Jeffrey Eugenides

Liebe, Drama und Alltägliches

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"Die Selbstmord-Schwestern" (J. Eugenides)

Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Samstag 14. September 2002, 09:56

"Die Selbstmordschwestern" ist mir auch mal empfohlen worden - solle absolut nervenaufreibend sein
Ich geh mal davon aus, dass wir vom gleichen Buch reden, kenn den Originaltitel und Autoren nicht.
Zuletzt geändert von Ginny-Rose_Carter am Samstag 14. September 2002, 20:16, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon samIamsad » Samstag 14. September 2002, 10:03

Japp, ist der Titel der deutschen Übersetzung. Die ich allerdings nicht kenne...

Das Ende läßt eigentlich *alle* Fragen offen, was die Geschichte aber auch zu etwas Besonderem macht. Hier darf wild spekuliert werden.
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Beitragvon Gwenhwyfar » Samstag 14. September 2002, 14:35

Jaaaaaaa, "Die Selbstmord-Schwestern" von J. Eugenides! Wurde mit Kirsten Dunst verfilmt, leider sah ich noch nicht "Virgin Suicides", wird aber nachgeholt.
Das Buch ist kraß, verworren, undurchsichtig und schockierend. Aber eines der besten, was ich jemals an neuerer Literatur las. Für unklar (besser "undeutlich") halte ich nicht nur das Ende. Schon die Erzähler stehen immer im Schatten; man liest nur "wir", wird aber nie richtig aufgeklärt, wer das alles berichtet. Nun, auf jeden Fall Verehrer der Mädchen, Jungs in ihrem Alter, die von den geheimnisvollen Geschwistern fasziniert waren - so erschien es mir.
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Beitragvon Gwenhwyfar » Samstag 14. September 2002, 20:01

Mhm, aber gerade "Die Selbstmord-Schwestern" paßt nicht in den Bereich "Thriller". (Definition: Ein auf Spannungseffekte und Nervenkitzel angelegter Roman oder Film.) Es ist eher ein gesellschaftskritisches Drama, welches in den 70ern spielt, mit psychoanalytischen Strukturen und schockierender Wirkung.
Rezension des Spiegels zum Buch: "Sätze ohne Schalldämpfer, Literatur aus der Hölle des Alltags."
*gröhl* Der Roman wurde damals in der "Girl!" empfohlen, daraufhin kaufte ich ihn mir.
Zuletzt geändert von Gwenhwyfar am Donnerstag 10. Februar 2005, 23:51, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Gwenhwyfar » Samstag 14. September 2002, 22:29

Vielleicht kann man doch aus diesem Thread einen für mehrere Bücher machen.
Mit dem Titel "Alltagshorror" oder "Bücher über den Schrecken des Alltags", was weiß ich. :mrgreen:
Zuletzt geändert von Gwenhwyfar am Donnerstag 10. Februar 2005, 23:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon samIamsad » Sonntag 15. September 2002, 13:33

Ja, ein Thriller im eigentlichen Sinne ist das Büchlein mit Sicherheit nicht. Aber dafür schockieren-schön. Und sehr verstörend.
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Beitragvon Gwenhwyfar » Sonntag 15. September 2002, 14:19

...besonders, wenn man es erst mit 15 liest... :P

Auch eine eindeutige Begründung, warum es zu den Selbstmorden kam, findet man ebenso nicht im Buch. Kann man selbst nur erahnen. Ich fand es schön, als die eingesperrten Mädchen mit den Erzählern über lautgestellte Songs kommunizierten. :sweet
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Beitragvon samIamsad » Sonntag 15. September 2002, 22:13

Der Film ist auch sehr empfehlenswert. Schöner Indie-Film. Ein aufgeblähter Big Budget-Hollywood-Streifen hätte wohl sowieso niemals den Charme von Sofia Coppolas Version erreicht. Vermutlich.

Überragender Score (Air), die gigantische Kirsten Dunst, schöne Bilder. Allerdings wurde das Ende leicht modifiziert, und der allgemeine Zerfall des Lisbon-Hauses kommt im Roman ebenfalls besser rüber.

Trotzdem: Absolut unterstützenswert!
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Jeffrey Eugenides - Middlesex

Beitragvon samIamsad » Mittwoch 30. Juli 2003, 15:35

Hat das schon wer? Lohnt es? Ich grüble schon lange und länger darüber nach, ob ich nicht doch das Paperback abwarten soll...
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Beitragvon Konz » Samstag 20. September 2003, 08:56

Habe mir das Buch gestern besorgt un die ersten 100 seiten direkt in einem zug gelesen. Dann musste erstmal ne schlafpause sein.

Es liest sich wirklich sehr interssant...auch von der erzählperspektive her.Wunderbar passiv. Und doch fühlt man sich den Schwestern immer ganz nahe. Toll wie beschrieben wird, wenn andere Jungs für den(oder die) Erzähler ausspioniert haben.

Man nimmt es diesen Jungs wirklich ab, das sie fasziniert waren von den Lisbon- Mädchen.
Und einige Sätze sind, wir im Klappentext angekündigt wirklich "Ohne Schalldämpfer" und lassen einen ganz schön aufschreien oder zusammenzucken.

Das einzige, was gewöhnungsbedürftig ist, ist die Kapitelunterteilung des Buches. Aber ansonsten bin ich bis jetzt sehr zufrieden.
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Beitragvon samIamsad » Samstag 20. September 2003, 22:49

Wollte die deutsche Version auch mal antesten. Ob die denn ähnlich gut funktioniert? Muß ich unbedingt wissen. :)
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Beitragvon Konz » Mittwoch 24. September 2003, 16:37

Bin eben fertig geworden....

SPOILER
Wirklich umgehauen hat mich die Passage ca. 50 seiten vor schluss, als die erzähler in das haus kommen und auf Lux treffen....Und wie plötzlich dann der Tod von dreien geschildert wird. Das war wirklich heftig.
Ich hätte nicht gedacht, das sich nach Cecilias Tod erst eine ganze Zeitspanne (1 Jahr )abspielt und dann alle 4 gleichzeitig einen Selbstmord versuch unternehmen.

Nur eines habe ich nicht verstanden:
Es gibt da einen komischen Satz, der mir rätselhaft erscheint, vielleicht nur ein Übersetzungsfhler,ihr könnt mir sicher helfen.

Es ist die Stelle wo sie im Haus sind und Lux einem der Jungs die Hose öffnet.
Da steht: "Der Reißverschluss öffnete sich unseren Rücken hinunter"(Deutscher Taschenbuchverlag, 2.Auflage November 2000, ISBN 3-423-08517-7, Seite 209, unteres Drittel der Seite)

Was soll das? Wer kann mir helfen?
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Beitragvon tiff´any » Freitag 10. Oktober 2003, 20:15

ich habe das buch leider nie gelesen, dafür den film auf premiere gesehen und muss sagen, sehhr erschütternd :schande: die atmosphäre ist hoffnungslos und ehrlich gesagt konnte ich den film in der wiederholung nicht noch mal ertragen, da es so sinnlos erscheint.. aber ich möchte nicht mehr dazu sagen, sonst verrät man zuviel .... selbst schauen!!
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Beitragvon Esprit » Montag 29. März 2004, 17:35

...bin heute beim Stöbern in der Buchhandlung über "Die Selbstmordschwestern" gestolpert,war reiner Zufall,hab ich natürlich gleich gekauft :roll:
"Der Wahnsinn ist ein Land, in das nicht jeder Zutritt hat. Man muss ihn sich verdienen."
(aus"Die grauen Seelen" von Philippe Claudel)
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Beitragvon stephy » Montag 29. März 2004, 19:42

Hat der Gute nicht auch "Middlesex" geschrieben? Das hab ich gelesen.
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