Robin Hobb

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Robin Hobb

Beitragvon Nimrod » Samstag 13. Januar 2007, 01:51

Zugegebenermaßen habe ich wenig gelesen von dieser oft hochgelobten Schriftstellerin. Aber ich möchte hier mal eine Lanze brechen für einen wirklich hervoragenden Zyklus, der sich wohl aufgrund seines recht unglücklich gewählten deutschen Titel besonders schwer haben wird.Zumindest kenne ich niemanden, derdie Saga ausser mir gelesen hätte.
Ich spreche hier von "Die Zauberschiffe".
Eine wirklich tolle Fantasysaga der etwas anderen Art. Ausser Drachen, die mehr am Rand erwähnung finden, kommen eigentlich keine anderen Klassischen Fantasywesen darin vor, vielmehr ist es eine Art fantastisches Piratenabenteuer.
Alles dreht sich um sogenannte Seelenschiffe, gebaut aus einem Holz, das nur von den Mutigsten der alten Händlerfamilien geliefert werden kann, die sich vor Urzeiten in ein altes Ruinengebiet aufgemacht haben, das lange vor ihnen von einer unbekannten Rasse bewohnt worden ist. Diese Familien, die für ihren Wohlstand einen schrecklichen Preis entrichten müssen, liefern ihr Holz ausschließlich an ihre Verwanden, die sich nicht ganz so weit vorgewagt haben. Ihre Verträge sind besiegelt mit Blut und Gold, und wehe denen, die ihn nicht entrichten können.
Für viele Generationen sind die Lebensschiffe nicht mehr als aussergewöhnlich gute Schiffe, die allein schon fast den Preis wert sind, der für sie zu entrichten ist, doch wenn genug Familienmitglieder im Laufe der Zeit ihr Leben gelassen haben, erwacht das Schiff zumLeben, als eine Art Inkarnation der Summe der Familie. Auf diesen Schiffen beruht der Wohlstand der Bingtownhändler.
Die Bücher selber handeln zum einen von einer dieser Familien. Nachdem der Vater gestorben ist, ist die Zeit des Erwachens für ihr Lebensschiff gekommen. Doch durch die Verpflichtungen für eben dieses Schiff weiß sich die Familie kaum noch über Wasser zu halten.
Sämtliche Träumederältesten Tochter der Familie werden zerstört, als die Familie beschließt, das Komando an ihren Schwager zu übergeben,derdas Lebensschiff als Sklaventransporter mißbraucht und seinen Sohn zwingt,mit ihm zu segeln,da stets ein Blutsangehöriger der Familie mit an Bord sein muß.
DieGeschichte spitzt sich zu, als das Lebensschiff, die Viviace, vom Piraten Kennit geentert wird,dem vorausgesagt wurde, sich zum König der Piraten aufzuschwingen und über die Meere zu herrschen.
Wie werden die Hoözhändlerreagieren, wenn sie erfahren,dass die Familie zahlungsunfähig ist?
Und welche Rolle spielt der wahnsinnige Paragorn, das gestrandete Lebensschiff, dass verstümmelt am Strand von Bingtown liegt, und dessen Familie nie wieder lebend gesehen worden ist, als sie mit ihm fortsegelten. Seltsam verstrickt scheint sein Schicksal mit dem Kennits zu sein.
Und von allen unbemerkt erwachen die Seeschlangen unter dem Meer aus ihrer Bewußtlosigkeit, nachdem sie fast ihrer Lethargie erlegen sind. Viele, viele Jahre lang waren sie nur dumpfhinter "Versorgern" (Sklavenschiffen) hinterhergeschwommen, wo sie leichte Beute machen konnten. Doch ein Knäuel Seeschlangen, entkräftet und fast ohne Hoffnung, nur vorangetrieben von ihrem Führer, der, wenn er sich auch nicht erinnern kann, doch wenigstens ahnt, dass sie viel mehr sind als nur hirnlose Tiere. Aber was suchen sie? Und welche verbindung haben sie zu den Lebensschiffen?
Ich könnte noch viel mehr schreiben zu dieser wirklich hervorragenden Fantasy, und wie es Hobb geschafft hat,aus der eigentlich hirnrissigen Idee lebendiger Schiffe (Knight Sailer oder so :lol2: ) etwas so großartiges zu schaffen, ist wirklich bemerkenswert.
Ich habe wie gesagt nur gutes über Hobb gehört,Die Legende des Weitsehers sollja ein Muß sein. Aber die Zauberschiffe sind für mich auf jeden Fall ein absoluter Geheimtipp.
Lasciate ogni speranza, voi ch' entrate ! ! !

Dante Alighieri (1265-1321)

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Beitragvon Walter » Montag 11. August 2008, 19:45

Kann dir da nur Recht geben. Ich hab die Zauberschiffe vor ein paar Monaten in einem rutsch durchgelesen und war restlos begeistert. Die Intensität mit der Hobb Charakter und deren Gefühle und Handlungsweisen beschreibt ist einfach genial. Sogar der kaltblütige und gans und gar berechnende Piratenkapitän ist stellenweise richtig sympatisch (und wenn man von seiner Kindheit erfährt tut er einem sogar richtig leid).
Ich hatte vorher die Weitseher Romane gelesen und fand schon diese genial (vorallem die zweiten Chroniken obwohl ich da erst ziemlich skeptisch war) aber die Zauberschiffe versprühen vorallem durch die vielen tollen Ideen nochmal einen ganz eigenen Charme.
Übrigens spielen beide Serien in der selben Welt und man entdeckt immer wieder nette kleine Hinweise auf den jeweils anderen Zyklus.

Ich kann auf jeden Fall Hobbs Bücher nur emphelen. Mit das Beste was es an Fantasy gibt. :daumenhoch:
Ich Zeige dir die Angst in einer Handvoll Staub.
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