Helen Garner

Liebe, Drama und Alltägliches

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Helen Garner

Beitragvon SissyS » Sonntag 10. Mai 2009, 11:06

Helen Garner „DAS ZIMMER“

Ich möcht euch dieses Buch wirklich gerne ans Herz legen, trotz der traurigen Geschichte ist es gut und leicht zu lesen. Und man will wissen wie es endet, obwohl man doch am anfang schon weiss wie es endet.
Als Helen ihre Freundin Nicola einlädt, für eine dreiwöchige Krebstherapie bei ihr zu wohnen, ist ihr nicht bewusst, was es bedeutet, eine sterbenden Menschen zu begleiten. Und dennoch tut sie alles für die Freundin, im Vorfeld richtet sie das Bett auf die Nord-Süd Achse aus, die Bettwäsche ist in Rosa, das auch bleicher Haut schmeichelt. Und auch später macht sie alles was in ihrer Macht liegt. Sie wechselt nachts die Bettwäsche, und stellt die Matrazte zum trocken und lüften tagsüber nach draussen. Kocht vegetairisch. Aber sie zweifelt an der Therapie die sich die Freundin unterzieht, denn die basiert auf vitamin c. Und Nicola geht es eher immer schlechter, aber sie will daran glauben. Denn wenn sie es nicht tut muss sie sich mit dem nächsten Stadium auseinandersetzten, und das heisst sterben.
In einer glasklaren Sprache, getragen von liebevollem Humor, erzählt Hellen Garner vom Ringen um das Leben, umeine Freundschaft und einen würdevollen Tod. Auf Wunderheilung hofft Nicola vergebens- es ist Helen Garner , die ein Wunder vollbringt: wir lesen eine tieftraurige Geschichte und fühlen uns bewegt, gestärkt, amüsiert und schliesslich versöhnt mit der gebrechlichen Einsicht unserer Welt.


„Man schlägt diese Buch zu und hat das Gefühl, nicht nur einen grossartigen Roman gelesen, sondern das Leben selst erfahren zu haben.“
Sunday Times


Bewertung auf WDR
von Christine Westermann

"Es gibt diese Bücher, sie liegen schmal und leicht in der Hand, schlagen einen einfachen und ruhigen Ton an und entfalten beim Lesen eine unerwartete Kraft", hat jemand über dieses Buch geschrieben. Schöner kann man es eigentlich nicht beschreiben.

Der erste Impuls, wenn man auf den Klappentext sieht: Ein Buch über eine krebskranke Frau, die am Ende stirbt, ist mir zu hart, das will ich mir nicht zumuten. Das wäre schade, beinahe ein Fehler. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass eine eigentlich unerträgliche Situation mit solch einer Leichtigkeit, mit solch einer entwaffnenden Ehrlichkeit beschreibt. Wie die Freundin auch empfindet man zum Beispiel eine grenzenlose Wut auf die krebskranke Frau, weil sie in ihrer Verzweiflung gar nicht begreifen will, welchen Scharlatanen sie bei ihrer obskuren Therapie aufgesessen ist.

Man liest und fühlt sich wie im richtigen Leben. Da ist nichts geheuchelt, nichts schöngefärbt. Dennoch ist es ein heiteres, beinahe fröhliches Buch, das alle Höhen und Tiefen streift, die ein Leben bereithält. Ob man nun kurz vor seinem Ende steht oder jemanden dahin begleitet. Wie wirbt man für ein Buch, das sich ein solch schweres Thema vorgenommen hat? Mit der schlichten Bitte: einfach lesen!
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SissyS
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