Georgette Heyer

Aus Vergangener Zeit

Moderator: Esprit

Georgette Heyer

Beitragvon Gwenhwyfar » Montag 22. November 2004, 06:35

Kleiner Austen-Ersatz, jedoch eigentlich nicht mit ihr vergleichbar. Frau Heyers Lieblings-Sujet ist das England des frühen 19. Jahrhunderts, welches sie aber gekonnt und historisch korrekt beschreibt. Sehr amüsant und kurzweilig, keineswegs Groschenheftschiene.

Las bis jetzt Penelope und der Dandy und Die galante Entführung.
Zur Zeit bin ich bei Damenwahl, dann stehen noch Geliebte Hasardeurin sowie Die widerspenstige Witwe aus.
Na ja, fand alle Bücher gratis im Antiquitätenhandel. :mrgreen:

Kennt jemand die Autorin?

Hier noch ein paar Daten:
Geboren am 16. August 1902 in London
Gestorben am 5. Juli 1974 in London

Der auch heute noch ungebrochene Erfolg Georgette Heyers ist ein Phänomen. Wie kaum eine andere verstand sie es, ihre LeserInnen mit ihren spannenden und amüsanten romantischen Liebes- und Abenteuergeschichten in die Vergangenheit, vorzugsweise in die adlige Gesellschaft der englischen Regency-Zeit (1811-1820), zu entführen. Die Leichtigkeit und der intelligente Witz ihres Stils, die faszinierend sachkundige und doch immer unterhaltsame Darstellung auch kleinster Details des gesellschaftlichen Lebens und des historischen Hintergrundes, die so geschickt arrangierten Komödien der Irrungen und Wirrungen und die liebevolle, oft mit der Ironie spielende Zeichnung der Personen, ihrer Schicksale und der Sprache ihrer Zeit haben Kritik und LeserInnenschaft meist darüber getäuscht, auf welch profunder selbsterworbener Sachkenntnis und disziplinierter schriftstellerischer Arbeit diese Werke basieren.
Über die Jugend und das Privatleben Georgette Heyers ist wenig bekannt; sie haßte Reporter und zudringliche Fans und verwies höchstens auf ihre Werke (folgerichtig unterdrückte sie später jene Romane, die am ehesten autobiographische Züge trugen). Wichtig war sicher ab ca. 1918 die langwährende Freundschaft mit der Schriftstellerin Joanna Cannan und der Historikerin Carola Oman: "Alle drei waren junge Frauen, die zu jener Zeit automatisch studiert hätten und es dann, ebenso automatisch, doch nicht taten. Alle drei wollten Schriftstellerinnen werden, alle heirateten, und keine von ihnen ließ sich dadurch vom Schreiben abhalten. ... Alle drei Autorinnen veröffentlichten unter ihrem Mädchennamen.”
1921 – die Autorin war gerade mal neunzehn Jahre alt – erschien Georgette Heyers erster und sogleich erfolgreicher Roman. Vier Jahre später sind vier weitere erschienen. Ihr Vater stirbt, und die Dreiundzwanzigjährige trägt von nun an die Verantwortung und mit ihrem schriftstellerischen Verdienst auch die Kosten für die Ausbildung ihrer zwei jüngeren Brüder und - fast vierzig Jahre lang – den Unterhalt ihrer Mutter. 1925 heiratet sie den Bergbauingenieur Ronald Rougier, zieht für einige Jahre mit ihm nach Tanganjika und Mazedonien und ermöglicht ihm ab 1930 – zwei Jahre später wird ihr Sohn geboren – eine neunjährige Zusatzausbildung als Jurist. Zwar ist sie ab etwa 1953 – bis dahin entstanden weitere 27 Romane und ihre zwölf Kriminalromane – finanziell nicht mehr so belastet, doch arbeitet sie weiter: bis 1972 erscheinen von ihr insgesamt 57 Titel, die in Deutschland, England und den USA im Jahre 2002 noch fast alle im Druck sind.
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Beitragvon Gwenhwyfar » Dienstag 30. November 2004, 14:05

Lese noch immer an Damenwahl - für mich das bis jetzt beste Buch von der Heyer.
Eine junge Waise geht mit ihrem Cousin eine Schein-Verlobung ein, um einen Monat im aufregenden London verbringen zu können und gleichzeitig ihren heimlichen Schwarm eifersüchtig zu machen.
Sehr skurrile Randfiguren, stimmendes Ambiente und eine süße Hauptperson. :P
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Beitragvon Gwenhwyfar » Freitag 3. Dezember 2004, 14:17

Habe zwei Drittel durch...das Buch wird immer besser, die Dialoge noch witziger und der "Held" ist einfach zum Liebhaben. Heyer verwendete einen eher ungewöhnlichen Typus als männliche Hauptperson. Kein strahlender Dandy, kein kraftvoller Heathcliff - sondern Freddy :mrgreen:; ein gutherziger, manchmal naiver Visconte aus reichem Hause, der das Herz seiner Angebeteten durch Liebenswürdigkeit, Loyalität und Großherzigkeit erobert. Jedoch nicht unbedingt mit Scharfsinn. :P

Absolut lesenswert!

Nachtrag Eine Amazon.de-Rezension
Die Handlung muss man nicht wiedergeben, denn der eigentliche Witz dieses Buches - meines Lieblingsbuches von Georgette Heyer - liegt in den Dialogen, und vor allem in der Darstellung der Nebenfiguren. Von diesen Darstellungen eines geizigen Erbonkels, von dem Dagobert Duck noch etwas lernen könnte, und den potentiellen Ehemännern der Heldin - ein geistesschwacher Vetter mit Grafentitel und ein sauertöpfischer Pfarrer mit Bildungsambitionen, und viele andere mehr, lebt dieses Buch. Und zwar so, dass man von der ersten bis zur letzten Seite vor sich hin kichert... Ich habe dieses Buch schon viele Male gelesen und entdecke immer noch witzige Andeutungen und Hintersinn, der mir vorher entgangen ist. Und damit zeigt sich meiner Meinung nach die Qualität dieser Autorin, die nicht in die Klasse der üblichen Romanzenschreiberinnen gehört: Ihre Charaktere sind einfach echt. Deren Gefühle und Gedanken werden nicht übermäßig ausgewalzt, aber man weiss beim Lesen auch so, was sie denken. So, als sei Georgette Heyer ein wenig von Jane Austen beeinflusst worden. Die Handlung hat immer noch eine überraschende Wendung parat (man merkt, dass die Autorin auch Kriminalromane schrieb), und vor allem ist sie niemals, niemals peinlich oder platt, wie so viele andere historische Liebesromane. Ich sammle diese Bücher weiterhin und bin froh, dass sie nach Jahren nun wieder verlegt werden. Noch eine Anmerkung: Ich habe sie auch z. T. im Original gelesen und kann sagen, dass die deutsche Übersetzung durchweg sehr gelungen ist.
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Beitragvon Gwenhwyfar » Montag 6. Dezember 2004, 14:28

Las es gestern fertig. :P Eines der amüsantesten Bücher, welches ich in der letzen Zeit in den Händen hielt. Und mit viel Herz geschrieben.
Damenwahl zählt jetzt zu meinen Heyer-Favouriten.

Und heute widme ich mich Helprins Wintermärchen. *freu*
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Beitragvon Gwenhwyfar » Mittwoch 23. März 2005, 12:13

Fand gestern im Antiquariat für 20 Cents Die drei Ehen der Grand Sophy und Wer erschoß den Butler (ein Detektivroman von Heyer). :P

In der Zwischenzeit las ich Geliebte Hasardeurin. Ein reicher Adliger will verhindern, daß sein junger Cousin, dessen Vormund er ist, eine Dame aus einem Spielsalon heiratet, da er solche Frauen für schlechte Gesellschaft hält. Die Dame hat gar nicht die Absicht, den jungen Dandy mit schwülstigen Liebesambitionen ihr gegenüber zu heiraten, doch spielt sie die Gerissene, nach Geld Jagende, um dem Vormund eins auszuwischen, welcher sie ständig beleidigt.

Bei der Galanten Entführung mußte ich bis jetzt am meisten an Austen denken, die Handlung spielt im Kurort Bath, wo zwei unverheiratete Damen ihre Nichte erziehen. Diese verliebt sich in einen jungen, leichtsinnigen Adligen, den die Tanten nicht ausstehen können. Eine der zwei bittet den Onkel des Adligen, ihr zu helfen beim Verhindern dieser Beziehung. Dieser Onkel hat sich gegen die Gesellschaft gestellt, hält sich nicht an ihre Regeln, benimmt sich nicht mit kalter Höflichkeit und versucht, das Herz der jüngeren Tante mit Witz, Ironie, Wärme und etwas Druck - wie z.B. eine Entführung :P - zu gewinnen.

Penolope ist eine Waise und wird wie eine Gefangene im Hause ihrer Verwandten gehalten, welche sie zur Verlobung mit einem Nichtsnutz von Cousin zwingen wollen. Eines nachts reißt Penelope als Junge verkleidet aus, um auf den Landsitz ihrer Familie zu entfliehen und ihre Kinderliebe zu heiraten - sie denkt, nur so kann sie den raffgierigen Verwandten entkommen. Unterwegs trifft sie auf einen berüchtigten Londoner Dandy, der zum ersten Mal in seinem Leben Verantwortung übernimmt.

Die Stärke der Heyer liegt bei allen von mir bis jetzt gelesenen Romanen in den genialen Charakterzeichnungen, den spannenden Wendungen, und einem umfassenden historischen Wissen. Nochmal: Hierbei handelt es sich nicht um schwülstige Liebesromane mit buntem Cover. Dennoch denke ich, heute würde man sie schon in den Bereich "Frauenliteratur" eingliedern. Was aber eher mit dem Sujet und den Haupthandlungen als der Umsetzung zu tun hat. Eigentlich ist Heyer Satire in Bestform.

Meine bisherige Rangfolge:
1. Damenwahl - logisch :mrgreen:
2. Penelope und der Dandy
3. Geliebte Hasardeurin
4. Die galante Entführung
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Beitragvon Gio » Donnerstag 24. März 2005, 12:47

Ohweh, soviele Beiträge, und alle solo. Da muss Herr Ebermann doch einspringen. Und ich glaube, dass all die Ausführungen und nicht enden wollenden Beiträge sogar soweit führen, dass jemand wie ich mir ein Heyers-Buch (klar welches :P) und vor allem eins von Jane Austen zu Gemüte führen werde... tja :mrgreen:
Gebe jedem Tag die Chance, der beste Deines Lebens zu werden
Mark Twain

:sweet
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Beitragvon Gwenhwyfar » Donnerstag 24. März 2005, 16:10

*brüll* Wer hat sich denn hierhin verirrt? :mrgreen:

Nachdem mein Zimmer meinen Frühlingsputzwahn von heute überlebte, werde ich mich gleich gemütlich mit Wer erschoß den Butler zurückziehen. :P
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Beitragvon Gwenhwyfar » Samstag 26. März 2005, 00:41

Habe das Buch durch, und muß mich erst einmal korrigieren. *hüstel*
Es heißt Warum den Butler erschießen?
Ganz amüsant und kurzweilig, aber eigentlich nicht in diesen Thread passend, da es sich um einen reinen Detektiv-Roman im Sinne von A. Christie handelt. Schauplatz das ländliche England der 30er, mit Teeparties und Mord im Nebel. :mrgreen:

Werde nun Die widerspenstige Witwe anfangen. *insBettkuschel* :P
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Beitragvon Gwenhwyfar » Sonntag 27. März 2005, 18:35

Habe Die widerspenstige Witwe beendet. Ein dämlicher Titel, weil er so gar nicht die eigentliche Handlung treffend charakterisiert. Die junge Elinor muß sich aus finanzieller Not heraus eine Stellung als Gouvernante suchen. Durch eine Verwechslung stolpert sie widerstrebend in Abenteuer, die sie innerhalb von wenigen Stunden zu Ehefrau und Witwe, Besitzerin eines heruntergewirtschafteten Herrenhauses machen sowie in Spionageaffären um Napoleon führen.
Ganz unterhaltsam, doch eher Mittelmaß.

Im Internet fand ich noch ein paar Notitzen zu Heyer:
Nun zuerst einmal, es sind keine Liebesromane. Ja, die meisten Romane enden mit einem Heiratsantrag und ja, während der Geschichte entwickelt sich auch eine Romanze. Doch dieses ist nur das Grundskelett für eine vollkommen andere Geschichte. (...)
Georgette Heyer hatte sich ein immenses Wissen über das englische Empire zugelegt. Sie war so bewandert in der Geschichte und der Kultur der damaligen Zeit, dass sie sogar als Sachverständige vom Britischen Museum herangezogen wurde. So sind ihre Romane ein Sittengemälde des 18. Jahrhunderts und mit den Romanen von Jane Austen zu vergleichen, die übrigens von Miss Heyer sehr verehrt wurde.

Innerhalb dieses Zeitrahmens mit seiner Weltgeschichte und der Gesellschaftsform spielen nun die historischen Romane der G. Heyer. Und diese unterscheiden sich sehr untereinander. Einige sind Abenteuerromane, wo die Helden recht ungewöhnliche, ja fantastische Geschichten inkl. Mord, Raub, Entführung etc. erleben, andere wiederum sind ganz alltägliche Geschichten, die sehr humorvoll das schwierige Leben junger unternehmungslustiger Leute in der damaligen Zeit beschreibt.


Hier ein Bild der Dame. :P
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Ich habe jetzt nur noch Die drei Ehen der Grand Sophy zu lesen, dann ist mein Vorrat erst einmal erschöpft. :frown:
Der Inhaltsangabe nach erinnert das Buch mich an Austens Emma. Beim Online-Rumstöbern erfuhr ich außerdem, es soll eines ihrer besten Werke sein. Mal sehen. :P
Zuletzt geändert von Gwenhwyfar am Sonntag 22. Oktober 2006, 15:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Gwenhwyfar » Freitag 8. April 2005, 07:42

Nach den ersten 70 Seiten kann ich schon einmal sagen, es handelt sich bei Grand Sophy nicht um einen Emma-Aufguß.
Sophy ist herrlich unkonventionell und schlagkräftig. :P
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Beitragvon Gwenhwyfar » Freitag 8. April 2005, 15:28

Bin auf Seite 174 angelangt und freue mich, noch 100 Seiten vor mir zu haben. (Damit der Eindruck nicht täuscht, ich habe fast ausschließlich Taschenbücher aus den 60ern von Heyer, diese sind extrem klein geschreiben. Selbst ich als relativer Schnelleser brauche für etwa 30 Seiten mehr als eine Stunde.)
Mir gefällt die Hauptperson sehr, nur eine Sache störte mich...Sophy hatte mit einem Wucherer zu tun, und dieser war das totale Klischee des geizigen, gemeinen Juden. Allein der Name - Mr. Goldhanger. Dann kamen noch Beschreibungen mit Hakennase und fettigen Haaren hinzu. :aehm

Und noch ein Auszug :P

Er sagte steif: "Da du Miss Wraxton erwähntest - ich wäre dir verpflichtet, Kusine, wenn du es vermeiden wolltest, meinen Schwestern zu sagen, daß sie ein Pferdegesicht hat."
"Das ist doch kein Vorwurf gegen Miss Wraxton! Dafür kann sie nichts, und darauf habe ich deine Schwestern immer hingewiesen."
"Ich finde Miss Wraxtons Gesicht außerordentlich edelrassig."
"Gewiß, aber es war auch immer nur von einem edelrassigen Pferd die Rede."
"Du willst also, wie ich sehe, Miss Wraxton herabwürdigen!"
"Ich, die ich eine solche Pferdeliebhaberin bin!" sagte Sophy ernst.
Unbeherrscht ging er auf dieses Argument ein. "Selina, die es mir hinterbrachte, ist keineswegs eine Pferdeliebhaberin, und sie -"
Er unterbrach sich, denn es wurde ihm bewußt, auf welche Absurditäten er sich da eingelassen hatte.
"Sie wird es gewiß werden, wenn sie erst einige Monate mit Miss Wraxton zusammengelebt hat", meinte Sophy ermutigend.


Absolut Austen-like. :mrgreen:
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Beitragvon susa » Freitag 8. April 2005, 17:11

*reinschleich*

Eigentlich mag ich ROmane dieser Art- damit meine ich eigentlich Austen, die hier schon mehrmals erwähnt wurde- ja nicht so besonders, aber da Gwen so schwärmt werd ich schön langsam neugierig.
Mal sehen, vielleicht kommt ja demnächst auch ein konstruktiver Beitrag zum Thema Heyers von mir. Ich werd mich mal in den Buchläden umsehen. :P

*rausschleich*
I didn´t ask to be a princess, but if the crown fits... Bild

Ändere die Welt; sie braucht es.
Bertolt Brecht
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Beitragvon Gwenhwyfar » Freitag 8. April 2005, 21:05

Huch, mußt doch nicht rumschleichen hier. :mrgreen:

Bei der Menge, die Heyer schrieb, und dem kleinen Teil, den ich nur kenne, kann ich leider kaum sagen, welche Bücher sich besonders lohnen.
Meine Auswahl ist ja rein zufällig, vielleicht erwischte ich die besten, vielleicht die schlechtesten ihrer Bücher, oder eine Mischung aus beidem.

Jedenfalls empfehle ich Dir Damenwahl am meisten, ansonsten geh nach dem ansprechendsten Klappentext. :sweet
Kleine Warnung; Ausgaben aus den 90ern sollen ganz schlimme Schnulzen-Cover haben - nicht davon abschrecken lassen.

Und nicht schüchtern sein, wenn Dir Werke von ihr ganz und gar nicht gefallen. Kann ich sogar verstehen, diese Art Satire-Roman ist bestimmt nicht jedermanns Fall. :mrgreen:
Der Vergleich zu Austen ist da, aber nur geringfügig. Miss Austen war eine unendliche Meisterin am Feinschliff ihrer Sätze, an versteckten Andeutungen, an bösen Aussagen hinter höflichen Worten. Außerdem schrieb sie über ihre eigene Epoche.
Georgette Heyer nahm sie sich zum Vorbild, siedelte aber ihre Handlungen ein, zwei Dekaden nach Austen an. Auch übt sie weniger Gesellschaftskritik, sondern zeichnet starke Charaktere, die oft sehr untypisch für ihre Zeit sind. Gern macht sie sich über Dandys lustig - ich glaube, in Austens Werk kommt das Wort nicht einmal vor.
Heyers Romane erinnern an historische Filme, in welche man gern an sonnigen Nachmittagen oder kuschligen Wintertagen eintaucht. Sie sind reinste Unterhaltung, jedoch in meinen Auge gute. :P
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Beitragvon Gwenhwyfar » Samstag 9. April 2005, 10:07

Die Grand Sophy ist zu ende gelesen. Mhm, hätte mir gewünscht, das Buch wäre länger. :P
Zur Emma-Verbindung; Sophy stiftet auch Ehen, nur nicht aus Langweile und unterforderter Intelligenz wie Emma. Sie tut es aus Nächstenliebe. :mrgreen: Und das am Rande der Geschichte. In erster Linie spielt das Buch mit den Klischees des männlichen Romantypus. Der schöne, junge Poet ist ein Schwachkopf, der von den Eltern vermittelte Ehemann ein Großherz, der Familientyran ein edler Charakter; und sogar das "anständigste Mädchen" eine unausstehliche Person. Dazwischen springt Sophy über alle Konventionen hinweg, sorgt für Auffuhr und die passendere Pärchenbildung.

Jetzt widme ich mich aber wieder böseren Charakteren - Gefährliche Liebschaften von de Laclos wartet seit geraumer Zeit angelesen.
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Beitragvon Gwenhwyfar » Mittwoch 3. Januar 2007, 12:42

In den letzten Wochen bekam ich einige Heyer-Romane geschenkt:
Der schweigsame Gentleman
Verlobung zu dritt
Skandal im Ballsaal
Brautjagd
April Lady


Jetzt bin ich wieder total drin in ihrem Schreibstil und habe Hunger auf mehr. :mrgreen: Man möchte meinen, irgenwann wird's doch langweilig, immer aus der selben Epoche über Liebesabenteuer der oberen Zehntausend zu lesen. Nö. :P
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