Ansichten eines Lektors

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Ansichten eines Lektors

Beitragvon Eddy Baur » Mittwoch 24. Mai 2006, 17:43

Ein ganz interessanter Link für uns:

http://myblog.de/whispering-keyboard

:luigi::luigi::luigi::luigi::luigi::luigi::luigi::luigi::luigi::luigi:
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Eddy Baur
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Beitragvon theMoellermann » Mittwoch 24. Mai 2006, 20:24

Das ist tatsächlich nicht schlecht! Danke für den Link! :D
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Beitragvon Delorian Jain » Sonntag 28. Mai 2006, 10:06

Die lieben Lektoren haben da so ihre Vorstellungen. Mal abgesehen davon, daß sie tödlich beleidigt sind wenn man nicht das Standartformat für das Manuskript benutzt, haben sie eine bestimmte Vorstellung wie ein Text geschrieben sein muß und dabei bleiben sie.
Natürlich kann keiner vorher wissen, welche Geschichten dem Lektor nun gefallen oder nicht, aber worauf sein Augenmerk liegt schon. Das dürfte nämlich bei allen Verlagslektoren gleich sein. Im Gegensatz zu früher sind sie jetzt hauptsächlich dafür verantwortlich, Bücher herauszubringen die auf jeden Fall Käufer finden. Verlage sind Wirtschaftsunternehmen, nicht die Wohlfahrt. Hier ein interessanter Link unter dem man nachlesen kann, wonach sich Lektoren gerne richten. http://www.wege-zum-buch.de/tipps_roemer.html
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Re: Ansichten eines Lektors

Beitragvon Karin » Freitag 9. Juni 2006, 21:17

Eddy Baur hat geschrieben:Ein ganz interessanter Link für uns:
http://myblog.de/whispering-keyboard

Sehr hilfreiche Tips auf der Seite, danke für den Hinweis!

Und auch an Delorian Jain ein Dankeschön, für den Link zu diesem Forum http://www.dsfo.de/

Wünschte manchmal ich hätte etwas mehr Zeit, mir all die Infos in Ruhe einmal durch zu lesen. :roll:
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Beitragvon stephy » Montag 5. Februar 2007, 21:46

wobei ich bei den herren und frauen lektoren eines ziemlich vermisse; daß eben meistens nur noch auf mainstream-literatur geachtet wird. d.h. was könnte sich gut verkaufen??? und lauter solche sachen. um wirkliche literatur geht es da ja schon gar nicht mehr. oder auch für experimentelle literatur findet man doch einfach keinen verlag.

ich hab auch den verdacht, daß kaum wert mehr auf "anspruchsvolle sprache" gelegt wird. je einfacher und deutlicher zu verstehen, umso besser! bei anspruchsvoller sprache kann man ja auf unsere ur-autoren walser und grass zurückgreifen... --- und das find ich ehrlich gesagt ziemlich schade.

ich hab das ungute gefühl, daß man nicht mehr auf zeitlose autoren gewicht legt, sondern auf one-hit-wonder. das find ich gerade auch für das "land der dichter und denker" ziemlich... na ja... sehr schade einfach.
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Beitragvon Marc » Dienstag 6. Februar 2007, 13:27

In einigen Punkten muss ich dir zustimmen, Stephy.
Ich mag es auch, wenn ein Autor ein gewisses Sprachniveau hat und hält.

Doch mich stört deine Abgrenzung von "wirklicher" Literatur gegenüber Mainstream- Literatur, was nur ein anderer Ausdruck für Genre- Literatur ist.

Wie Tad Williams mal bei einer Lesung gesagt hat, ist der einzige Unterschied zwischen "wirklicher" Literatur und Genre- Literatur, dass es für das letztere einen Markt gibt, sprich genügend Leute, die gewillt sind, ihr hart erarbeitetes Geld für diese Texte/Geschichten auszugeben.

Zugleich bemängelt Williams, dass es leider zuviele Leser gibt, die einfach alles aus einem Genre lesen, ob es nun gut oder schlecht ist, bloß eben weil es Fantasy, SciFi oder was auch immer ist. Für ihn sind diese Leute ein wenig wie Menschen, die abhängig von Süßigkeiten sind und ihre Sucht mit billigen Schokoriegeln befriedigen.

Was ich summa summarum sagen möchte ist, dass nur weil irgendein Werk einem gewissen Genre zugeorndet wird, wird es damit nicht gleich zu schlechter Literatur, ebensowenig, wie ein Text der als "richtige" Literatur gehandelt wird dadurch automatisch gut ist.

Ich habe schon Genre- Literatur gelesen, in denen der Autor vorzüglich runde Charaktere zeigt, welche sich erstaunlich realistisch innerhalb der Handlung entwickeln.

Als Beispiel für meines Erachtens weniger gute "richtige" Literatur wären z.B. einige Sachen von Salman Rishdie oder T.C. Boyles "Tortilla Curtain". Letzteres fand ich beim Lesen einfach nur billig. Sehr durchschaubare Charaktere, gewürzt mit ausreichend Clishes. Und es ist von genügend Kritikern ziemlich gelobt worden.
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Beitragvon stephy » Mittwoch 7. Februar 2007, 17:37

das stimmt, da muß ich dir recht geben, marc. ich wollte jetzt auch nicht die mainstream-literatur in irgendeiner weise angreifen, im gegenteil! wenn sie originell ist, find ichs klasse! ein beispiel wäre hierbei "glennkill" von leonie swan. ich selbst lese auch gern solche bücher!!!

ich finde nur, daß lektoren wohl heutzutage mehr danach schauen, was sich vermarkten lässt und was nicht. um die sprache geht es wohl weniger. damit meine ich z.b. eine metaphorische erzählweise, einen eigentümlichen stil... das gerät irgendwie in den hintergrund in der mainstream-literatur, die durchaus sehr originell sein kann!

was ich sagen wollte; die wichtigkeit der sprache wird in den schatten gestellt. dabei macht sprache ja literatur aus. und das ist etwas, was ich einfach etwas schade finde. mir fehlen da sprachbilder, dinge, die nicht ausgesprochen werden, die durchaus offen sind... --- nicht in allen büchern wohlgemerkt, aber in sehr vielen.

(soll jetzt ja nicht heißen, daß mainstream-literatur sprachlich nicht toll ist! da gibt es durchaus ausnahmen! nur der großteil ist auf handlung ausgelegt.)
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Beitragvon Marc » Mittwoch 7. Februar 2007, 21:34

Hi Stephy

Klar, bei Mainstream- Literatur steht zumeist (oder eigentlich immer) die Handlung klar im Vordergrund.

Mit dem "Untertan" oder den "Leiden des junge Werther" kann man solche Sachen nicht vergleichen. Gerade die alten Meister, wie man so sagt, regen zum analysieren und interpretieren an und wollen Schicht um Schicht wie eine Zwiebel auseinandergepflückt werden. Das kann Spaß machen und die Werke sind ja auch dementsprechend angelegt.

Mainstream- Literatur hat einen anderen Schwerpunkt und will unterhalten. Womit ich nicht sagen möchte, dass Goethe mit seinen Texten seine Zeitgenossen nicht auch zu einem Teil unterhalten hat. Ich denke, in dem Punkt hat sich der Geschmack mit der Zeit geändert, wie bei vielen anderen Dingen auch.
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Beitragvon stephy » Donnerstag 8. Februar 2007, 00:57

da gebe ich dir voll und ganz recht, marc!
... die gleich tot in Ohnmacht fällt
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Beitragvon Marc » Donnerstag 8. Februar 2007, 16:23

:hallo:
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