Deutsche Klassik - Goethe, Schiller u.a.

Goethe, Mann, Tolstoi und Co aber auch neueres

Moderator: Gwenhwyfar

Deutsche Klassik - Goethe, Schiller u.a.

Beitragvon stephy » Dienstag 19. Juni 2007, 22:26

Hallo Leute!

Mich würde mal interessieren, was Ihr so alles vom "großen Meister der Weltliteratur" alles gelesen habt und wie Ihr ihn so schätzt bzw. findet. Kommt Ihr klar mit der Lektüre? Was gefällt Euch, was nicht? Wundert mich etwas, daß es noch keinen Thread zum Altmaster gibt.

Auch eine interessante Frage: Goethe oder Schiller?
Ich plädiere da für Schiller, was vielleicht auch am Lebenslauf liegen kann, wie ich zugeben muß. Der ist mir einfach sympathischer. :greenjump: Aber mal im Ernst: Ich kämpfe mich gerade wirklich durch "Faust II". Es ist grauenhaft. Furchtbar. Ich komme mir so blöd vor, so minderbemittelt. Das hab ich sonst nur bei Thomas Manns "Doktor Faustus" erlebt. Aber gegenüber von Goethe ist der Mann ja goldig dagegen... :nuke: Wie siehts bei Euch aus? Habt Ihr ihn in der Schule durchkauen müssen? Bestimmt. Und was? Wie habt Ihr gelitten bzw. wie seid Ihr damit klargekommen?

Liebe Grüße
von der schdephy
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Beitragvon Gwenhwyfar » Mittwoch 20. Juni 2007, 10:28

Auch eine interessante Frage: Goethe oder Schiller?

Wenn dann Schiller, ich finde ihn "kraftvoller" und "erdiger". Mir sagt der Sturm und Drang sehr zu, und daran gemessen war Schiller bis zum kleinen linken Zeh leidenschaftlicher als Goethe. *behaupt* :P
Goethe ist mir zu gestochen, zu behäbig, zu fettleibig. Meiner Meinung nach spiegeln sich die unterschiedlichen Seelen der beiden stark in ihrem Werk.
Also, deshalb den aufbegehrenden Schiller! *Fahneschwing*

Von Goethe habe ich nur Die Leiden des jungen Werther verschlungen. :sweet
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Beitragvon stephy » Mittwoch 20. Juni 2007, 11:09

Und der Werther hat Dir gefallen, Gwenny? Ich hab ihn damals mit 16 (auch freiwillig) gelesen und fand Ihn mieserabel. Aber das wär jetzt wahrscheinlich anders.

"Faust I" fand ich dagegen richtig gut. Bei "Faust II" kriegt man Minderwertigkeitskomplexe.

Mir sagt Schiller auch mehr zu. :P
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Beitragvon Gwenhwyfar » Mittwoch 20. Juni 2007, 11:24

Ich liebe Werther! Wir lasen ihn in der Schule, 11. Klasse. Aber vielleicht kann ich bei dem Werk nicht objektiv sein, da ich ein Faible für Coming-of-age-Lektüre habe, wozu ich ganz frech Werther zähle. :P
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Mittwoch 20. Juni 2007, 12:40

Ich mag beide, aber ich bin eher Goethe-Jüngerin. <g> Nur den "Werther" mag ich nicht. Dafür gefallen mir von Schiller "Wallenstein" und "Die Räuber" nicht. Mein Deutsch-LK-Lehrer hielt immer Schiller für besser, aber trotzdem konnte er mich damit nicht überzeugen. Allerdings habe ich mich auch vor der Oberstufe viel mehr mit Goethe befasst, "Der Zauberlehrling" war eines der ersten Gedichte, die ich gelernt habe, überhaupt eine meiner ersten Begegnungen mit "Weltliteratur", den nimmt man ja gerne in der Unterstufe und ich wusste immer mehr über das Leben Goethes als über Schiller. Das hat mich sicher vorgeprägt und gibt ihm nen Vorsprung gegenüber Schiller. ;-)
Aber die Klassik zählt eh zu meinen Lieblingsepochen, die beiden nehmen sich da nicht allzuviel bei mir.
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Beitragvon stephy » Mittwoch 20. Juni 2007, 12:56

Gwenhwyfar hat geschrieben:Ich liebe Werther! Wir lasen ihn in der Schule, 11. Klasse. Aber vielleicht kann ich bei dem Werk nicht objektiv sein, da ich ein Faible für Coming-of-age-Lektüre habe, wozu ich ganz frech Werther zähle. :P


Coming-of-age? Wasn dat? :shock:

Goethe ist doch menschlich gesehen gegenüber Schiller ein rechtes A... gewesen, Ginny, oder irre ich mich da? Hat er nicht seine Schwester an Kaufmann verkuppelt, weil er sie loshaben wollte, da sie intelligenter war als er? Die Schwester ist dann nach einiger Zeit an Heimweh gestorben. :heulsuse:

Den Lenz mochte er auch nicht, weil er immer die Frauen angebaggert hat, die Goethe schon hatte... :lol2:
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Mittwoch 20. Juni 2007, 14:56

stephy hat geschrieben:Goethe ist doch menschlich gesehen gegenüber Schiller ein rechtes A... gewesen, Ginny, oder irre ich mich da? Hat er nicht seine Schwester an Kaufmann verkuppelt, weil er sie loshaben wollte, da sie intelligenter war als er? Die Schwester ist dann nach einiger Zeit an Heimweh gestorben. :heulsuse:
Die Geschichte kenne ich eher andersrum, dass er es ihr übel nahm, dass sie heiratete und sich ihm dadurch entfremdete, weil er so an seiner Schwester hang. (Cornelia meine ich - oder gabs da noch eine Schwester?) Dass er ihr ihre Intelligenz und ihr eigenständiges Denken übel nahm, hab ich aber auch so im Kopf ... naja, menschlich war er wirklich nicht gerade makellos.
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Beitragvon biberrulez » Mittwoch 20. Juni 2007, 17:47

Irgendwie habe ich auch an Goethe mein Kreuz zu tragen. Ich mag Faust I und mit jedem Lebensjahr lerne ich den Stoff mehr schätzen. Den zweiten Teil fand ich äußerst anstrengend, aber das ist normal. Es fehlen mir so wie wahrscheinlich auch vielen anderen gegenwärtigen Lesern einfach die intensiven Kenntnisse der antiken Mythologie, auf die ständig verwiesen wird. Selbiges gilt auch für zahlreiche Gedichte Goethes und Schiller. :ohhh:

Kurzum, Gwens Definition von Goethe (fettleibig :thumbs: ) sollte so in die Lehrbücher übernohmen werden. Auch wenn ich mit meiner Einschätzung völlig falsch liege (denn irgendeinen Grund muss es ja haben, dass er einen solchen Status hat) habe ich beim Lesen seiner Werke immer den Eindruck eines überheblichen Großkotzes der mit seinem Wissen prahlt.

Aber ich mag Schiller. Als wir Wallenstein in der Schule lesen mußten, begann ich mit äußerster Abneigung und war dann regelrecht begeistert. Habe auch freiwillig später mehr von ihm gelesen und auch noch einiges im Regal stehen.
"Er oder sie muss sich fragen, ob sein oder ihr Stilgefühl es ihm oder ihr erlaubt, so zu schreiben."
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