Klassiker

Goethe, Mann, Tolstoi und Co aber auch neueres

Moderator: Gwenhwyfar

Beitragvon Esprit » Samstag 12. Juli 2003, 13:40

Bin fertig mit "Madame Bovary"*seufz* ein Klassiker,bei dem man wieder kaum glauben kann,dass er schon vor ca. 100 Jahren geschrieben wurde...
"Der Wahnsinn ist ein Land, in das nicht jeder Zutritt hat. Man muss ihn sich verdienen."
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Beitragvon Friend567 » Samstag 12. Juli 2003, 13:42

@Esprit: Wieviel Seiten hat denn das Buch? Ich frage mich wie man so schnell mit einem Buch fertig sein kann...?!
"Two thousand miles away
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Two thousand miles away
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Beitragvon Esprit » Samstag 12. Juli 2003, 13:49

Friend567 hat geschrieben:@Esprit: Wieviel Seiten hat denn das Buch? Ich frage mich wie man so schnell mit einem Buch fertig sein kann...?!


so ca 400 Seiten,aber ist ein kleines inseltaschenbuch,nicht kleingedruckt und sehr flüssig zu lesen,was man ja von den wenigsten klassikern behaupten kann...
Und da ich mich vor allem in Emma Bovary gut hineinversetzen konnte
(bin ja auch schon an die 12 Jahre verheiratet :wink: ),hat mich deren geschichte sehr gefesselt,aber 2 tage (am Donnerstag fing ich an,vorhin war ich fertig) sind eigentlich lang für so ein "kurzes" buch,wenn ich mehr zeit gehabt hätte,hätt ichs auch schneller durchgehabt...
Habn immer gedacht,das ist mehr so ein altbackenes Buch,aber von wegen,da hab ich mich total getäuscht,ich fand es echt klasse...
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Beitragvon stephy » Samstag 12. Juli 2003, 13:54

Ich habs mal angefangen, bin aber nicht über Seite 100 hinaus gekommen. Lag aber nicht am Buch, sondern an meiner Zeit... Mußte dann viel für unser Fach Literatur lesen und habs erst mal auf Eis gelegt. Werd's mir aber nach Juli Zeh und "Don Quichote" auf jeden Fall nochmal zur Genüge führen - und diesmal ganz. Mir hat der Stil gefallen. :) Man merkt halt, daß der Autor ein Franzose war... ;)
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Beitragvon Esprit » Sonntag 13. Juli 2003, 09:58

Ja,die Sprache gefiel mir auch sehr gut...
Mal schaun,ob ich mir noch "Effie Briest" von Fontane hole,das soll so ähnlich sein...aber da soll ja das Ende nicht so tragisch sein wie bei Madame Bovary :cry:
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Beitragvon aubrey » Sonntag 13. Juli 2003, 10:02

Effi Briest ist nur zum empfehlen!!! hat mir sehr gut gefallen..wir mussten es in der schule lesen und ich hatte in einem aufsatz darüber ne 4, weil wir seiten über EINEN satz schreiben mussten..

und trotzdem hab ich mir das buch später geholt..also MUSS es gut sein :wink:
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Beitragvon stephy » Sonntag 13. Juli 2003, 11:35

Mein ehemaliger Literaturlehrer hat mal erzählt, daß er einer aus der 11. in Auftrag gegeben hat, "Effie Briest" mit "Madame Bovary" zu vergleichen und die jämmerlich dran gescheitert sei, weil es ihr sehr schwer gefallen ist, diese alten Bücher zu lesen und zu verstehen.
Ist irgendwie sehr schade. Mir dagegen fällt es oft schwer, neue Bücher zu lese und zu verstehen... :roll: :lol:
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Beitragvon aubrey » Sonntag 13. Juli 2003, 11:40

effi briest wird übrigens wirklich nur mit I und ohne E geschrieben :wink:
hm..ich habe madame bovary nicht gelesen..worum geht es da?

allerdings wenn ich mich recht erinnere, geht effi briest auch recht tragisch aus...hat zumindest kein happy end oder so..
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Beitragvon Esprit » Montag 14. Juli 2003, 17:08

stephy hat geschrieben:Mein ehemaliger Literaturlehrer hat mal erzählt, daß er einer aus der 11. in Auftrag gegeben hat, "Effie Briest" mit "Madame Bovary" zu vergleichen und die jämmerlich dran gescheitert sei, weil es ihr sehr schwer gefallen ist, diese alten Bücher zu lesen und zu verstehen.


Hää? Madame Bovary ist doch sehr flüssig und leicht zu lesen,hat ne sehr schöne Sprache aber keinesfalls schwierig im Vergleich zu anderen "alten" Büchern...Mich hat der fast moderne Stil eher überrascht...

@Aubrey: In Madame Bovary gehts um Folgendes:(kurzgefasst)
SPOILER

Emma Bovary heiratet einen Landarzt,der sie abgöttisch liebt...
Sie jedoch verzweifelt langsam an der Eintönigkeit des Ehelebens (trotz Geburt einer Tochter) und sucht Ablenkung in leidenschaftlichen Liebesabenteuern,wo sie jedoch merkt,dass diese mit der zeit auch zur Gewohnheit werden ...Da sie die Realität nicht wahrhaben will,sucht sie auch Befriedigung in ihrer kaufsucht,bis sie bald vor der Pfändung stehn...

Das Ende verrat ich aber nicht... :wink:
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Beitragvon stephy » Montag 14. Juli 2003, 18:24

Nein, verrat' es ja nicht! ;)

Mein Lehrer meinte, daß den jungen Leuten von heute einfach der Bezug zur Literatur aus dem 19. Jahrhundert und früher fehlt. Vielleicht das Einfühlungsvermögen... Keine Ahnung.
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Beitragvon Esprit » Montag 14. Juli 2003, 19:33

stephy hat geschrieben:
Mein Lehrer meinte, daß den jungen Leuten von heute einfach der Bezug zur Literatur aus dem 19. Jahrhundert und früher fehlt. Vielleicht das Einfühlungsvermögen... Keine Ahnung.


Aber grad "Madame Bovary" behandelt doch ein Thema,das immer aktuell ist,ob das jetzt im 19.Jahrhundert geschrieben ist ,das merkt man nur an dem Drumherum,und Einfühlungsvermögen hat hier wohl fast jede verheiratete Frau ,die manchmal aus nem langweiligen ehealltag ausbrechen will....Vielleicht ist das für euch 20jährige nicht so nachvollziehbar,aber ich z.B. konnte mich sehr gut in Emmas Lage versetzen,obwohl sie natürlich sehr extrem war,sie konnte die realität ja gar nicht ertragen...Aber ich bin ja auch in dem glauben an das werk rangegangen,es sei ein alter Schinken,jetzt aber zählts zu meinen Lieblingsbüchern...
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Beitragvon stephy » Montag 14. Juli 2003, 21:18

Esprit, mir mußt Du das wahrlich nicht sagen, ich liebe die Literatur des 19. Jahrhundert insbesondere. Sag das den Leuten um mich herum, den jungen Leuten... ;) Die scheinen da echt anderer Meinung zu sein... :roll: Die meisten lesen doch so Sachen wie "American Psycho", wenn wir mal ehrlich sind. Und warum? Weil es schön skandalös ist. Die ziehen sich lieber einen Bukowski rein, bevor sie 'nen Flaubert auch nur mit der Beißzange anfassen. So isses, denke ich mal, so wirds leider auch bleiben... :(
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Beitragvon Gwenhwyfar » Montag 14. Juli 2003, 22:12

...oder sie lesen beides, modernes und klassisches. :P

Zu "Effi Briest"...Fontane *würg* Kommt in keinsterweise an die großen französischen, russischen und englischen Romanciers des 19. Jahrhunderts ran. Das Schicksal Effis erschien mir sogar (obwohl es nach einer wahren Geschichte ist) belanglos. :rolleyes: Okay Spoiler, sie betrügt eine zeitlang ihren viel älteren Mann, der sogar schon um ihre Mutter warb, nach Jahren findet ihr Mann die Liebesbriefe und verstößt sie aus Stolz. Einsam verstirbt sie irgendwann....Gesellschaftskritik ist schon vorhanden, aber dennoch...Bild Insgesamt kam mir alles gefühlslos und kalt vor. Nee, Fontane ist nix für mich! :mrgreen:
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Beitragvon stephy » Montag 14. Juli 2003, 22:53

Wo doch der gute Reich-Ranicki so ein Fontane-Bewunderer ist! ;)
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Beitragvon Fänger » Dienstag 15. Juli 2003, 08:07

Ich weiß noch, daß ich mich in meinem Deutsch-GK ziemlich durch das Buch quälen mußte. Es zieht sich einfach unheimlich. Hab dann auch nicht alles gelesen - aber für ´ne 3 hat es gelangt. :wink:
Also, Fontane ist auch nicht mein Fall.
"Nun gut," sagte der Mann in Schwarz. "Fangen wir an!"

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