Der Fänger im Roggen - J.D.Salinger

Goethe, Mann, Tolstoi und Co aber auch neueres

Moderator: Gwenhwyfar

Beitragvon Gwenhwyfar » Mittwoch 9. März 2005, 17:14

Ich glaube, Annie, Du hast das Buch einfach nicht verstanden. Du beschreibst zwar Gegebenheiten und Teile des Buches richtig, doch die Geschehnisse und Ereignisse von Holdens Odyssee ins Erwachsenwerden sind nur Oberflächlichkeiten, Staffage. Zwischen den Zeilen sind seine Offenbarungen, die Dinge, warum Der Fänger im Roggen Jugendliche seit Jahrzehnten begeistert.
Natürlich muß nicht jeder das Buch lieben; vor allem erwachsene Menschen beeindruckt es bestimmt nicht so stark wie Teenager. Doch Deine Art von Rezension finde ich ehrlich gesagt kindisch. :rolleyes:
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Beitragvon Annie_! » Donnerstag 10. März 2005, 19:26

Ich glaube, Gwenni, du hast meinen Beitrag einfach nicht verstanden. Er erscheint erst vielleicht kindisch, doch das sind nur Oberflächlichkeiten. Man muss nur zwischen den Zeilen lesen und schon findet man die Offenbarungen, die mein Beitrag enthält!!! 8)

Nein, also ernst jetzt.... :P !!! Tut mir ja leid dass ich net so erwachsen und schlau schreibe wie du, aber ich dacht du magst das eh so, der Holden schreibt ja doch auch eher äh... kindisch!! :mrgreen: (Find ich zumindest!!) Also: Wenn ich das Buch net verstanden hab (was ich zwar eigentlich net glaub, aber nur zur Sicherheit halt).... kannst es mir dann vielleicht erklären?? Also das was ich net verstanden hab!! Wirklich, das möcht ich schon ganz ernsthaft jetzt wissen!!!! :sweet Sag mir doch was die Offenbarungen sind die ich scheinbar nicht mitgekriegt habe weil sie so zwischen den Zeilen versteckt waren!!!
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Beitragvon Gwenhwyfar » Samstag 12. März 2005, 10:53

Einfach den Thread durchwühlen:

Die Hauptperson Holden Caulfield befindet sich nach einer Odyssee im Sanatorium und erzählt von seinem Leben. Er ist zum x-ten Mal von der Schule geflogen und begab sich auf eine abenteuerliche kurze Reise, auf welcher Erfahrungen gewann.

Das Grundthema des Buches ist ein junger Mensch, welcher den Nonkonformismus lebt bzw. VERSUCHT zu leben und daran scheitert.
Es geht um eine Person, die nicht erwachsen werden will, weil die Welt der Erwachsenen das Ende der Unschuld für diese Person darstellt, der Verlust der Reinheit. Mit einem Wort: für Holden sind alle "Heuchler".


"Der Fänger im Roggen" steht für ein Kinderlied, an welches sich Holden erinnert. In dem Song geht es um spielende Kinder in einem Roggenfeld, die sorglos und glücklich sind. Holden stellt sich vor, dáß sie nahe an einem Abgrund laufen und er der Beschützer der Kinder ist; immer wenn eines von ihnen gefährlich dicht an diesen Abgrund heran kommt, "fängt" er es sozusagen auf und sorgt dafür, daß es nicht abstürzt. Darum ist Holden der Fänger und gibt durch diesen Zustand dem Buch seinen Namen, denn das ganze stellt ein symbolisches Bild dar: Holden möchte nicht, daß die Kinder erwachsen werden und in der Welt der Heuchler ihre Unschuld verlieren, ihre natürliche Reinheit, die sie in Holdens Augen besitzen. Er haßt und verachtet so sehr die Gesellschaft. Eines der zu rettenden Kinder ist für ihn seine kleinere Schwester und an ihr erkennt er zum Schluß; er DARF diese "Rettung" nicht ausführen, er kann niemanden behüten, jeder wird einmal den den Prozeß des Erwachsenwerdens durchleben und muß es alleine durchstehen.
Ja, in einer gewissen Art kann man sagen, Holden ist gescheitert, da er seine Ideale in unserer Welt nicht leben kann. Eine verzweifelte und tragische Figur zu gleich.


Übrigens gibt es einen Fim mit Donald Sutherland und Will Smith, in dem Smith einen 15 minütigen Monolog über dieses Buch hält. Er erwähnt den Lennon-Mörder und ander Leute, die sich nach ihren taten auf das Buch beriefen. Und er sagt, "Gebt dieses Buch nicht euren Kindern.", was natürlich ironisch gemeint ist. Seiner Meinung nach wäre das Werk gefährlich, da es eine Anleitung - trotz Holdens Scheitern - zum Kreativsein ist und zum Handeln.


Und mit keinem Wort versuchte ich anzudeuten, daß Du "so erwachsen und schlau wie ich" schreiben sollst. Aber lies doch bitte Deinen ersten Beitrag nochmal durch; ein konfuses Etwas mit der einzigen Aussage "Den Roman mochte ich nicht." Das hätte man auch eleganter darlegen können. :P
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Beitragvon Annie_! » Samstag 12. März 2005, 13:04

Na das hab ich doch eh alles schon gelesen!!!! :mrgreen: Ich hab doch den ganzen Fängerthread durchgeschaut bevor ich was gschrieben hab! :casanova: Am Anfang warn zB lauter kurze Gwen-Postings hintereinander dann kam so ein bißchen Ginny dazu usw. :P Hab ich alles mitgekriegt und schon lääääääängst gelesen!!!!!!!!!!!!!! 8)
Und wenn ich das Buch doch net mochte, was soll ich denn sonst sagen außer dass ich es net mochte und warum ich es net mochte????!!!:? (Hähä, 3 mal "mochte" in einem Satz! Wie unelegant!! :P )
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Beitragvon Gwenhwyfar » Samstag 12. März 2005, 21:34

Das Warum war meiner Meinung nach zu seltsam geworden. Würdest Du so eine Arbeit Deinem Deutschlehrer vorlegen? Ich denke nicht. :mrgreen:
Egal, daß Du den Fänger zu mögen hast, war ja auch nicht meine Intention.
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Beitragvon Annie_! » Samstag 12. März 2005, 23:04

Gwenhwyfar hat geschrieben:Das Warum war meiner Meinung nach zu seltsam geworden.

Ich hab doch gesagt warum!!! :casanova: Ich kann ja nix dafür wenn meine Nicht-Mögens-Gründe seltsam sind... ist ja auch ein seltsames Buch!! :mrgreen:

Würdest Du so eine Arbeit Deinem Deutschlehrer vorlegen? Ich denke nicht. :mrgreen:

Da würd ich die Smilies rauslassen und die Punkterl, aber sonst schon, ja! :P
Nein, also.... eeeerstens hab ich unter anderem aus dem Grund Deutsch in der Schule immer überhaupt nicht gemocht weil man da nie so schreiben konnte wie man wollte und man sich immer um schlaue Worte und Sätze und Gedanken bemühen musste und so... :schuettel: Boah, ja das fand ich voll schilmm!! :P Und zweitens sind wir hier ja zum Glück net in der Schule und man kann eben schon schreiben wie man mag!!!!!!! :D
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Beitragvon Abby » Freitag 20. Januar 2006, 11:16

Zuerst, ja mir gefiel das Buch sehr gut.

Ich hatte die Heinrich Böll Version gelesen und möchte mir jetzt irgendwann mal das Buch in Englisch besorgen.

Der Grund warum das Buch meines Wissens nach in Amerika auf den Index kam (früher) war, dass darin öfters das Wort "Fuck" vorkam. Meiner Meinung nach ist ja die Böll-Version ein wenig "verharmlost" Übersetzt (soweit man Fuck verharmlosen muss/kann).

In den deutschen neuen Version wird der Leser ja auch gedutzt und bei Böll noch gesietz. Wird am Buch im Ganzen nichts ändern, wollte es jedoch nur mal erwähnen
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Beitragvon LittleMissCabyCane » Donnerstag 2. Februar 2006, 19:02

Mir geht's genau wie Annie. Ich hab's sogar schon 2 Mal gelesen, kann aber nicht ganz nachvollziehen, weshalb es so einen hohen Stellenwert in der Weltliteratur hat. Auch "Franny..." sagte mir nicht so ganz zu...
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Beitragvon Sachmet_Atropos » Mittwoch 15. November 2006, 17:49

Ich find das Buch toll. Erstmal die Sprache (oder der Stil oder was auch immer ich jetzt meine...) Und dann hat es mich wirklich total an meine Stiefschwester erinnert.(die hat gesagt "Ich will ins kino." und 5 Minuten später "Ich will nich ins kino...") Also den Sinn des ganzen habe ich auch nicht wirklich verstanden, was dazu führt dass mir sicher einige Geheimnisse an dem Buch verborgen bleiben aber eins ist mir aufgefallen. Dass der Protagonist nicht so richtig zu wissen scheint was er will. Und das ist doch ne Sache wo ich denke dass sich extrem viele Pubertäre Jugendliche (was für ein Wortgemetzel :minieek: ) damit identifizieren können. Letzendlich weiß doch niemand so genau was mal aus ihm werden soll... jedenfalls weiß garantiert keiner in dem Alter was mal tatsächlich aus ihm wird ... denk ich mal...
Und ich hab auch ne Abneigung gegen Schauspieler....lol
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Beitragvon Carbon Kid » Montag 21. Januar 2008, 08:03

Ich mag das Buch auch sehr. Salinger schafft es, perfekt das wiederzuspiegeln, was Jugendliche in dem Alter empfinden. Das Unentschlossene und die Rebellion und solche Dinge. Die Popularität des Buches erkläre ich mir einfach damit, was es mit John Lennon zu tun hat, ich denke ihr wisst was ich meine. Hab mir auch gleich seine anderen Bücher zugelegt.
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Beitragvon Schnie » Donnerstag 28. Januar 2010, 19:22

Gerade ganz aktuell

J.D. Salinger ist gestorben. Einen ersten Artikel dazu findet ihr unter anderem hier:


http://www.firmenpresse.de/pressinfo157164.html
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