Lieblingsfiguren

Rund ums Lesen allgemein

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Lieblingsfiguren

Beitragvon Gwenhwyfar » Mittwoch 8. Dezember 2004, 04:21

Welche Figur eines Romans, einer Geschichte würdet Ihr gern persönlich kennenlernen? Oder in welche Person habt Ihr Euch während des Lesens verliebt? :casanova:
Gab es einen Charakter, den Ihr nicht vergessen konntet? Wer ist Euer Lieblingsheld? Welcher Heldin wolltet Ihr nacheifern?
Dieser Thread soll als Gesprächsforum dazu dienen. Und vielleicht auch das ein oder andere Buch schmackhaft machen. Denn ein Werk lebt erst dann, wenn die handelnden Personen lebendig gezeichnet wurden; man sich identifizieren oder bewundern kann, mitleidet. Wenn eine Kunstfigur uns fesselt und begeistert.
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Beitragvon Ginny-Rose_Carter » Mittwoch 8. Dezember 2004, 21:24

So spontan fallen mir ein:

Emily aus der Emily-Trilogie von L.M. Montgomery
Rhett Butler und Scarlett O'Hara aus "Vom Winde verweht"
Remus Lupin aus "Harry Potter" (sic!)
Hannibal Lecter
Henry Winter aus "Die geheime Geschichte"
Kapitän Nemo aus "20.000 Meilen unter den Meeren"

Emily war sozusagen mein Vorbild, wir hatten nicht nur die gleichen Initialien (E.B.S.), sondern auch die gleiche Leidenschaft: Das Schreiben. Ich habe die drei Romane um diese Figur immer wieder verschlungen, vor allem den ersten Band, und mir immer gewünscht, wie sie zu sein.

Zwei der wunderbarsten Charaktere überhaupt sind in "Vom Winde verweht". Scarlett, weil sie mutwillig gegen alle Konventionen verstößt um ihren Willen durchzusetzen und einfach eine starke Frau ist, kein Zierpüppchen wie so viele andere ihrer Zeit und Rhett, na, weil er der Charmeur schlechthin unter den Romanfiguren ist. Ein Abenteurer, gutaussehend, schlagfertig und unverschämt zugleich. Wie Scarlett lange Zeit hinter dem eher farblosen Ashley hersein konnte, war mir stets ein Rätsel.

Ja, auch in "Harry Potter" gibt's Charaktere, die mich bewegt haben, insbsondere Remus Lupin. Potter-Eingewehiteh muss ich wohl kaum erklären, was mich fasziniert. Bei Remus Lupin ist es das Geheimnisvolle, das ihn umschwebt, man erfährt nicht viel, weiß bei seinem ersten Auftauchen nichtmal ob er wirklich zu den Guten zählt und findet ihn doch sympathisch. Ihn umgibt aufgrund seines Schicksals etwas Tragisches, womit er zumindest nach außen hin gut umgehen kann.

Hannibal Lecter profitiert bei mir natürlich sehr durch die geniale Darstellung Anthony Hopkins. Aber auch die Romanfigur an sich begeistert mich durch diese Zwiespältigkeit, die man bei ihm empfindet: Einerseits ist er so kultiviert und gebildet, dass man unbedingt einmal mit ihm durch die Straßen von Florenz wandeln will, andererseits schreckt einen seine Unberechenbarkeit ab. Er ist ein klassisches Beispiel dafür, wie sehr Ambivalenz in einem Charakter den Leser anzieht.

Henry Winter. Ein junger Griechisch-Student, hochintelligent, vermögend, ehrgeizig, abgehoben, schweigsam, undurchschaubar. Ein Charakter, der im falschen Jahrhundert lebt, ein Genie - und trotz oder gerade wegen seines ungeheuren Intellekts des Mordens fähig. Ich war etwa 16, als ich das Buch das erste Mal las und war auf Anhieb von ihm begeistert - und neidisch auf Camilla, das einzige Mädchen im Buch, dem er Aufmerksamkeit schenkte. *g*

Über Kapitän Nemo erfährt man nicht viel in Jules Vernes Klassiker, aber so wie sich der Ich-Erzähler langsam an den großen Unbekannten herantastet, so gewinnt man auch selbst kleine Einblicke in sein verschlossenes Wesen. Ambivalenz auch bei ihm - einerseits ein hochgebildeter Mensch, der seiner Zeit voraus ist, andererseits hat er sich aufgrund seiner persönlichen Tragödie für immer mit der Menschheit entzweit.

*

Ich hab bestimmt einige bei dieser eher spontanen Aufzählung vergessen, vor allem in den Klassikern.Und bei den Kinderbüchern: Damals hab ich mir z.B. oft gewünscht, zu der Clique der Mädchen und Jungs in Enid Blytons "Geheimnis um ..."-Büchern zu gehören. *g*
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Beitragvon Bangor » Donnerstag 9. Dezember 2004, 11:29

Bei diesem Thema fällt mir spontan "Indianer-Joe" ein.
Zwar beeindruckte er mich zunächst, als ich die Schallplatten von "Europa" hörte und später im Film. Aber ich bin der Meinung, ohne "Indianer-Joe" wäre Tom Sayer nur halb so gut.
Sowas hinterhältig verwegenes. Aber cool war er. :wink:
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Beitragvon hans_maulwurf » Dienstag 5. April 2005, 20:30

Robert Langdon (Illuminati, Sakrileg)
Einfach eine super Figur, die auch klasse rüberkommt. Da fiebert man richtig mit, wenn er mit einer Begleiterin durch den Vatikan oder Paris jagt! :D

Kurt Wallander (Die Brandmauer, Hunde von Riga usw.)
Meiner Meinung nach einer der besten Kommissare in der Literatur. Mankell beschreibt ihn äußerst menschlich, mit allen Fehlern und Macken. Man denkt sehr oft: "Hey, das könnte auch ich sein". Klasse! :D
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Beitragvon Liliana » Freitag 8. April 2005, 21:20

Vittoria Vetra - Illuminati (zumindest bis zur Seite 444) , weil sie eine starke Frau ist, die sich in einem klassischen Männerberuf durchgesetzt hat und, wie ich finde, sehr interessant charakteristisch ist.

Aragorn - Herr der Ringe-Trilogie, weil er einfach ritterlich, männlich und sensibel ist, und Traum meiner schlaflosen Nächte :roll: :mrgreen:

Mehr meiner Lieblingscharaktere fallen mir leider grad nich ein, kann ja nachtragen, wenn doch noch ;)
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Beitragvon torsten » Samstag 9. April 2005, 15:34

Mir fallen jetzt spontan die folgenden Figuren ein:

Slim MacKenzie aus Zwielicht von Dean R. Koontz: Ein 17jähriger Junge, der dank seiner seltenen Gabe unheimliche Kreaturen sehen kann und gleichzeitig von ihnen gejagt wird. Koontz stellte ihn als Menschen vor, der nicht weiß, was er mit seiner Bestimmung tun soll: Einfach nur damit leben oder sich doch den Wesen stellen, die nur er sehen kann? Jedenfalls erinnert man sich noch lange Zeit nach Beendigung des Buches an seine Abenteuer zurück.

Hannibal Lector aus Das Schweigen der Lämmer u.a.: Da geht es mir wie Ginny, und weil ihre Beschreibung so ausgesprochen perfekt war, werde ich dem auch nichts mehr hinzufügen.

Trevor Wellington Bently aus Im Zeichen des Bösen von Richard Laymon: Der vielschichtigste und deshalb vielleicht auch interessanteste Charakter, den der leider schon verstorbene Richard Laymon erfunden hat. Seine von Selbstzweifeln und verständlicher Angst geplagte Jagd nach dem legendären Jack the Ripper machen ihn zu einem liebenswerten Protagonisten.

Shepherd O' Connor aus Kalt von Dean R. Koontz: Koontz' Wiedergabe des liebenswerten Autisten ist herzergreifend, amüsant und zugleich sehr menschlich.

Dr. Ahriman aus Stimmen der Angst von Dean Koontz: Ähnlich wie bei Lector, macht ein Großteil der unheimlichen Faszination dieses Wahnsinnigen, seine Dualität aus; da sich Ahriman einerseits als liebenswerter, kultivierter und charmanter Mensch ausgibt, andererseits jedoch seine Patienten mittels Hypnose zu den schlimmsten Dingen anstiftet, ohne mit der Schulter zu zucken.

Jack Ryan: Tom Clancys Held steht für Ehrlichkeit, Mut und - auch wenn es klischeehaft klingen mag - für Patriotismus. Doch überraschenderweise ergibt Letzteres einen Sinn in Verbindung mit erstgenannten Punkten, wobei Ryan alles andere ist als der typische Über-Ami - zumindest in Clancys ersten Romanen. Vielmehr ein Einzelkämpfer der klassischen Werte.
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Beitragvon Anke Sky » Samstag 19. November 2005, 22:34

Was fällt mir dazu ein?

Frodo Beutlin aus "Der Herr der Ringe":

er ist mein absoluter Liebling in den Büchern. Was für andere der Aragorn oder Legolas ist, ist Frodo für mich. Er ist Held ohne Held zu sein. Außerdem kann ich mich mit den fröhlichen, kleinen Hobbits, die so eine Lust am Leben haben und es immer gemütlich angehen lassen, gut identifizieren. Außerdem ist Frodo ein Held, dem das keiner ansieht und der das eigentlich gar nicht will, aber er tuts eben, weil er das muss.

Nick aus "The Stand - Das letzte Gefecht":
ich mochte ihn echt gerne und war sehr traurig über das Ende seiner Geschichte. Da hab ich echt weinen müssen. Er war immer so freundlich und verständnisvoll. So müsste ein Mann sein.

Professor Snape aus den "Harry Potter"-Büchern:

unglaublich, aber wahr, ich finde diese Figur überaus interessant, weil ich sie eigentlich hassen will, es aber irgendwie nicht kann. Ich glaube, dass gerade diese harten, unsymphatischen Typen in wirklichkeit doch sehr verletzlich sind und die Sache, als er als Jugendlicher von den anderen gehänselt und gemobbt wurde, hat mich irgendwie an mich selbst erinnert. Eine sehr interessante Figur, über die ich gerne mehr wissen will.

Hannibal Lector aus "Das Schweigen der Lämmer":

ich schließe mich Ginny-Rose an und sage nichts weiter dazu. Eine der interessantesten Romanfiguren die es gibt.

Boone aus "Cabal" von Clive Barker:

eines der besten Bücher Barkers. Boone ist eine interessante persönlichkeit, nicht wissend, zu welcher Welt er gehört, zu der Welt der Monster oder der der Menschen. Und was ist eigentlich Gut oder Böse?

Chief Brody aus "Der weiße Hai" von Peter Benchley:

ein mutiger Mann, der sich gegen eine ganze Stadt stellen muss und dessen einziger Rückhalt seine Familie und ein Haiforscher ist. Bewundernswert. Aber im Buch hat Brody noch ein paar mehr Facetten als im Film.

Grace aus "Der Pferdeflüsterer":

Ein mutiges, junges Mädchen, das sich einem neuen Leben stellen muss und vor Allem der harten Realität, ihr Leben mit nur einem Bein und ohne ihre beste Freundin meistern zu müssen.

John Franklin aus "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny:

John Franklin ist anders als andere Menschen. Er ist langsam, wodurch er auf seine Mitmenschen eher merkwürdig und seltsam wirkt. Aber durch seine Langsamkeit, durch sein Anderssein erkennt er vieles, was anderen entgeht. Und so ist er ja auch in die Geschichte eingegangen, als Kapitän einer Nordpolexpedition. Seine Schwäche entwickelte er zur Stärke. Eines der besten Bücher, die ich je las.

Ponyboy Curtis aus "Die outsider" von Susan E. Hinton:

ein Klassiker unter den Jugendbüchern. Ponyboy war mein Held und ist es auch heute noch. Ein Junge, der seine Eltern verlor und in armen Verhältnissen bei seinen Brüdern aufwächst. Die Gewalt zwischen den Armen und den Reichen Gangs ist ein Hauptthema in diesem Buch und die Freundschaft mit einem anderen Jungen. In Ponyboy habe ich mich nicht zuletzt durch die einzigartige Verfilmung verliebt, aber das Buch las ich auch mehrmals und das finde ich fast noch besser. :nice:

Sicher würden mir mit der Zeit noch mehr einfallen, aber das reicht fürs Erste. :wink:
I thougt the whispering came from inside the walls
I heard some footsteps echoe in the deserted halls
But there was noone here

"Ghost" von "Anke Pekarsky"
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Beitragvon torsten » Sonntag 20. November 2005, 12:45

Michael Galatin
Er ist der Held von Robert R. McCammons Roman The Wolf's hour und zugleich eine Mischung aus James Bond und Werwolf. McCammon beschreibt Galatin als einen Mann, der das Jagen und Töten eigentlich leid ist, doch den die Umstände (2. Weltkrieg) dazu zwingen, genau dies zu tun. Ein toller fiktiver Charakter, der gleichzeitig im Leser die Frage weckt, was eigentlich das Wörtchen menschlich bedeutet.
Tag und Nacht erreichbar unter 555-Nase!

http://www.xun-online.de/
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Beitragvon Gwenhwyfar » Sonntag 20. November 2005, 13:01

Beverly Penn aus Helprins Wintermärchen. :love:
Die Göttin im Bade; die tuberkulosekranke Fee; das klavierspielende Mädchen, welches den winterlichen Sternenhimmel liest wie andere Romane. Meine prä-raffaelitische Traumfrau.
Bei Helprins Figuren kann man nicht allein mit Charakterattributen wie Stärke, Willenskraft, Mut etc. die Faszination erklären, da sein ganzes Buch überberstet von skurilen und phantastischen Einfällen.

Anne Elliot aus Miss Austens Persuasion.
Schwer erklärbar, liegt eher an ihrer Geschichte, die anfangs so traurig erscheint. Eine starke, ruhige Persönlichkeit mit einer schönen Liebesgeschichte. *schnief*

Heathcliff aus Brontes Sturmhöhe.
What a man! Böse, eigenwillig und unglaublich sexy. :casanova: Dem würde ich genauso gern auf einem Ball begegnen wie Miss Austens Mr Darcy; ich glaub, dann hätte ich die Qual der Wahl. :P

Der Meister aus Bulgakows Meister und Magarita.
Hierbei beeindruckt auch mehr das gesamte Buch. Doch der Meister als zentrale Figur sowie seine Liebe zu Magarita heben sich noch ein wenig ab.
Das vom Satan heimgesuchte Moskau der 20er hätte ich gern erlebt.

Holden Caulfield aus Salingers Der Fänger im Roggen.
Meine absolute Lieblingsfigur. In ihn hätte ich mich bestimmt verliebt.
Der Coming-of-age-Roman des 20. Jahrhunderts. Dazu muß ich nun wirklich nicht viel sagen. :mrgreen:

Annemarie Braun aus Urys Nesthäkchen-Reihe.
Meine Kindheit. Das widerspenstige, süße Arzttöchterchen aus dem Berlin der Kaiserzeit wird immer eine Person bleiben, welche ich als Sandkastenfreundin betrachte. :P Wir besitzen sogar wie echte Freundinnen ein paar Gemeinsamkeiten im Lebenslauf.
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Beitragvon Leila2002 » Dienstag 22. Januar 2008, 00:09

Roland von Gilead aus Der Dunkle Turm von King
--->
Eine Romanfigur, in die ich mich verlieben könnte. :love: Er hat so etwas männliches, starkes und faszinierendes an sich. Deswegen liebe ich auch die Geschichte über den dunklen Turm. Die Charaktere sind mir während des Lesens so ans Herz gewachsen, dass ich mir ein Leben ohne dieses Buch gar nicht vorstellen könnte.

Eddie aus Der dunkle Turm
-->
Ihn mag ich wegen seiner Wärme und seines Hurmors.

Else aus der Novelle Fräulein Else von Arthur Schnitzler
-->
Ihren Charakter find ich faszinierend. So scharf in der wahrnehmung der Außenwelt!
:star: Lisa Simpson: "Ich bin die Eidechsenkönigin!" :star:
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