Zeruya Shalev - "Liebesleben"

Liebe, Drama und Alltägliches

Moderator: Gwenhwyfar

Zeruya Shalev - "Liebesleben"

Beitragvon stephy » Montag 14. Mai 2007, 15:24

Hallöchen Ihr Lieben!

Diesmal liegt mir ein Buch am Herzen, das ich einfach empfehlen muß. Aber vorher möchte ich Euch die Handlung darlegen (ich schreib sie einfach mal vom Klappentext ab...):

"Im Sturzflug fällt Ja'ara aus ihrem gewohnten Leben: Die Begegnung mit Arie, einem Jugendfreund ihres Vaters, verändert alles. Fast traumwandlerisch folgt sie dem fordernden Liebhaber auf einem Weg der verbotenen Spiele, sexuellen Phantasien und demütigenden Obsessionen.
Die Geschichte einer Amour fou, ein Tanz auf dünnem Eis - und zugleich das Portrait einer Frau, die alles verliert und dafür zuletzt sich selbst auf die Spur kommt.
- SPIEGEL Edition 37 Klappentext

Es ist einfach eine faszinierende Geschichte und Claudia Voigt vom SPIEGEL hat Recht, wenn sie sagt:

"Es ist Shalevs Sprache, die lockt und atemlos fortfährt, die nüchtern beschreibt und doch wie Musik klingt, der man auf Anhieb verfällt." (ebenfalls vom Klappentext entnommen)

Die Sprache ist es, die einen sofort von der ersten Seite an in den Bann schlägt; poetisch, direkt, stellenweise metaphorisch und anspruchsvoll, stimmungsgeladen... Und vor allem; schnell. Ich weiß gar nicht, wie ich Shalevs Stil genau beschreiben soll. Er ist packend und traurig, und das, was ich bereits sagte --- er ist alles auf einmal.

"Liebeleben" ist neulich in der SPIEGEL-Edition erschienen, wie ich ja bereits erwähnt habe, also wirklich keine teure Angelegenheit. Ein wahnsinnig packendes und tolles Buch, das durch Sprachbilder und Tempo beeindruckt und einen mitfiebern läßt, traurig macht, verwundert macht etc.

Bevor ich mich jetzt in Lobergüssen verliere, frage ich lieber mal: Kennt jemand von Euch das Buch? Oder irgendein anderes von ihr? Ich möchte mir jetzt den anderen Roman, "Mann und Frau" anschaffen.
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Beitragvon Leila2002 » Dienstag 15. Mai 2007, 21:23

Ich kenne zwar die Autorin nicht, aber deine Zusammenfassung klingt echt nicht schlecht. Ein guter Tipp.
:star: Lisa Simpson: "Ich bin die Eidechsenkönigin!" :star:
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Beitragvon stephy » Dienstag 15. Mai 2007, 23:21

Werde mir morgen gleich "Mann und Frau" holen. Wenn ich das richtig verstanden habe, gehören zu ihrer Trilogie "Liebesleben", "Mann und Frau" und "Späte Familie" --- zumindest beschäftigen sich alle diese Bücher mit der Zwischenmenschlichkeit von Mann und Frau.
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Beitragvon stephy » Mittwoch 18. Juli 2007, 00:43

Habe jetzt auch das zweite Buch von ihr - "Mann und Frau" - gelesen.
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Beitragvon Odetta » Mittwoch 18. Juli 2007, 06:58

"Späte Familie" kommt mir bekannt vor. Ich glaub meine Mutter hat das.
Bis jetzt aber nicht beachtet, weil mir die Autorin so garnichts sagt.
Jetzt borg ich es mir viell doch noch aus.
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Beitragvon Levia » Mittwoch 18. Juli 2007, 08:23

stephy hat geschrieben:Habe jetzt auch das zweite Buch von ihr - "Mann und Frau" - gelesen.

Und? Wie war es?
Ich habe mir neulich "Liebesleben" gekauft, bachdem es überall so hoch gelobt wird, hatte bisher aber noch keine Möglichkeit es zu lesen.
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Beitragvon stephy » Freitag 31. August 2007, 20:14

Levia: Deinen Beitrag hatte ich doch glatt überlesen, sorry! :heilig: Also: Mir hats wirklich gut gefallen. Natürlich; es ist einfach immer dasselbe Schema, daß sie variiert, damit muß man rechnen, wenn man sich das Buch auch noch holt. Aber wem das gefällt, dem wird auch "Mann und Frau" sicher gefallen. ;)

Hast Du inzwischen "Liebesleben" gelesen?
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Beitragvon Levia » Sonntag 2. September 2007, 16:44

Nein, noch nicht, wollte es lesen, aber ich war fast drei Wochen bei meiner Ma in Köln und hatte es in Berlin vergessen. :ohhh:
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Beitragvon Schnie » Donnerstag 6. Dezember 2007, 08:38

stephy hat geschrieben:Hey, Schnie, wär nett, wenn Du mich drüber informieren würdest, wie es Dir gefallen hat, wenn Du's ausgelesen hast - interessiert mich! ;)


Kann ich machen. Bin aber zur Zeit etwas im Stress und komme deshalb nur wenig zum lesen.

Was ich aber schon mal über die ersten Seiten sagen kann ...

... der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig. Sätze über eine halbe Seite mit 30 Kommas.

Aber ich habe ja erst 5 Seiten gelesen :lookaround:

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Beitragvon stephy » Donnerstag 6. Dezember 2007, 17:49

Da hast Du Recht, das sind so Kleist-Schachtelsätze, in die man sich erst mal einlesen muß.
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Beitragvon Schnie » Freitag 11. Januar 2008, 19:10

Hab es jetzt durch. An diese Schachtelsätze gwöhnt man sich ja mit der Zeit. Da habe ich schon weitaus schlimmere Bücher überstanden.

An sich finde ich das Buch gut. Was mir weniger gefallen hat war der Anfang der Geschichte. Sie lernt ihn kennen und findet ihn unsymphatisch und ein paar Seiten weiter steht sie mit ihm in der Umkleidekabine. Da hätten ihre Beweggründe etwas ausführlicher beschrieben werden können. Den Schluss kann man mögen oder nicht, da recht offen. Aber ich mag so etwas ja zum Glück. Aber um sich zu 100 % in Ja´ara hinversetzen zu können, muss man dann wohl doch eine Frau sein :lookaround:
Von mir bekommt das Buch aber immerhin eine Schulnote 2.

Schnie :monstereyeroll_lightgreen:

PS Eine kleine Ungereimtheit. Wenn ihre Mutter im Krankenhaus schon nicht Aries Frau erkannte, So hätte diese doch wenigstens ihre Mutter erkennen können bzw etwas von Tirza über sie (und ihren Mann) erfahren müssen. Die lagen Wochenlang nebeneinander, bekommen beide Besuch und keiner weiß etwas von den anderen oder ihren Angehörige?
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