Wie sah Euer Lesejahr 2011 aus? Ich schlage vor, ein jeder Interessierte nenne an dieser Stelle seine drei - und nur drei - Leseerlebnisse des Jahres. Sicher wird es hin und wieder schwer fallen, eine Eingrenzung vorzunehmen, doch ohne eine solche verlören die genannten Titel an Relevanz.
Um diesen Thread nicht zu einer bloßen Aufzählung verkommen zu lassen, schreibt doch bitte auch ein paar Eure Wahl begründende Worte.
Mach ich mal gleich den Anfang:
Platz 1:
Georg Klein - Roman unserer Kindheit

Ein deutscher Roman, der die Sommererlebnisse einer Gruppe Kinder in den sechziger Jahren erzählt. Mich erinnerte das Ganze an eine Melange aus der Melancholie des Erinnerns aus Kings "ES" und der enigmatischen Erzählweise der TV-Serie "Lost", die im Kopf des Lesers Bilder erzeugt, wie man sie aus Filmen David Lynchs kennt. Die Sprachmacht dieser Geschichte, das Schicksalhafte der Story und die goldenen Bilder vergangener Sommertage haben mich nahezu von Anfang in den Bann geschlagen. Für mich nicht nur eins der besten und faszinierendsten Bücher des Jahres, sondern überhaupt.
Platz 2
Felix J. Palma - Die Landkarte der Zeit

Jack the Ripper, Arthur Conan Doyle, Bram Stoker, H.G. Wells und eine Zeitmaschine tauchen in diesem Roman auf, der aus drei unabhängigen und doch miteinander verbundenen Teilen besteht. Selten war es ein solches Vergnügen, von einem Autor derart an der Nase herumgeführt zu werden wie in diesem Werk. Es stürzt den Leser in einen Taumel von Erwartungen und Emotionen, vollzieht Hakensprünge und narrt mit Trugbildern. Alles geschrieben in einer Prosa, die den Leser umschmeichelt und eine Wohltat ist.
Platz 3
Justin Cronin - Der Übergang

"Vampire und Endzeit? Gähn! Kennen wir, haben wir schon hundertmal gehabt! Es sei denn... hat der Autor etwas Neues zu bieten? Nein? Danke!"
Von wegen, dieser über tausend Seiten starke erste Teil einer geplanten Trilogie hat nur eine Schwäche: er endet. So überzeugend und eindringlich, so packend und mitreißend hat wohl seit King in "The Stand" niemand mehr ein apokalyptisches Szenario beschworen. Dabei wird man überhaupt nicht Zeuge des Verfalls. Wir erleben, wie alles begann und befinden uns dann hundert Jahre später in einer veränderten Welt. Wenn ich vom Lesejahr 2012 eines erwarte, dann die Fortsetzung dieses Geniestreichs.