Russische Literatur

Goethe, Mann, Tolstoi und Co aber auch neueres

Moderator: Gwenhwyfar

Beitragvon stephy » Montag 17. März 2003, 17:41

"Schuld und Sühne" ist wirklich klasse. Hab das letztens erst zum zweiten Mal gelesen... :P :love:
"Der Idiot" hab ich auch nie gepackt... Schade, weil echt eine Menge in Dostojewski steckt...
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Beitragvon Esprit » Montag 17. März 2003, 19:21

Hab übrigens von Dosi immer noch "Die Brüder Karamasov" aus der Stadtbücherei da (zum x-ten Mal verlängert :roll: )
Ist das gut?(Schuld und Sühne war ja nicht soo besonders)
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Beitragvon susa » Montag 17. März 2003, 20:05

@ Esprit
"Die Brüder Karamasov" kenn ich nicht, hab ich noch nicht gelesen :oops: *schämmich*(und das bei meinem Studium :ohhh: :censored: ), aber egal, was ich eigentlich sagen bzw. fragen wollte ist: dir hat "Schuld und Sühne" nicht gefallen?
Ich find das ist ein wunderschönes Buch, und die Idee dahinter ist ziemlich cool :wink:
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Beitragvon stephy » Montag 17. März 2003, 20:24

Jupp, und beim zweiten Mal lesen fand ich es sogar noch besser! Da kam die Tiefe richtig zur Geltung! :love: :P :daumenhoch:
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Beitragvon Esprit » Montag 17. März 2003, 21:23

Vielleicht sollt ich es auch noch ein 2.Mal lesen.... :P
Stephy,hast du als Dosi-Fan "Brüder Karamasov " noch nicht gelesn? :casanova:
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Beitragvon stephy » Dienstag 18. März 2003, 06:17

Nein, wie ich zu meiner Schande gestehen muß... :bfriend: Aber ich freue mich schon seit einer ganzen Weile darauf, hab so das Gefühl, das wird der Gipfel meiner Liebe zu ihm werden... :love: Ach, wie poetisch! :P

Ich war letztens übrigens wieder zu "Schuld und Sühne" im Theater. Wow. Man saß einfach da und hat es genossen. Hat es wirklich genossen. Ich finde, die Leute, die behauptet haben, das sei ein KRIMINALROMAN gehören erschossen... :mrgreen:
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Beitragvon Esprit » Dienstag 18. März 2003, 09:18

stephy hat geschrieben: Ich finde, die Leute, die behauptet haben, das sei ein KRIMINALROMAN gehören erschossen... :mrgreen:


Das hab ich auch mal gelesen,dass das der beste Kriminalroman aller Zeiten sei.....Kann ich irgendwie auch nicht verstehen,da gehtsja nicht drum ,einen Täter zu ermitteln (der ist ja bekannt),sondern um ,grob gesagt,das schlechte Gewissen des Täters...Eher ein Psychodrama oder so...
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Dienstag 18. März 2003, 12:17

Naja, gibt ja den Who-dunnit und den Why-dunnit-Kriminalrooman. "Schuld und Sühne" ist wenn ein Why-dunnit und der geht automatisch schon in Psychodrama etc über ... ist natürlich missverständlich, wenn jemand einfach von "Krimi" redet, denn der hat fast ausnahmslos den Ruf der Trivialliteratur.
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Beitragvon stephy » Mittwoch 2. April 2003, 19:57

Also ich bin auf Seite 50 oder so (es ist nicht sehr dick) und es gefällt mir sehr gut! "Solaris" ist von Stanislaw Lem und ein Klassiker der Science-fiction-Literatur. Mir gefällt besonders die Atmosphäre, die von Anfang an aufgebaut wird... Und stellenweise finde ich das Buch sogar unheimlich... :P
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Beitragvon Esprit » Montag 19. Mai 2003, 13:02

hab gestern "Die Brüder Karamasow" von Dostojewski auf ARTE gesehn,schöner Film,die Handlung klasse,Dimitri Karamasow hat mir sehr gut gefallen,nur Maria Schell als Bruschenka(oder wie das geschrieben wird) hat mich genervt....Das Buch dazu muss ja dann echt super sein,habs noch nicht gelesen,ich denk aber,es ist auf alle Fälle schöner als Schuld und Sühne,weil mehr Handlung (Schuld und Sühne ging ja mehr ins Psychologische)
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Beitragvon stephy » Montag 19. Mai 2003, 14:16

Pah, schöner als "Schuld und Sühne" geht gar nicht, Esprit... *schwärm* :blover: hihi...
Aber der Film ist schon recht klasse. Nur läßt er brutal viel weg, was ja klar ist, wenn man sich mal anschaut, wie dick das Buch ist... ;) Ist übrigens eines, das ich demnächst endlich mal lesen werde... Juhu, endlich wieder Dosi! :love:
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Beitragvon stephy » Montag 19. Mai 2003, 15:55

Ach, Esprit, Geschmäcker sind doch auch verschieden... ;) Vielleicht bist Du mehr der Typ, der auf Tolstoi steht... Böse Zungen behaupten ja, daß man nicht Tolstoi und Dostojewski lieben kann... :cry:
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Beitragvon Esprit » Montag 19. Mai 2003, 16:55

"Schuld Und Sühne" war auch ein gutes Thema,nur die Schreibweise Dosis fand ich halt sehr schleppend,grad weil halt nicht so viel passierte,es wurde halt mehr das Innenleben des Täters (namen weiss ich schon nicht mehr :zzz3: )beschrieben...
und ich find Tolstoi (was ich bisher gelesen habe) auch nicht sehr viel anders als Dosi,im Gegenteil,beide greifen doch immer fast die gleichen Themen auf (Sinnsuche,Gottesfrage etc),in "Brüder Karamasow "von Dosi
gings doch auch oft um die Frage:Gibts Gott oder nicht? Und das Ende erinnerte mich fast ein bisschen an Tolstois "Auferstehung",beide
Protagonisten verändern sich zum Guten,da sind doch Parallelen zwischen Tolstoi und Dosi,find ich,und keine Gegensätze....
Vielleicht erkennt man Unterschiede im Schreibstil,Dosi neigt mehr zum Schwafeln,aber sonst?
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Beitragvon stephy » Montag 19. Mai 2003, 17:01

Ich kann Dir nur sagen, was Literaturwissenschaftler über die Beiden gesagt haben... ;) Und da heißt es, daß man beide nicht lieben kann... :( Ich aber bin 'ne Ausnahme. Hab mich von der ersten Zeile an in Dostojewski und Tolstoi verliebt. Mußte ich gar nicht viel lesen... ;) Gerade dieser Schreibstil ist es, was die Beiden unterscheidet. Ich finde, man merkt schnell, daß Dosi eher der tiefenpsychologische Typ ist, während ich Tolstoi als richtigen Schriftsteller bezeichnen würde. Rein vom Schreiben her ist Tolstoi dem Dosi meiner Meinung nach über, aber vom tiefenpsychologischen Hintergrund liegt der gute Dosi wieder vorn... Vor allem in "Schuld und Sühne", was ja auch eines seiner bekanntesten Werke ist, kann man das genau beobachten; die Intention des Täters, sein Leben, die Veränderung, die mit ihm vorgeht... Und schließlich die Sühne. Das hat mich einfach umgehauen. Es ist wirklich ein Roman, der mein Innenleben verändert hat. Und das passiert einem ja nicht alle Tage. Daher schätze ich "Schuld und Sühne" so, weil es mich selbst wirklich verändert hat. Weniger beim ersten Mal lesen - vielmehr beim zweiten Mal.
Tolstoi dagegen erzählt spannende Geschichten. Natürlich auch mit Hintergrund aber gegenüber Dosi (finde ich) sieht er, was die Tiefe der Geschichten betrifft, eher "alt" aus. Wobei die Dinge, die er erzählt, natürlich auch Tiefe haben, aber wenn man sich mal "Schuld und Sühne" und zum Beispiel "Anna Karenina" anschaut... Da ist doch ein gehöriger Unterschied vorhanden.
Daher würde ich sagen; Dosi bringt mehr Tiefe. Dafür ist sein Schreibstil anstrengend, manchmal sogar recht kindlich. Tolstoi bringt weniger Tiefe. Aber was seine Art zu erzählen betrifft, ist er ein Schriftsteller.
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Beitragvon Esprit » Montag 19. Mai 2003, 17:13

Aber bei Anna Karenina ist doch auch die Geschichte um Lewin drin enthalten,die sehr tiefgründig war,wie er zur Lösung in der Sinnfrage
kam....Und "Auferstehung" sowieso,also ich würd sagen,Tolstoi versteht beides ,er unterhält und baut psychologischen Hintergrund in eine spannende Erzählung ein....
Welches sind denn laut "Kritiker" die Unterschiede?
Ich könnte ,wenn ichs nicht wüsste,"Die Brüder Karamasow" echt für ein Tolstoi-Werk halten...hab zwar nur den Film gesehn,aber vom Prinzip her sehr ähnlich wie "Auferstehung"...
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