij herum, ich hab mich aber bisher net rangewagt weil ich immer gehört habe dass er so extrem schwer zu lesen sei, die Sätze seien ewig lang und verschachtelt, ein bisschen wie bei Thomas Mann...dessen Stil mich mal ziemlich entnervt hat... [img]images/smiles/icon_wink.gif[/img] Hat mir aber Mut gemacht dass Du ihn so leicht lesen kannst... [img]images/smiles/icon_smile.gif[/img]
Ansonsten kann ich Willkie Collins empfehlen - etwas verwirrender Schreibstil, erinnert sehr an Charles Dickens, ist aber quasi der Begründer des Detektiv- und Spannungsromans...

[ 29.12.2001: Beitrag editiert von: Ginnyrose ]
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Beitragvon Gwenhwyfar » Mittwoch 10. Juli 2002, 18:11

Werde mir bald Dostojewskis "Weiße Nächte" zu Gemüte führen.
Mich sprach irgendwie der erste Satz im Buch an: "Es war eine wundervolle Nacht, eine solche Nacht, wie sie vielleicht nur vorkommen kann, wenn wir jung sind"

Kennt jemand diese Novelle? :roll:
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Beitragvon Gwenhwyfar » Donnerstag 11. Juli 2002, 16:08

Nun ja, der Klappentext lautet:
"Ein einsamer Spaziergänger trifft auf eine junge Frau. Aus der zufälligen Begegnung entwickelt sich eine zarte Liebe, die jedoch der Realität nicht standhalten kann...
Dostojewskis Novelle "Weiße Nächte" gehört zu den schönsten Liebesgeschichten der Weltliteratur."
Klang für mich irgendwie schön und kaufenswert. :roll:
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Beitragvon stephy » Donnerstag 11. Juli 2002, 22:01

Achso, Ginny, ich dachte, es sei eine Allgemeine Liste, deshalb hab ich "Krieg und Frieden" auch erwähnt... ;) Gelesen hab ich's selbst - genau wie Du - nicht, aber ich wollte es mir demnächst mal vornehmen... :)

Gruß!
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Donnerstag 11. Juli 2002, 23:00

Nee stephy, ich gehe zwar wirklich davon aus, das mir "Krieg und Frieden" gefallen wird - aber aus Prinzip warte ich lieber trotzdem erstmal ab bis ich es gelesen hab. :mrgreen:

Man kennt das ja, man geht mit hohen Erwartungen an einen Klassiker heran und fällt dann schonmal auf die Nase.. Bild
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Beitragvon stephy » Montag 2. September 2002, 22:40

Der gute Dosi kann auch langweilig sein, das stimmt... :) Aber trotzdem; "Schuld und Sühne" ist eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe... ;) Tolstoi mag ich vom Schreibstil allerdings noch mehr als den Philosoph Dostojewski... :)

Ich bin auch gerade auf Suche, was ich als nächstes Lesen soll (hab 'ne Menge Auswahl). Ich denke, "Der scharlachrote Buchstabe" ist einen Blick ins Buchinnere wert, oder? ;)

Gruß,
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Beitragvon Gwenhwyfar » Donnerstag 5. September 2002, 19:16

Habe heute in einem Zug Dostojewski zu ende gelesen. :P
Wurde dann doch noch besser, und mir gefiel, daß man die gesamte Geschichte in zwei verschiedenen Richtungen deuten kann. Einmal als traurige Liebesgeschichte, in der die Protagonisten an der Realität scheitern und einfach nicht zusammen sein können - oder als ironische Geschichte mit einem schwärmerischen Mann - der das sagt, was man in bestimmten Augenblicken einfach an eine Frau zu sagen hat, egal ob es der Wahrheit entspricht oder nicht, Hauptsache sie reagiert darauf und sieht den Mann so, wie er sich von ihr betrachtet fühlen will - und einer egoistischen Frau, die für ihre Eitelkeit die Bestätigung eines fremden Mannes sucht, sie bekommt und dann auf ihr rumtritt. Zwei an ihrer Eitelkeit gescheiterte Personen, die sich nicht wirklich gefühlsmäßig näher kommen, da sie vortäuschen und sich verstellen. Weil sie Liebe gar nicht verstehen.
Mir gefällt die zweite Interpretation besser.
Also, Stephy - Dostojewski hat nicht versagt.:mrgreen:
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Beitragvon stephy » Donnerstag 5. September 2002, 19:50

@ gwen

Hihi, das freut mich! ;)
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Beitragvon Gwenhwyfar » Donnerstag 5. September 2002, 21:15

Ich habe ein wenig zu "Weiße Nächte" im Internet nachgelesen.
Mhm, daß es mehrere Interpretationen gibt, scheint zuzutreffen:

Auch Dostojevskij ahmt den sentimentalen Roman etwas zu gut nach. Die Idee ist witzig - ein junger Mann und eine Frau lernen sich kennen und erklären sich in empfindsamem Stil ihre Liebe, während sie in Wirklichkeit nur hoffnungslos verworrene, einsame Gestalten mit dem Drang nach einer Vermählung - nach irgendeiner Heirat - sind. Sogleich erweist sich die mühsam angebahnte, wortreich erklärte Liebe der Dame als Geschwätz - obwohl sie selbst daran geglaubt hat.

Die Figuren blicken nicht hinter die Fassade der prächtigen Wörter, nur der Leser und der Autor tun es - aber der Leser muss sich halt erst einmal 80, 90 Seiten durch den Text quälen, bevor er die Pointe genießen kann.


Aber auch das wurde über das Werk gesagt:

Der Träumer und das Mädchen Nastenka finden sich in einer Scheinwelt, in die sie aus Einsamkeit und Isolation zu fliehen suchen. Die Vereinsamung im Labyrinth nicht bewältigter Gegenwart wird kurzzeitig durch Phantasien ersetzt, ein geliehenes, geträumtes Glück bringt Hoffnung in die Isolation und Einsamkeit der "Weißen Nächte".

oder

Weltberühmt machte Fjodor Dostojewski die Petersburger "Weißen Nächte" in seinem gleichnamigen frühen Roman: Nächte, in denen Tag und Nacht untrennbar verschmelzen, schlaflos, zwischen Traum und Wirklichkeit. Ein eigensinniger Fantast erlebt, mehr noch erträumt, in vier "weißen Nächten" die Liebe seines Lebens, entsagt ihr aber, um weiter von ihr träumen zu können. Genauso, die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit verwischend, sind sie, die "Weißen Nächte".

Erstaunlich, wie die Meinungen auseinandergehen.

...ein empfindsamer Roman aus den Erinnerungen eines Träumers.

Mir jedoch gefällt, wie schon gesagt, die negative Interpretation besser - ich halte sie sogar für passender, da die Sprache der beiden sehr schwülstig und pseudo-tiefgehend ist. Auch mochte ich die beiden Hauptpersonen nicht - sie sind zu sehr ein Spiegel des Lebens.
Was nicht bedeutet, daß das Buch mir nicht zusagte.

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Zuletzt geändert von Gwenhwyfar am Donnerstag 10. Februar 2005, 20:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon stephy » Freitag 6. September 2002, 00:04

@ gwen

Cool! Dann weiß ich ja, was ich mir demnächst mal anschaffe (wenn ich's nicht schon habe - in diesen "Gesammelten Werken")... ;)
Und jetzt noch "Schuld und Sühne" - dann bist Du Dosi-Gerüstet... :D

Ich lese gerade "Gottes Werk und Teufels Beitrag", ist ganz interessant... Aber gehört wahrscheinlich nicht in diesen Thread... :roll: :cry:

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Beitragvon Esprit » Dienstag 12. November 2002, 09:39

Hab gestern nacht mit Anna Karenina angefangen und konnte schon am Anfang das Buch nicht mehr weglegen.. :lernen: .Kann kaum erwarten,weiterzulesen...Aber jetzt warten erstmal die Pflichten des Alltags auf mich... :?
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Beitragvon stephy » Mittwoch 13. November 2002, 06:41

So ging's mir bei "Anna Karenina" auch... ;)
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