George R. R. Martin

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Re: George R. R. Martin

Beitragvon Jehane » Donnerstag 20. Oktober 2011, 23:58

Wie sind denn eure Meinungen zum letzten Band, A Dance with Dragons? Ich muss zugeben, ich hab mit dem Buch echte Probleme gehabt - manche Kapitel haben sich gezogen wie ein alter Kaugummi *argh* Speziell die Kapitel rund um Jon fand ich z.T. unnötig, hauptsächlich, weil kaum was weitergegangen ist. Der Typ ist Lord Commander und versucht, seine Sache so gut wie möglich zu machen, und Martin will das auch möglichst detailliert schildern - aber SO detailliert? Das musste echt nicht sein. Was mich wirklich fertig gemacht hat: Mein Lieblings-Charakter, Tyrion, wurde auf eine dieser unsäglich langen Reisen geschickt, ohne dass sonderlich viel passiert ist. Klar - für die Entwicklung des Charakters war die Reise wichtig, aber verdammt noch mal, kann Martin nicht einmal eine Reise beschreiben, die ohne gröbere Probleme vonstatten geht? Auch nervig: die Einführung neuer Charaktere, die z.T. auch gleich wieder gekillt wurden. Im Vergleich zu den vorigen Büchern war dieses sehr, sehr mühsam. Ich hab z.B. Game of Thrones und Clash of Kings in jeweils 1-2 Wochen gelesen, weil ich's einfach nicht aus der Hand legen konnte. Für Dance with Dragons hab ich gut einen Monat gebraucht. Das Arge daran ist, dass Dance with Dragons im Grunde mit Feast for Crows eine Einheit bildet, chronologisch, d.h. wir haben hier zwei Bücher, die zeitgleich Handlungsstränge ausarbeiten und gemeinsam auf knapp 2000 Seiten kommen. Das hätte man auch kürzen können. Das Kapitel über Jaime z.B. - so sehr ich mich auch drüber gefreut hab - hätte man entweder in Feast for Crows oder im nächsten Band unterbringen können. Das Gleiche gilt für die beiden Kapitel über Cersei. Oder für die Kapitel über Arya. Persönlich find ich, dass Dance with Dragons der schwächste Band der Reihe ist. Martin verliert sich in Details, die z.T. total unnötig sind, und er scheint keine Ahnung zu haben, wohin die Story führen wird. Er hat ja auch bei der Veröffentlichung von Dance with Dragons angekündigt, dass es vermutlich nicht bei 7 Bänden bleiben, sondern er noch einen achten Band benötigen wird, um die Geschichte zum Abschluss zu bringen. Für mich schaut das so aus, als hätte sich Martin so sehr in diese Welt und die Charaktere vertieft, dass er sie einfach nicht loslassen will - er schafft's nicht, ein Ende zu finden. Trotzdem werde ich den nächsten Band lesen. Und wenn der genauso fad ist wie Dance with Dragons, dann war's das für mich. Lustig find ich in dem Zusammenhang übrigens, dass Martin voriges Jahr mal meinte, er wolle kein Lost-Ende produzieren - hallo, guter Mann, Lost hatte wenigstens ein Ende *grmbl*
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Jehane
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