Mittelalter-Romane

Aus Vergangener Zeit

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Mittelalter-Romane

Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Montag 1. November 2004, 13:53

Eines meiner Lieblingsgebiete in der historischen Literatur. Sehr gefallen hatte mir z.B. die Falken-Trilogie vonm Stephan Grundy, wobei ich sagen muss, dass Band 2 und 3 nicht so grandios waren wie der erste.
Momentan lese ich "Das Lied des Wolfes" von Gillian Bradshaw.
Praktisch bei diesen Büchern ist für mich, dass ich für den Mediävistik-Teil in meinem Germanistik-Studium mir dadurch notwendiges Hintergrundwissen in Sachen Leben im Mittelalter aneigne.

Habt ihr Tipps auf Lager?
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Beitragvon Holger » Freitag 25. Februar 2005, 23:03

Habe gerade mit Tod und Teufel von Frank Schätzing begonnen. Kann aber leider noch nichts dazu sagen, weil ich noch auf den ersten Seiten bin. Sobald sich ein gewisser Eindruck herauskristallisiert, werde ich natürlich mehr dazu schreiben.
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Re: Mittelalter-Romane

Beitragvon Esprit » Montag 28. Februar 2005, 18:57

Ginny-Rose_Carter hat geschrieben:Praktisch bei diesen Büchern ist für mich, dass ich für den Mediävistik-Teil in meinem Germanistik-Studium mir dadurch notwendiges Hintergrundwissen in Sachen Leben im Mittelalter aneigne.

Habt ihr Tipps auf Lager?


In der März-Ausgabe des Sonic-Seducer (Musikmagazin) ist auch ne mehrseitige Beilage übers Leben im Mittelalter enthalten (weil grad die Mittelaltermusik so angesagt ist :roll: )
oder z:B. "Säulen der Erde"?
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Beitragvon Holger » Samstag 5. März 2005, 10:12

Zu empfehlen sind auf jeden Fall auch die Romane von Wolf Serno und natürlich Noah Gordon.
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Beitragvon Esprit » Sonntag 17. September 2006, 11:14

zur Zeit verschlinge ich Mittelalterromane geradezu,
hab "Die Hexe von Freiburg", "Die Tochter der Hexe", "Hildegards Lied" gelesen und momenatan bin ich bei der "Rose von England". Sind wirklich alle sehr zu empfehlen, besonders die Hexenromane.
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Beitragvon Silver » Sonntag 17. September 2006, 11:36

Kennt hier jemand die drei Arthur Bücher von Bernard Cornwell?
-Der Winterkönig
-Der Schattenfürst
-Arthurs letzter Schwur

Sind meine absoluten Lieblingsbücher. In den drei Geschichten, wird mal Arthurs Aufstieg, Merlins Druidenkünste und die Geschichte Britaniens aus einem ganz anderem Blickwinkel erzählt, ohne irgendwelche übertriebene Magie oder Kitsch.
Die Hauptperson ist Derfel, der treu an Arthurs Seite steht und eine Krise nach der anderen bewältigen muss.
Vorab muss ich sagen, dass die Bücher und deren Zahlreiche, nervenzerreisenden Schlachten sehr real geschrieben sind und daher viel "Blut" fließt, was natürlich nicht Jedermanns Sache ist.
Trotzdem, 3 Klasse Bücher, die einen Ehrenplatz in meinem Regal bekommen haben.
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Beitragvon Leila2002 » Sonntag 15. Oktober 2006, 20:15

Habe zwar noch nicht soviele Mittelalter Romane gelesen (mag lieber Bücher über die Antike :lol2: ), aber, welches mich sehr beeindruckt hat, war Der Name der Rose von Umberto Eco. Mein Mittelater Prof war totaler Fan von dem und als das Buch in fast jeder Vorleseung erwähnt wurde, dachte ich mir ich muss es auch mal lesen.
Am Anfang hatte ich ein wenig Probleme mit der anspruchsvollen Sprache, aber als ich mich daran gewöhnt hatte, ging das Lesen flott und ich fand, dass es ein spannender und sehr unterhaltender Roman war.
Im Moment lese ich noch immer Säulen der Erde von Follett. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie lange ich mich schon an diesem Buch aufhalte. Es schafft einfach nicht mich zu fesseln. Habe im Moment zwei andere Bücher deswegen eingeschoben.
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Beitragvon Holger » Dienstag 31. Oktober 2006, 16:56

Habe letztens irgendwo gelesen, dass der Gute Ken wohl derzeit an einer Fortsetzung der Säulen der Erde arbeiten soll, die angeblich jedoch 200 Jahre nach Teil 1 spielen soll.

Gut gefallen hat mir auch "Der König der purpurnen Stadt" von Rebecca Gablé.
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Sonntag 11. Februar 2007, 10:31

Ich hab kürzlich "Der Illuminator" von Brenda Vantrease gelesen und es hat mir gut gefallen ... habs spontan auch für meine Mutter gekauft. Es spielt in England um 1380, zu Beginn der Reformation und im MIttelpunkt stehen in Buchmaler und eine Adlige, ihre geheime Beziehung, der unaufgeklärte Mord an einem Priester, Quelerenen zwischen Klerus, Adel und Volk. Sehr schön fand ich, dass sie Liebesbeziehung nicht viel Raum einnimmt, keine schwülstigen Beschreibungen, da wird viel der Phantasie des Lesers überlassen.
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Umberte Eco - Der Name der Rose + Nachschrift

Beitragvon biberrulez » Montag 24. September 2007, 18:08

Ein paar Bemerkungen zu Umberto Ecos Roman Der Name der Rose.

Nach der Lektüre des Buches war ich zwiegespalten wie kaum je zuvor. Auf der einen Seite war mir nach stehenden Ovationen zumute, auf der anderen aber wurde ich das Gefühl nicht los, dass es besser gewesen wäre, die Vorstellung frühzeitig zu verlassen und mit meiner Zeit etwas Besseres anzufangen. Ursache für letzteres war vor allem der Eindruck, dass Eco häufig weniger erzählt, sondern vielmehr doziert. Nachdem ich dann auch noch einige Zeit auf den kleineren Band Nachschrift zum „Namen der Rose“ verwandt habe, wurde mir Eco zunehmend unsympathischer. :ohhh:

Einer Umfrage zufolge gehört Eco zu den zweitwichtigsten, lebenden Intellektuellen; nach Noam Chomsky und (leider) noch vor Richard Dawkins. Da ich nach dem Lesen des „Namens der Rose“ und vor der Lektüre der „Nachschrift“ wieder mal das Vergnügen hatte, ein Buch Dawkins’ zu lesen, traten die Unterschiede zwischen beiden umso deutlicher hervor. Dawkins untergräbt seit Jahren das Fundament des wissenschaftlichen Elfenbeinturms – und zwar äußert erfolgreich. Er verzichtet auf unnötiges Fremdwortvokabular oder erklärt dieses seinen Lesern. Mit anderen Worten: Dawkins geht mit seinem Intellekt nicht hausieren und stellt klar, dass Wissen nicht zwingend eine Frage des Intelligenzquotienten ist, sondern zu einem Großteil eine Frage der Vermittlung. In diesem Sinne reicht er jedem Interessierten die Hand.

Und was tut Eco? Gegensätzlicher könnte es nicht sein, denn dieser lässt sein Wissen häufig genug auf widerwärtigste Weise heraushängen und spricht und schreibt zuweilen mit einer Überheblichkeit, die abstoßend wirkt. :nonono2:

Im Namen der Rose bedeutet das, dass der Autor sich in semiotischen, historischen, theologischen, kulturellen und anderen Diskursen ergießt, die für die Handlung keine Notwendigkeit beanspruchen können. Hier lässt Eco nicht einfließen, was er recherchiert hat, um dem Roman Atmosphäre zu verleihen, sondern sämtliches Material, das einer stolzgeschwellten Brust unter dem Motto: „Seht her, was ich alles weiß“ entspricht!

In seiner Nachschrift tönt er dann groß daher. So etwa spricht er vom Salgarismus und meint damit das „Stereotyp“, dass Autoren Gelegenheit der Handlung nutzen, um diese zu unterbrechen und Vorträge zu halten. Eco selbst behauptet, hunderte von Seiten umgearbeitet zu haben, um dieser Gefahr zu entgehen. Wie erfolgreich er dabei war, tja, meiner Ansicht nach nicht besonders. Natürlich ist es notwendig, diese mittelalterliche Welt zu „entwerfen“ und im Geiste des Lesers wieder auferstehen zu lassen. Autoren von Fantasy-Romanen stehen vor einem ganz ähnlichem Problem. Jedoch: In der guten Fantasy bekommt man Krümel um Krümel präsentiert, aus denen sich am Ende der gesamte „Kuchen“ rekonstruieren lässt. Eco indessen schleudert seinen Lesern gleich die ganze Torte ins Gesicht ... und das mehr als einmal.

Wenig bescheiden ist er auch an anderen Stellen seiner Nachschrift, denen (indirekt) zu entnehmen ist, dass er sich auf einer Ebene mit Größen wie James Joyce und anderen sieht und ständig vom „naiven“ Leser spricht, der womöglich dies und jenes nicht verstanden hat. Und den Arbeitstitel Die Abtei des Verbrechens verwarf er, da er dadurch „bedauernswerte, ausschließlich auf harte Reißer erpichte Käufer“ irregeleitet und enttäuscht hätte. Wenn ich mir so einige Werke in meinen Bücherregalen ansehe, werde ich das Gefühl nicht los, dass ich in Ecos Augen ebenfalls naiv und bedauernswert bin. Was er offensichtlich nicht versteht, ist, dass auch solche Leser Leser sind; ganz davon abgesehen, dass die wahre Kunst darin besteht, ein Buch als das zu lesen, was es ist: Einen Reißer als Reißer zu lesen ist ebenso unterhaltend wie Hochliteratur als Hochliteratur. Die geistige Vorarbeit muss man lediglich leisten und das gelingt einem mit jedem weiteren Buch besser. Sicher hat auch Eco als „naiver“ Leser begonnen und musste sich, wie jeder andere auch Rezeptionserfahrung erwerben und diesbezüglich lernt man nie aus.

Bemerkenswert auch eine andere Abwertung. Eco sagt, dass er, [spoiler]als er Jorge in die Bibliothek setzte, noch nicht wusste, dass dieser der Mörder ist.[/spoiler] Aber er lehnt den „Idealismus“ ab, und die Behauptung von Autoren, dass Figuren ihr Eigenleben entwickeln, bezeichnet er als „Dummheiten für Abituraufsatzthemen“. Bei aller Liebe, und es ist kaum notwendig zu erwähnen, dass es die verschiedensten Formen des Schreibens gibt (strikt nach Plan, sich treiben lassen etc.), aber etwas mehr Bescheidenheit stände auch einem Umberto Eco gut zu Buche.

Aber all das vereint sich bestens mit Ecos Anspruch auf Exklusivität für sich und seine Intellektuellen Wegbegleiter, denen es Spaß macht mit Fremdwörtern zu schwadronieren, deren einige ich nicht mal im Fremdwörterduden finden konnte. :gumba: Die lateinischen Passagen im „Namen der Rose“ dienen vorzüglich dazu, den Lesefluss zu brechen, im Anhang nach der Übersetzung zu sehen und dann muss man diese auch noch in die richtige syntaktische Form bringen, ehe es weitergehen kann. So was muss nicht sein. Zugute kam mir noch, dass ich in diesem Sommer eine umfangreiche Arbeit über die Klosterreform des mittelalterlichen, kölnischen Erzbischofs Anno II. schreiben musste und damit die intensive Beschäftigung mit dem Klosterwesen verbunden war. Ansonsten wäre mir noch einiges mehr wie ein (passenderweise) Buch mit sieben Siegeln erschienen.

Die Präsentation von Wissen und gebildete Angeberei ist das einzige, was sich durch den Roman und die Nachschrift wie ein roter Faden zieht. Da ist altklug und überheblich von Postmodernismus und Avantgarde die Rede und Eco zwingt jedem seine überbordende Kenntnis mittelalterlicher Handschriften auf. Da wimmelt es von Zitaten und snobistischen Anspielungen, mit denen Eco sich selbst und anderen „Hochgebildeten“ auf die Schulter klopft, mit dem Auge zwinkert und zufrieden ob des Insiders hier und da in sich hinein kichert. In seiner Nachschrift trifft er eine Aussage und kommt nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass es sich um ein „pseudoheideggerisches Zitat“ handelt. Noch protziger fand ich folgendes:
Ich fühlte mich immer geborgener, und die ganze Situation erinnerte mich (ich möchte fast sagen sinnlich, mit der Evidenz eines Geschmacks von in Lindenblütentee aufgeweichten Madeleines) an gewisse kindliche Spiele[...]
Die in Lindenblütentee aufgeweichten Madeleines sind ein Zitat/Textverweis auf Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ und Eco erspart sich die Peinlichkeit, ausdrücklich darauf hinzuweisen. Indes, peinlich bleibt es trotzdem! Welchem Zweck dient dieser Verweis? Für den Proust-unkundigen Leser (oder sollte man besser sagen, „naiven“ Leser?) ergibt dieser Vergleich soviel Sinn wie ein Toastbrot in der Erdumlaufbahn – nämlich gar keinen. Wozu dient er dann?

Zum einen präsentiert sich Eco. “Schaut her, ein kleiner Verweis auf Prousts Opus Magnum! Was bin ich doch pfiffig!“ Zum anderen schwillt natürlich auch die Brust (fast hätte ich Proust geschrieben xxx) des Eco’schen Lesers, der diese Querverknüpfung versteht. “Ach ja, der Umberto Eco und ich, wir zwei schwimmen auf der selben Wellenlänge.“
Das ist eine schöne Art, wie man sich in der Exklusivität gebildeter Selbstgefälligkeit sonnen kann (und das Beispiel steht stellvertretend für andere und noch weitere).
Ich finde es einfach nur armselig!

Erstens: ist das in Lindenblütentee aufgeweichte Gebäckstück ein so breit gelatschtes Motiv von der „Suche nach der verlorenen Zeit“, dass man sich auf die Kenntnis weiß Gott nichts einzubilden braucht. Eine zehnminütige Internetsuche reicht aus, um herauszufinden, was es damit auf sich hat. (Wohlgemerkt, wenn man nach dem Werk von Proust im allgemeinen sucht, nicht etwa gezielt nach der Madeleines!!!).

Zweitens: Ich wage die Behauptung, dass die im Lindenblütentee aufgeweichte Madeleine ihre Bekanntheit vor allem der Positionierung im Text verdankt – sie steht nämlich ziemlich weit am Anfang und selbst derjenige, der die Recherche zu lesen anfängt, schafft es ziemlich wahrscheinlich mindestens zu dieser Passage, ehe er entnervt aufgibt.

Drittens: Und selbst wenn es anders wäre: Um Proust zu lesen muss man nicht besonders schlau sein, es braucht lediglich Geduld! (Zumindest ist das die Mindestvorraussetzung.)

Ich will Ecos Leistungen und seine Studien nicht schmälern. Er ist sicher ein heller Kopf, hat viel Interessantes zu Joyce, Interpretationen u.a. gearbeitet, aber das macht ihn nicht zu etwas Besserem. Es scheint, als habe er die Autorenmaxime Schreibe Bücher, die du selber gerne lesen würdest etwas zu wörtlich genommen und dabei übersehen, dass er auf seinem zweiten Platz der lebendigen Intellektuellen so ziemlich allein steht.

Woher stammt dann der Erfolg des Buches? Tja, es ist eben kein schlechtes Buch, sondern dicht geschrieben, mit vielen wirklich tollen Ideen und einer raffinierten Auflösung; ein Buch, das mir trotz aller Abstriche auch Freude beim Lesen gemacht hat (und an anderen Stellen quälend langweilig war). Es entzieht sich einer eindeutigen Schubladisierung bzw. errichtete erst den Rahmen für eine solche (insofern es denn zutreffend ist, dass es Wegbereiter für die zahlreichen Historischen Romane der Gegenwartsliteratur ist). Auch die Verfilmung mit Connery dürfte ihren Teil dazu beigetragen haben, ich persönlich habe selbige noch nicht einmal gesehen, werde es aber nachholen. Schließlich wäre da noch Eco selbst zu nennen; gegen ihn zu schießen hieße doch, seinem Niveau nicht gewachsen zu sein. Mag sein, aber etwas mehr Kritik könnte ihm sicher nicht abträglich sein.

Ich frage mich, ob es sich lohnt „Das focaultsche Pendel“ und „Baudolino“ auch zu lesen? Ich glaube, Gwen bemerkte irgendwo, dass ersteres besser als „Der Name der Rose“ sei. Nun, das wäre sicherlich eine Motivation. Für alle, die bis hier gelesen haben, bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit ( ;-) ) und womöglich hat der ein oder andere das Buch oder andere von Eco gelesen und kann etwas dazu sagen oder mir aufs heftigste widersprechen. Würde mich freuen.
:hallo:
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Beitragvon Marc » Dienstag 25. September 2007, 14:39

Hallo biber,

mir hat ein Freund, der mittlerweile altdeutsche Literaturgeschichte und Philosophie studiert, dass Buch damals zu Schulzeiten einmal ausgeliehen.
Ich hatte damals den Film einige Jahre zuvor mal gesehen und war sehr begeistert von der Originalgeschichte.

Gerade die Seitenweisen philosophischen Gedankengänge, die - wie du richtig gesagt hast - die Handlung an sich kein Stück weitertreiben, haben mir ausserordentlich gut gefallen. Der Erzähler erzählt und dies muss nicht immer ganz geradeaus sein, sondern kann ruhig auch mal auf Abwege und Seitenstraßen führen, die einen vielleicht keinen Schritt dem Ziel näher bringen, aber einem doch einen hübschen Anblick gewähren, den man auf der "Luftlinie" vielleicht nicht bekommen hätte.
Von daher habe ich mich keine Sekunde bei der Lektüre gelangweilt und habe mich an den handlungstragenden sowie für die Handlung irrelevanten Ideen erfreut.
Meinetwegen darf der Erzähler dozieren, solange es interessant ist, was er zu sagen hat!

Die Ausprüche in Latein haben mich eigentlich nicht gestrört. Wenn ich mich recht erinnere, hat sich Eco sogar im Vorwort dafür entschuldigt, dass er diesem Klischee nicht widerstehen konnte.

Das Eco sich selbst in einer anderen Schrift so sehr auf die Schulter klopft, finde ich auch etwas daneben. Da sollte doch etwas mehr Bescheidenheit an den Tag gelegt werden.
Das der Erzähler in dem Buch selbst der "Hofart des Geistes" erlegen ist - -so wie alle Mönche des Klosters - sagt er wenn mich meine Erinnerung nicht trügt während der Geschichte das eine oder andere Mal. Somit ist es nur konsequent, wenn diese Figur eben auch entsprechend die Geschichte erzählt.

So, dass waren im Grunde meine Eindrücke damals zu dem Buch. Vielleicht würde ich das heute anders sehen, wenn ich "Im Namen der Rose" nochmal lesen würde. Keine Ahnung.

Viele Grüße,
Marc
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Re: Mittelalter-Romane

Beitragvon Morgaine le Fay » Donnerstag 10. Januar 2008, 17:08

Ginny-Rose_Carter hat geschrieben:
Habt ihr Tipps auf Lager?


Hey Ginny,

hast du schon "Die Fürstin" von Eric Maron gelesen? Habe das damals mehr oder weniger zwangsweise gelesen, nachdem ich vergessen hatte, beim Buchclub zu bestellen und das dann als "Tipp des Quartals" (oder so...) zugesendet bekam. Aber es hatte sich doch als spannend herausgestellt. :thumbs:

Aus dem Inhalt:

amazon.de hat geschrieben:Eine Frau kämpft um den Thron und um ihre Liebe ... Charlotte stammt aus einem verarmten Adelshaus und muss sich als eine von acht Töchtern glücklich schätzen, einen Mann gefunden zu haben, der bereit ist, um sie zu freien. Ausgerechnet sie soll dem Fürsten Carl Anton den ersehnten Thronfolger schenken. Charlotte ahnt nicht, dass dies für den Regenten die einzige Möglichkeit ist, das Reich vor seinem gefährlichsten Feind zu schützen. Wird es der jungen Fürstin Charlotte gelingen, nicht nur das Volk in ihrer neuen Heimat, sondern auch ihren Gemahl für sich zu erobern?


Liebe Grüße
Ich lehne Gewalt ab, weil das Gute, das sie zu bewirken scheint, nicht lange anhält; dagegen ist das Schlechte, das sie bewirkt, von Dauer.
[Mahatma Gandhi]
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Re:

Beitragvon Jehane » Freitag 21. Oktober 2011, 00:08

Silver hat geschrieben:Kennt hier jemand die drei Arthur Bücher von Bernard Cornwell?
-Der Winterkönig
-Der Schattenfürst
-Arthurs letzter Schwur

Sind meine absoluten Lieblingsbücher. In den drei Geschichten, wird mal Arthurs Aufstieg, Merlins Druidenkünste und die Geschichte Britaniens aus einem ganz anderem Blickwinkel erzählt, ohne irgendwelche übertriebene Magie oder Kitsch.
Die Hauptperson ist Derfel, der treu an Arthurs Seite steht und eine Krise nach der anderen bewältigen muss.
Vorab muss ich sagen, dass die Bücher und deren Zahlreiche, nervenzerreisenden Schlachten sehr real geschrieben sind und daher viel "Blut" fließt, was natürlich nicht Jedermanns Sache ist.
Trotzdem, 3 Klasse Bücher, die einen Ehrenplatz in meinem Regal bekommen haben.

Großartige Bücher! Ich hab die regelrecht verschlungen und fand es genial, dass die Magie, die normalerweise in Artus-Literatur bzw. Fantasy so eine dominante Rolle spielt, hier eher zurückgedrängt wurde. Riesen-Pluspunkt: Lancelot. Ich konnte den Kerl noch nie leiden - zu perfekt. Das ist öd. Bei Cornwell kriegt Lancelot, was er verdient. Abgesehen davon sind die Bücher extrem spannend und haben durch die sehr realistisch beschriebenen Schlachten bzw. den historischen Hintergrund viel mehr Authentizität als die mittelalterliche Artus-Literatur (die ich nichtsdestotrotz abgöttisch liebe *g*). Mal was anderes als das immer gleiche Magie-Yadayada :)
Shiny. Let's be bad guys.
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