Tolkien - Der Herr der Ringe

Alles zur Phantastischen Literatur

Moderator: Annie_!

Beitragvon Odetta » Mittwoch 28. Februar 2007, 16:09

ich trau mich garnicht recht, diesen thread nochmal auszugraben, die meisten werden mit dem thema schon durch sein. :oops: aber ich hab ihn erst jetzt zu ende gelesen.
trotzdem:
eigentlich bin ich enttäuscht... nach allem was ich von HdR gesehen habe und von leuten, die darüber gesprochen haben, gehört habe, hatte ich mir ein grandioses werk vorgestellt. ein phantasy-spektakel, eine spannendes abenteuer, ein literatur-mythos,...
... gelesen habe ich eine .... nette geschichte. :bfriend: (gleich krieg ich eine auf den deckel)
sicher liegt es daran, dass ich vorher die filme gesehen habe. bin ich ein literatur-banause wenn mir die filme besser gefallen haben? (dass ich sowas jemals sagen werde *schäm*)

ich glaube auch, dass es an seinem stil liegt. "trocken" wurde er ja schon beschrieben. die verschiedenen charaktere sind mir nie so wirklich nahe gekommen. täusche ich mich, oder hat tolkien sie auch nicht gerade viel reden lassen? die direkten reden sind knapp gehalten und ich hatte immer das gefühl dass sich die personen ... "verhalten" ausdrücken.
bsp. wenn ein großes wiedersehen beschrieben wurde, ich dachte immer jaa! endlich!! gleich fallen sie sich in die arme und jubeln! aber nein, es kommt dann so ein satz wie "na merry, altes haus,.. wie geht es dir? ich hab vorzügliches pfeiffenkraut gefunden." oder so ähnlich. bei manchen wusste ich auch garnicht wie das jetzt wirklich gemeint ist.
man merkt halt, dass dieser stoff in einer anderen zeit geschrieben wurde. vielleicht bin ich nur verwöhnt vom heutigen stil, mit action, emotionen und herzschmerz.
(so wie ich nicht nach empfinden kann wenn manche leute so von alten klassik filmen schwärmen... casablanca z.B.)
aber nein, das kanns nicht sein, andere "alte" klassiker können mich auch mitreißen. ich weiß nicht.

sehr gefallen hat mir die vielfalt! jedes volk, jede art, ist wertvoll und trägt wichtiges zur geschichte bei! jeder hat seine vergangenheit und seine traditionen, und wird (vom erzähler, und somit vom leser) geachtet und geschätzt!
gefallen hat mir wie die völker wieder zusammenfinden, sich wieder kennenlernen, nachdem man viele schon vergessen hatte. (kurz bevor die elben ein mythos, ein märchen werden, treten sie wieder in den mittelpunkt.) oder die hobbits selbst, die meisten wussten garnicht dass sie noch existieren.
die handlung spielt eigentlich kurz bevor ein geschichte zum märchen wird. und bevor die lieder gedichtet sind, die in der zukunft diese heldentaten besingen werden.

hm... also eigentlich hat mir die moral der geschichte besser gefallen als die geschichte selbst.
eine sehr ... ruhige geschichte.

naja das wollt ich nur loswerden. wo sonst als in diesem forum.


p.s. die ständigen landschaftsbeschreibungen, penibel und bis ins kleinste detail haben mich fast fertig gemacht!! :bite: "der fluss, im N-O über einen kleinen berghang, bis in ein weite tal süd-westlich, an welches diese wiese angrenzt und jener sumpf bis in den Westen von einem kaff hinter den bergen grenzt.... puh! :?
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Beitragvon Marc » Mittwoch 28. Februar 2007, 16:38

Hallo Odetta,

genau das Gefühl hatte ich auch beim Lesen von Tokien, nicht nur bei dem HdR selbst, auch bei anderen Werken.

Wie Nimrod gesagt hat, man muss Tolkien hoch anrechnen, dass er mit seinem Lebenswerk das Fantasy- Genre stark belebt und viele Geschöpfe geprägt hat.

Was das schriftstellerische Handwerkszeug angeht, gibt es aber meiner Meinung nach heute (und auch zu Tolkiens Zeit schon!) wesentlich bessere Fantasyautoren. Tokien hat eigentlich keinen wirklich packenden Stil, Spannung konnte er auch nicht wirklich gut aufbauen. Deshalb finden wir beide wohl auch die Filme besser, den die sind wirklich sehr spannend und packend umgesetzt.

Die Landschaftsbeschreibungen haben mich eigentlich nicht gestört, ich mag es, wenn ein Autor zeigt, dass er genau weiß, in welcher Umgebung seine Geschichte spielt. Schlimm finde es das Gegenteil, wenn man Sachen liest wie "Sie betraten eine weitläufige, prunkvoll geschmückte Halle." Darunter kann man sich alles und nichts vorstellen und ein Autor kann sich so sehr leicht aus der Affäre ziehen, wenn er eigentlich kein genaues Bild von z.B. eben jener Halle vor Augen hat.

Viele Grüße,
Marc
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Beitragvon biberrulez » Donnerstag 1. März 2007, 07:39

Hey Odetta :hallo:

Welche Übersetzung hast du denn gelesen? Die von Krege oder die alte?
Bei dem Herrn der Ringe ist es bei mir so gewesen (und das wurde mir auch von anderen bestättigt), dass nach Ende der Lektüre der Eindruck eher verhalten ist und man denkt: Mhm, nette Geschichte. Aber später, so nach einem Jahr vielleicht, merkt man, dass die Geschichte in einem doch irgendwo eine Saite zum Schwingen brachte und die schwingt fröhlich weiter! Und dann denkt man plötzlich aus heiterem Himmel an Lothlorien oder Bruchtal oder die Hügelgräber oder oder oder. Mir drängt sich da immer eine Liedzeile auf, von Tocotronic: "Im Blick zurück entstehen die Dinge". Das trifft auch auf den Herrn der Ringe zu. Bei mir jedenfalls. :orange: Falls es Dir in ein oder zwei Jahren ähnlich geht, lass es uns doch wissen. ;-)
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Beitragvon Odetta » Donnerstag 1. März 2007, 11:10

hallo ihr beiden!

also erstmal, ich hab die neue übersetzung gelesen. im anhang war eine interessante erklärung über die änderungen. (im deutschen gibt es die schönen "elben", im englischen bleibt leider nur die möglichkeit der "elves")

@ marc
stimme dir da völlig zu. er hat eine phantastische welt erschaffen, aber wie du sagst, das "schriftstellerische handwerkszeug" war vielleicht nicht fein genug.
zu der landschaft- ich hatte ja die bilder von den filmen schon vor augen, ganz tolle landschaften in neuseeland, wie man gesehen hat. und da war mir eine ein-seiten-lange beschreibung einfach zu viel. da kann ja tolkien nichts dafür, aber ich hatte außerdem immer das gefühl, er schindet zeit! ich wollte weiter, ich wollte handlung, und er redet einen absatz lang über die felsformationen... :lookaround:

@biberrulez
komisch dass du das ansprichst. ehrlich.
als ich das buch zugeschlagen habe, dacht ich mir "pf, naja, so toll wars jetzt nicht" ich war schon enttäuscht, und sogar ein bisschen wütend...
aber schon beim schreiben des 1. beitrags, hab ich gemerkt, dass ich ihn garnicht so schlecht finde wie ich anfangs dachte...
ich wollte schreiben wie wenig er mir gefallen hat, und je mehr ich darüber nachdachte und so weiter schrieb um so mehr positive dinge sind dabei rausgekommen. dinge die im film garnicht rüber kommen, weil halt da nur die handlung selbst wichtig ist. von A nach B, etc. aber das warum, der hintergrund, der kern! ging ein bisschen verloren...
Falls es Dir in ein oder zwei Jahren ähnlich geht, lass es uns doch wissen
abgemacht! wir reden in zwei jahren nochmal drüber! erinner mich dran! :lol2:
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Beitragvon biberrulez » Donnerstag 1. März 2007, 14:58

@Odetta
Die neue Übersetzung war und ist ja heftiger Kritik ausgesetzt, auch mir gefällt sie nicht. Was mir dazu aber einfällt ist Folgendes: Als ich mein Abitur machte, mussten wir im Leistungskurs Deutsch ein Buch vorstellen. Ich hab mich für den Herrn der Ringe entschieden (das war noch vor der Verfilmung, also wußte kaum einer, worum es geht). Ein Jahr später etwa hab ich mich mit einem Deutschlehrer der Schule unterhalten und er sagte mir, sein Schwiegersohn habe ihm von dem Buch erzählt und daraufhin hatte er es sich gekauft und nach den ersten 50 bis 100 Seiten weggestellt. Es gefiel ihm garnicht. Als sie dann auf das Thema zu sprechen kamen und sich herausstellte, dass er die neue Übersetzung hat, empfahl sein Schwiegersohn ihm die alte und die hat er dann, zwar nicht euphorisch aber doch mit Freude gelesen.
Vielleicht liegt deine (noch) "mäßige" Begeisterung an der Übersetzung. Ich war auch schon ein paar Mal kurz davor, mir die neue auch noch zuzulegen, aber nach ein paar Seiten Probelesen, habe ich sie jedesmal wieder ins Regal gestellt. Es fehlt das Flair, die altertümliche Atmosphäre, die Luft von Mittelerde ;-)
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Beitragvon Nimrod » Donnerstag 1. März 2007, 15:05

Ja, es gibt ganze Fanlager, die die neue Übersetzung boikottieren. Ich bin auch froh,dass ich nicht die ganz neue Übersetzung gelesen habe.Und etwas traurig, weil ich wohl nie die erste lesen werde, die angeblich die beste gewesen sein soll...
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Beitragvon Marc » Donnerstag 1. März 2007, 15:30

Ich wusste gar nicht, dass die Übersetzungen sich derart unterscheiden. Weiß einer von euch, wieso man überhaupt andere Übersetzer beauftragt hat, wenn die erste Übersetzung schon sehr gelungen war?
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Beitragvon Odetta » Donnerstag 1. März 2007, 15:33

Ja, es gibt ganze Fanlager, die die neue Übersetzung boikottieren

also ich weiß ja, dass übersetzungen oft ein heikles thema sind (bsp. DT), aber dass es beim HdR so große differenzen gibt, wusst ich nicht.
fans können ja mit unter sehr beleidigt reagieren, wenn an "ihrem" werk etwas verändert wird! :rofl:
könnt ihr mir ein paar der größten "fehler" der neuen übersetzung nennen? würd mich interessieren!
Es fehlt das Flair, die altertümliche Atmosphäre, die Luft von Mittelerde

ja aber DAS kann ich mir dann doch nicht wirklich vorstellen! dass das alles nur an der neuen übersetzung liegt...
wurde denn großflächig neu übersetzt? oder nur auf teilgebiete? z.b. eigennamen, orte... etc.
weil doch im nachwort steht, dass der/die übersetzer/in große teile von der alten version abgeschrieben also übernommen hat, weil sie einfach schon stimmig war.



letzte frage von marc würd mich auch interessieren!
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Beitragvon biberrulez » Freitag 2. März 2007, 07:51

Wolfgang Krege, mittlerweile verstorben, hat soweit ich weiß alles von Tolkien übersetzt, bis auf den Herrn der Ringe. Im Zuge der Verfilmung wagte er sich dann an eine Neuübersetzung, um das Buch für unsere Zeit ansprechender zu machen, praktisch zu entstauben. Es scheint aber, als habe er dabei einerseits unter Zeitdruck gestanden und andererseits des Guten zu viel gewollt.

Der gröbste und wohl nicht schön zu redende Fehlgriff ist Chef Frodo statt Herr Frodo. Völlig daneben, als erhoffe sich Sam eine Gehaltserhöhung für seine Dienste. :lol2:
Es kommen Redewendungen vor, die der Atmosphäre äußerst abträglich sind, z.B. "wie aus der Pistole geschossen".
Herr Butterblume, der Wirt des Tänzelnden Pony, ruft einen seiner Bediensteten (in der alten Übersetung Hinz und Kunz, in der neuen auch anders) mit "Penner" - in der alten Übersetzung steht an dieser Stelle "Faulpelz". Hab diese Stelle mal mit der englischen verglichen und tatsächlich ist Faulpelz die treffendere Übersetzung, zumal hier die Konnotationen weit auseinandergehen. "Penner" ist eindeutig abwertend, "Faulpelz" hat etwas vertraulicheres, augenzwinkerndes.

Bevor ich mir im weiteren Verlauf die Finger wund tippe, hier!!! ein schöner kleiner, kompakter Text mit Vergleichen der neuen und alten Übersetzung, sowie dem Original. Zweifellos aussagekräftig.
Und hier eine gutes Essay zum Thema.

Nimrod hat geschrieben:Und etwas traurig, weil ich wohl nie die erste lesen werde, die angeblich die beste gewesen sein soll...
Jetzt wirds ja noch interessanter. Gibt es drei deutsche Übersetzungen? Noch eine vor der von Margaret Carroux?
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Beitragvon Odetta » Freitag 2. März 2007, 10:54

jetzt wundert mich natürlich nichts mehr! :oops:
danke für die links biberrulez, hab mir einiges durchgelesen.:thumbs:
anscheinend hat der herr krege, möge er in frieden ruhen, die sache nicht ganz ernst genommen. der"chef" hat mich auch sofort gestört, weil er in den filmen brav "herr frodo" geheissen hat! aber ich hatte ja keine ahnung!
"penner", "fundbüro"???, nein nein das beste: " da machen die mit booten drauf rum" :nuts: wie bitte?! hat herr krege "auf dem wasser treiben" ein bisschen falsch verstanden? mir kommen bei seinem satz ganz merkwürdig unanständige gedanken!:heilig:
das ist wirklich eine traurige sache... ich bin froh dass mir die miserable übersetztung nicht aufgefallen ist, als ich die bücher las. dann hätte ich sie noch weniger gemocht.
ich hatte ja keine ahnung...


meinen beitrag vom Do 01.März.2007 15:33 möchte ich hiermit offiziell für nichtig erklären!! :japanese:
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Beitragvon Nimrod » Freitag 2. März 2007, 13:02

Wege der ersten Übersetzung muß ich eventuell etwas revidieren. Irgendwo hatte ich wohl mal gehört/ verhört, dass es noch eine erste Üersetzung hatte geben sollen. Kann aber jetzt seltsamerweise nichts mehr dazu finden. Also, erst nachlesen, dann hinschreiben. Sorry, mein Fehler...
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Beitragvon Marc » Freitag 2. März 2007, 15:12

Odetta hat geschrieben:hat herr krege "auf dem wasser treiben" ein bisschen falsch verstanden? mir kommen bei seinem satz ganz merkwürdig unanständige gedanken!:heilig:


Na, das ist ja klasse :orange: :laugh:

Ich scheine wohl die alte Übersetzung gelesen zu haben. Habe die Bücher aus der Bücherei ausgeliehen. Da kamen zum Glück nicht derart seltsame Konstruktionen drin vor.
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Beitragvon Nimrod » Freitag 2. März 2007, 16:55

Ja, bei der neuen Übersetzung scheint der Gute wirklich etwas über das Ziel hinausgeschossen zu sein. Tatsächlich ist es wohl so, dass z.B. die Dorfbewohner bei Tolkien so gesprochen haben wie Dorfbewohner, einfaches Volk also, das auch schon mal derbe Sachen sagt. Bei der ersten deutschen Übersetzung wurde die Sprache hingegen etwas romantisiert, mehr Wert auf mittelalterliche Sprache gelegt. Dieses Manko wollte Krege bei seiner Übersetzung beheben. Leider hat er wohl nicht bedacht, dass sich die Sprache auch in den letzten sechzig Jahren verändert hat und hat so die Umgangssprache aus unserer Zeit Plus minus zehn Jahre verwendet, statt die für unsere Ohren schon andersartige Umgangssprache der vierziger fünfziger Jahre.

Darüber hinaus leistete er sich einige wirklich böse Interpretations-Schnitzer, die einem professionellen Übersetzer eigentlich nicht passieren dürften:

Der Herr der Ringe-Wikipedia:
Darüber hinaus übersetzt Krege an nicht wenigen Stellen sinnentstellend, beispielsweise wurde aus „everfalling leaves“ – einem Symbol der Vergänglichkeit und des bevorstehenden Abschieds der Elben – „unermüdlich wedelnde Blätter“.


Abschließend muß man wohl sagen, wenn man des Englischen im ausreichendemMaße mächtig ist, sollte man sich das Original zu Gemüte führen (ich trau es mir selbst noch nicht zu) ansonsten sollte jeder, derdas Buch noch nicht kennt, ans Herz legen, zu versuchen, die erste Übersetzung zu bekommen.
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Beitragvon Odetta » Montag 5. März 2007, 12:02

Nimrod hat geschrieben:dass z.B. die Dorfbewohner bei Tolkien so gesprochen haben wie Dorfbewohner, einfaches Volk also, das auch schon mal derbe Sachen sagt. Bei der ersten deutschen Übersetzung wurde die Sprache hingegen etwas romantisiert, mehr Wert auf mittelalterliche Sprache gelegt. Dieses Manko wollte Krege bei seiner Übersetzung beheben.

ok, jetzt versteh ich, wie er das gemeint hat.
dass auch umgangsprachlich gesprochen wurde, und nicht nur poetisch wie in einem hohen lied des minnesangs.
aber ich kann doch nicht einfach den slang ändern und die mittelerdebewohner (auch nicht das derbe volk) wie einen haufen 14-jähriger pupertierender aus unserer zeit reden lassen, nur damit ja alle verstehen wie das ursprünglich gemeint ist.
ich versteh "derbes mittelalterisch" auch wenn ich nicht aus der zeit komme. :aehm
(von den ganzen neuzeitlichen wörtern, die nicht nach mittelerde passen will ich garnicht erst anfangen)
Tolkien: "They fool about with boats on that big river"
Carroux: "Auf diesem großen Fluß treiben sie sich mit Booten herum"
Krege: "Auf so einem breiten Fluß, da machen die mit Booten drauf rum

entschuldigung, aber das geht mir noch immer nicht in den sinn!! :mad: ich könnte im original nichts herauslesen, was diese übersetzung rechtfertigt! und derb, im sinne von "rummachen" :eek7: (ich packs noch immer nicht, dass er das so verwendet hat :hammer) auch nicht!
und auch wenns derb ist, sollte die grammatik stimmen... (der satzbau erinnert mich an verkrüppelungen wie: "ey alter, da hab ich keine ahnung von")

sollte man sich das Original zu Gemüte führen (ich trau es mir selbst noch nicht zu)

ich mir leider auch nicht. :oops:
alle HdR leser die ich persönlich kenne, haben auf englisch gelesen, und können mein aufplustern über den übersetzungs-skandal garnicht verstehen! :P
es ärgert mich nur, dass ich den launen des übersetzers ausgeliefert bin, weil mein englisch mich im stich lässt.
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Beitragvon Leila2002 » Mittwoch 7. März 2007, 13:55

Ich weiß gar nicht welche Übersetzung ich gelesen hab. Auf jeden Fall waren es bei mir sechs Bücher und nicht die drei Grünen. Weiß jemand welche Übersetzung das war?

Übrigens habe ich mich schon mal dazu geäußert, weiß gar nicht ob es nicht sogar hier in diesem Thread war, aber noch mal kurz: Nach all den Anpreisungen habe ich mir mehr vorgestellt. Manchmal schien wirklich gar nichts zu passieren. Natürlich ist die geschaffene Welt einzigartig und auch sehr ideenreich, aber irgendwie hat mir das richtige Abenteur gefehlt. Meine Freundin sagt, dass ihr interessante Frauenrollen in HDR fehlen. Mal abgesehen von Arwen, die im Buch ja auch nur eine Nebenrolle spielt.
Naja, für mich hat Tolkien viel zu sehr den Sprachwissenschaftler raushängen lassen, als den guten alten Fantasy Schriftsteller. :lol2:

Deswegen finde ich auch, dass der Dunkle Turm Zyklus viel besser ist als der Tolkien Roman. :grinsking:
Aber das ist ein anderes Thema ;-)

:bekloppt:


Edit: Habe grad gesehen, dass ich schon mal einen Eintrag hatte. :oops:
Habe aber in diesem Eintrag noch nicht gesagte Sachen hinzugefügt. Also ist das nicht ganz so schlimm.
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